Klötze/Bautzen l Zwar nicht ganz mit den erhofften Punkten im Gepäck, aber dennoch - unter den Umständen - nicht unzufrieden kehrten die Klötzer Kraftsportler von der ersten Wettkampfrunde der 1. Bundesliga Nord aus Bautzen in die Heimat zurück. Am Ende kamen die Altmärker auf 1266,92 Punkte.

Kraftpakete liegen im Soll

Die bedeuteten in der Tageswertung hinter dem amtierenden Meister und Favoriten SAV Erfurt und dem Gastgeber KBV Bautzen Rang drei. In der Gesamttabelle der Nordstaffel bedeutet das Platz sechs. „Sicher wollten wir schon gern auf 1300 Punkte oder gar mehr kommen, aber die drei Jungs haben ihre Sache gut gemacht und wir können zufrieden sein“, so Trainer und Abteilungsleiter Günter Lüdecke, der in Bautzen auch wieder als Kampfrichter am Bühnenrand gefordert war.

Der musste nämlich auch den Ausfall von Thomas Korell verkraften, der ja mit guten 450 Punkten eingeplant war. „Thomas hatte Anfang der Woche einen Test absolviert, und da hat es im Hüftbereich gezogen. Ich denke, er hat sich eine leichte Zerrung zugezogen und konnte deshalb nicht mitwirken“. Auch Lüdeckes Bemühungen, noch Ersatz zu finden, blieben erfolglos. „Ich hatte es eigentlich bei allen probiert, die für diese Saison für die Bundesliga in Frage kommen, doch aus verschiedenen Gründen war es einfach nicht möglich, noch einen Starter zu akquirieren“, so Lüdecke.

Der fuhr dann eben nur mit den drei verbliebenen Wettkämpfern Jan Grigat, René Borchert und Gaststarter Steve Podas-Wallschefski nach Bautzen. Mit im Bus saßen auch die drei Betreuer Christopher Schulz, Christian Rapke und Rino Beuter. „Die drei Jungs haben das dann übernommen, weil ich ja auch als Kampfrichter im Einsatz war“, so der Übungsleiter weiter.

Zufriedenheit nach der Kniebeuge

Lüdecke selbst fiel aber schon nach der Kniebeuge ein Stein vom Herzen. Das lag zum einen daran, dass alle Wettkämpfer gute Versuche in die Wertung brachten und Borchert zudem mit starken 245 Kilogramm eine neue Bestleistung schaffte. „Auch die 320 Kilogramm von Jan Grigat waren in Ordnung, dann haben wir den dritten Versuch ausgelassen, um Kräfte zu sparen“, so Lüdecke. Komplettiert wurde die Beuge von den 300 Kilogramm von Podas. Damit war die Grundlage für einen guten Wettkampf gelegt.

Auch auf der Bank lieferten die Klötzer im Rahmen ihrer Möglichkeiten ab. Während Grigat 225 Kilogramm aus dem ersten Versuch in die Wertung brachte, schaffte Borchert erneut drei blitzsaubere Versuche bis hin zu starken 177,5 Kilogramm. Podas scheiterte nur knapp an 200 Kilogramm und ließ 190 ins Protokoll notieren. „Sowohl Jan, als auch Steve haben da sicher die Lasten noch drin, aber an diesem Tag waren sie noch etwas zu schwer. Vielleicht klappt es dann in Klötze bei der zweiten Runde“, so Günter Lüdecke.

Rückschlag beim Kreuzheben

Etwas hinter den Erwartungen blieben die Klötzer dann im Kreuzheben zurück. Die 250 Kilogramm von Jan Grigat und die 190 von Borchert waren zwar gut, aber eben nicht überragend. „Das ist, wenn man es im Verhältnis sieht, natürlich auf diesem Niveau etwas zu wenig. Aber wenn beide da im Training gut arbeiten und mehr Sätze absolvieren, kann das durchaus noch besser werden“, so Lüdecke.

Knapp an seiner Bestleistung scheiterte Podas im dritten Versuch. 285 Kilogramm waren dann doch noch etwas zu viel auf der Hantel. Dennoch konnte er mit seinen 265 aus dem zweiten Versuch zufrieden sein. Aber auch für eine neue Bestleistung ist der Heimwettkampf in Klötze am 4. April vielleicht die bessere Bühne.

In den Gesamtlasten bedeuteten diese Einzelleistungen für Grigat 795 Kilogramm für 405,95 Punkte, für Borchert 612,5 Kilogramm für 417,80 Zähler und 755 Kilogramm für Podas, die für 443,17 Punkte gut waren.

Punktesystem umgestellt

Und apropos Punkte. Die Berechnung der Leistungen wurde umgestellt. So geht es seit dieser Saison nicht mehr nach der Wilks-Tabelle, sondern nach dem Dots-System.

„Die Änderung, oder besser gesagt Anpassung, war nötig, um die Gleichstellung besser zu ermöglichen. Nach Wilks haben die schweren Jungs immer Vorteile gehabt. Das wird nun versucht, durch das neue System auszugleichen“, informiert Lüdecke.

Das ist aber nicht die einzige Änderung in dieser Saison. Von den Mannschaften wird auch viel mehr Konzentration und Sicherheit in den Versuchen verlangt. Denn wenn man in einer Disziplin platzt, also keinen gültigen Versuch in die Wertung bekommt, geht man mit null Punkten aus dem Wettkampf. Früher war es so, dass zumindest die Punkte aus den anderen beiden Disziplinen zum Gesamtergebnis gezählt haben.

Nichts anbrennen ließ in Bautzen erwartungsgemäß Meister Erfurt. Der SAV gewann mit starken 1506,06 Punkten und empfahl sich damit auch für eine mögliche Titelverteidigung.

Noch vor den Klötzern landete dann Gastgeber KBV Bautzen, der auf 1319,15 Punkte kam. Abgeschlagen auf Platz vier rangierte Aufsteiger und Neuling Köthener SV mit 1118,58 Punkten.