Salzwedel l Von Engersen über Kakerbeck, Gardelegen bis nach Salzwedel reichen die Veranstalter, die Pferdesportler in verschiedenen Disziplinen und Schwierigkeitsklassen fordern und fördern. Nachdem bereits über Ostern das Reitturnier in Engersen (Bericht auf der zweiten Sportseite) über die ging, folgen ab Mai noch insgesamt sieben weitere Turniere verteilt im gesamten Altmarkkreis.

Am häufigsten duellieren sich die Reitsportler hier in der Klasse Springen M (SM) mit vier Wettbewerben. Es folgen drei Prüfungen der Klasse Dressur M (DM) sowie je zwei DL, Springen L (SL) und Springen S (SS).

Turniere mit verschiedenen Prüfungen

Das nächste Reitturnier findet am 4. und 5. Mai in Dähre mit den Klassen Dressur E (DE) und SM statt. Drei Wochen später geht es in Sanne-Fleetmark um die Klassen DM und SM. Am gleichen Wochenende kommen in Kakerbeck die Fahrsportler auf ihre Kosten. In Salzwedel werden zwischen dem 5. und 7. Juli DL- und SM-Prüfungen abgenommen, während vom 9 bis 11. August in Gardelegen SM und SS auf dem Programm stehen. Am 31. August bitten die Veranstalter in Beetzendorf Reiter der Klasse SM zur Prüfung, während der Saisonabschluss in Kremnitz/Salzwedel vom 6. bis 8. September mit den Klassen DM und SS abgehalten wird.

Bilder

Alle Termine im Überblick

04./05.05. Dähre (DE, SM)

25./26.05. Sanne-Fleetmark (DM, SM)

25./26.05. Kakerbeck (FDM, FHM, FGM)

05.-07.07. Salzwedel (DL, SM)

09.-11.08. Gardelegen (DM, SS)

31.08. Beetzendorf (SM)

06.-08.09. Kemnitz/Salzwedel (DM, SS)

Dressur

Wenn Pferd und Reiter scheinbar zu einem Lebewesen verschmelzen und sich wie ein eingespieltes Tanzpaar im Gleichklang über das Viereck bewegen - dann ist das höchste Ziel des Dressurreitens erreicht: Reitsport wird zu Reitkunst.

Ziel jeder reiterlichen Ausbildung ist die Harmonie von Reiter und Pferd. Dressurreiten ist mehr als das Absolvieren und Präsentieren von Lektionen und Figuren. Diese Übungen zielen darauf, das Pferd gymnastisch auszubilden und es zu erziehen. Mit Hilfe der Dressur erreicht der Reiter, dass sein Pferd gehorsam auf seine sensibel eingesetzten Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen reagiert. Ein gut gerittenes Pferd ist die beste Voraussetzung für Sicherheit im Pferdesport.

Dressurreiten erhöht zudem die Leistungsfähigkeit des Pferdes. Im besten Sinne dient es der Gesunderhaltung des Pferdes, denn durch das Training werden die Kräfte des Pferdes gestärkt und seine Glieder gelenkig gemacht.

Sportlich gesehen erlangen die Dressurprüfungen im Sinne von Rittigkeitsaufgaben erstmals um 1900 internationale Bedeutung. Seit 1912 ist die Dressur olympisch, die ersten Weltmeisterschaften wurden 1966 in Bern ausgetragen.

Dressur ist die Grundlage

Gleichgültig auf welche anderen reitsportlichen Disziplinen man sich spezialisiert, ohne Dressur geht es nicht. Sie ist Voraussetzung für alle pferdesportlichen Aktivitäten: Vom Wanderreiter, der im ausbalancierten Sitz auf seinem Pferd bergauf und bergab reitet bis zum Springreiter, der die Wendungen und Distanzaufgaben zwischen den Hindernissen nur mit dressurmäßig gut gerittenen und gymnastizierten Pferden schafft.

Springen

Im Springen heben Pferd und Reiter ab. Schnellstmöglich einen Parcours von Hindernissen ohne Abwürfe überwinden - das ist das Ziel beim Springreiten. Es zeichnet sich durch Schnelligkeit, Technik und Mut aus.

Die besondere Aufgabe beim Springreiten besteht darin, ein Pferd so an den Sprung heran zu reiten, dass das Pferd beim Absprung eine optimale Flugkurve entwickeln kann. Es erfordert vom Reiter viel Geschicklichkeit, Balance, Rhythmusgefühl und präzise Einwirkung der Reiterhilfen, um ein Pferd korrekt über Hindernisse zu reiten. Springprüfungen werden national und international mit Anforderungen der Klassen E (wie Einsteiger) bis S (wie schwer) mit bis zu fünf Sternen angeboten. Dabei bezeichnen die Sterne den Schwierigkeitsgrad in der jeweiligen Klasse.

