Ulaanbaatar/Klötze lEine Silber- und eine Bronzemedaille gingen bei der Weltmeisterschaft im Kraftdreikampf, die von Dienstag bis Sonnabend im mongolischen Ulaanbaatar stattfand, in die Westaltmark – besser gesagt an den VfB 07 Klötze. Während Sven Rogalski bei den Masters I Rang drei einnahm, freute sich Günter Lüdecke bei den Masters IV sogar über den Vizeweltmeistertitel.

Erschöpft kehrten Sven Rogalski und Günter Lüdecke in der Nacht zu Montag in die Heimat zurück. Um 1 Uhr erreichten sie Klötze und waren nach jeweils spannenden Wettkämpfen in der Mongolei froh, wieder zu Hause zu sein. „Der Zeitunterschied beträgt sechs Stunden, das ist für den Körper schon eine gewaltige Umstellung. Dazu ist die Luft dort sehr schlecht“, verriet Lüdecke, seines Zeichens Spartenleiter des VfB 07 Klötze.

Lüdecke mit deutschem Rekord

Er selbst machte bereits am vergangenen Dienstag in Ulaanbaatar den Anfang. Mit 84,75 Kilogramm Körpergewicht durfte Günter Lüdecke in der 93-Kilogramm-Klasse bei den Masters IV starten. Er begann im ersten Versuch in der Kniebeuge mit 192,5 Kilogramm, wollte sich aber noch steigern. Das sollte ihm auch gelingen. Zwar wurde der zweite Versuch mit 202,5 Kilogramm aufgrund der fehlenden Tiefe noch für ungültig erklärt, doch den dritten brachte er erfolgreich in die Wertung. Das war zugleich auch neuer deutscher Rekord in dieser Altersklasse. Dazu gab es eine Goldmedaille als Bester überhaupt in der Kniebeuge.

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Pech hatte Lüdecke beim Bankdrücken. Brachte er den ersten Versuch mit 132,5 Kilogramm noch in die Wertung, wurde ihm der zweite mit 135 Kilogramm wegen angeblicher Zeitüberschreitung aberkannt. Nachdem erfolgreich Protest beim äußerst strengen Kampfgericht eingelegt wurde, erhielt der Klötzer aber noch einen dritten Versuch. „Diesmal waren die 135 Kilogramm für mich aber zu schwer“, verriet der Mann von der Purnitz, der aber trotzdem seinen sicheren Vorsprung an der Spitze hielt. Fleißig gerechnet wurde vor dem abschließenden Kreuzheben. Es ging darum, Hauptkonkurrent Kazimierz Forys so stark wie möglich unter Druck zu setzen. Die 205 Kilogramm in Versuch eins waren für Günter Lüdecke kein großes Problem, so dass er sich anschließend für 212,5 Kilogramm entschied. Auch diese bewältigte er.

Forys mit Europarekord

Forys musste nachziehen und – weil er schwerer als der Klötzer war – 237,5 Kilogramm (Europarekord) zur Hochstrecke bringen. Das sollte ihm gelingen, womit er sich mit einer Gesamtlast von 550 Kilogramm doch noch an die Spitze setzte. Für Lüdecke blieb mit 547,5 Kilogramm zwar „nur“ Platz zwei, dennoch war der Westaltmärker sehr zufrieden. „Vielleicht hätte ich beim Kreuzheben doch die 215 Kilogramm nehmen sollen, doch wenn ich diese nicht geschafft hätte, wäre der Wettkampf gleich entschieden gewesen. Ich denke, dass ich Forys lange ärgern und ihn ebenso fordern konnte“, so der VfB-Spartenchef. Mit 361,02 Zählern wurde er in der gesamten Masters-IV-Relativwertung Zweiter hinter dem Mongolen Maamchuluun Tseveendorj (367,9 Punkte). Dafür gab es für den Weltmeister von 2008 einen edlen Dschingis-Khan-Pokal. „Das macht mich sehr stolz. Es war ein toller Wettkampf“, zog Lüdecke ein sehr positives Fazit.

Der zweite Klötzer, Prof. Dr. Sven Rogalski, war hingegen am Freitag an der Reihe und startete bei den Masters I (bis 93 Kilogramm). Er begann mit soliden 282,5 Kilogramm in der Kniebeuge, machte auf der Bank mit 192,5 Kilogramm weiter und scheiterte nur knapp an den 197,5 Kilogramm. Im Kreuzheben brachte Rogalski 262,5 Kilogramm zur Hochstrecke und probierte, um womöglich noch Chancen auf Rang zwei zu haben, auch noch die 272,5 Kilogramm. Diese waren dann aber doch zu viel. So reichte es für den Purnitzstädter mit 737,5 Kilogramm Gesamtlast zum dritten Rang hinter dem Amerikaner Dale McLaren (807,5 Kilogramm) und dem Dänen Kim Dahl Hansen (750 Kilogramm).

Rogalski im Kreuzheben mit Bronze

Eine weitere Bronzemedaille holte Rogalski als Gesamt-Dritter im Kreuzheben. „Abgesehen von seiner Leistung im Bankdrücken konnte Sven zufrieden sein. Für ihn war es die erste Bronzemedaille überhaupt bei einer WM. Man darf ja nicht vergessen, dass die nervliche Belastung dort sehr groß ist“, verriet Günter Lüdecke. Der möchte in diesem Zusammenhang auch noch mal den Betreuern André Rogalski und Christian Raapke einen großen Dank für die Unterstützung aussprechen und blickt auf eine gelungene Weltmeisterschaft mit „guten Eindrücken“ zurück.