Springen hat lange Tradition

Das Springen über Bäche und Wälle, Hecken, Zäune und Gatter hat eine lange Tradition, denn solche natürlichen Hindernisse galt es bei der Jagd zu überwinden. Erste Hoch- und Weitsprung-Wettbewerbe sind seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt.

Den großen Aufschwung brachte der Italiener Caprilli, dessen Springstil im Entlastungssitz das Springen revolutionierte. Seit 1912 gehört das Springen zu den olympischen Sportarten. Die ersten Weltmeisterschaften wurden 1953 ausgetragen. Die offizielle internationale Bezeichnung für ein Springturnier ist Concours Saut obstacle (CS), im britischen Sprachraum wird die Disziplin als Showjumping bezeichnet.

Fahrsport

Ob Freizeitfahrer oder Turnierfahrer, in den letzten Jahren haben sich immer mehr Pferdebegeisterte dieser Disziplin zugewandt. Einspänner, Zweispänner, Vierspänner, Tandem, Random, Pferde oder Ponys – alles ist möglich.

Weltmeister ist am Ende der Sieger der Kombinierten Wertung. Denn im Fahrsport gibt es Dressurprüfungen, Geländeprüfungen und das Hindernisfahren. Die Kombinierte Wertung ergibt sich aus allen drei Prüfungen. In der Dressur stehen die Gymnastizierung des Pferdes und die Überprüfung des Ausbildungsstandes im Vordergrund. Beim Hindernisfahren durch einen Kegelparcours werden Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Gehorsam und Durchlässigkeit der Pferde abgefragt. Herzstück eines jeden Fahrturniers ist die Geländeprüfung (Marathon) mit ihren spektakulären Hindernissen.

Das Fahren von Pferden hat eine längere Tradition als die Reiterei. Schon 1.400 v. Chr. kannten die Hethiter ausgeklügelte Trainingspläne für ihre Streitwagenpferde mit Anleitungen für Aqua- und Intervalltraining. Und bereits im antiken Olympia gehörte das Wagenrennen fest zum Programm. Auch im modernen Turniersport spielte das Fahren von Beginn an eine Rolle, auch wenn es bis zum Jahr 1972 dauerte, bis die ersten Weltmeisterschaften in Münster ausgetragen wurden.

Fahrsport im olympischen Programm

Auch wenn es bisher nicht gelungen ist, den Fahrsport wieder ins olympische Programm zu integrieren, wird diese Disziplin immer beliebter. Seit 1985 ermitteln auch die Zweispänner und seit 1998 die Einspänner ihre Weltmeister - getrennt nach Pferden und Ponys. Die Köngigsklasse aber bleiben die Pferde-Vierspänner, deren Weltmeisterschaften seit 1990 fester Bestandteil der Weltreiterspiele sind.

Vielseitigkeit

Dressur, Springen, Geländeritt. Um in der Vielseitigkeit zu bestehen, müssen die Mehrkämpfer des Pferdesports sowohl auf dem Viereck, als auch im Cross und im Parcours ihr Handwerk beherrschen. Die Basis des vielseitigen Erfolgs jedoch ist das gegenseitige Vertrauen zwischen Reiter und Pferd.

Bis heute wird die Vielseitigkeit auch als die „Krone der Reiterei“ bezeichnet. Aus den militärischen Geländeritten, wie sie um die Jahrhundertwende populär waren, entwickelten sich allmählich Querfeldeinprüfungen und wurden später zu Vielseitigkeitsprüfungen mit Dressur, Geländeritt und Springen.

Die Disziplin Vielseitigkeit ist seit 1912 olympisch. Stand zunächst die Ausdauerleistung stark im Vordergrund, besteht die Disziplin seit Wegfall von Rennbahn und Wegestrecken aus drei gleichwertigen Teilprüfungen. Die offizielle internationale Bezeichnung für die Vielseitigkeit ist „Concours complet“ (CC), im britischen Sprachraum wird die Disziplin als „Eventing“ bezeichnet.

Die Dressur wird einzeln geritten und ist stets der Auftakt einer Vielseitigkeitsprüfung. Traditionell ist die zweite Teilprüfung der Geländeritt über eine mit Naturhindernissen verschiedener Art ausgestattete Querfeldeinstrecke (Q-Strecke, Cross Country Course). Der Geländeritt ist in einer vorgegebenen Zeit zu absolvieren, das Überschreiten dieses wird mit Strafpunkten geahndet. Das Parcoursspringen, dem in der Regel eine Verfassungsprüfung vorangeht, entspricht den Regeln der Spezialdisziplin Springen. Vielseitigkeits-Sieger ist am Ende derjenige Teilnehmer mit der geringsten Strafpunktzahl.