Salzwedel l  Sowohl im Tennis und auch beim Segeln könnte es schneller wieder losgehen, als noch vor zwei Wochen gedacht.

Während eine Vielzahl der Sportarten angesichts der Coronavirus-Pandemie wohl noch länger auf eine Lockerung der Verbote warten müssen, besteht für Tennisvereine in Sachsen-Anhalt die Hoffnung auf einen baldigen Saisonstart.

In Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz durften die Tennis-Aktiven bereits seit dem 20. April zum Schläger greifen. Mittlerweile haben auch weitere Bundesländer, unter anderem in Brandenburg oder Berlin die Tennisplätze unter Auflagen geöffnet.

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Eine Signalwirkung für den Tennissport in Sachsen-Anhalt? Darauf hofft man zumindest beim Tennisverband. „Wir sind optimistisch, dass die Plätze mit der neuen Verordnung geöffnet werden und Tennis unter Auflagen möglich ist“, gibt sich Maximilian Pefestorff, Vizepräsident Sport des Tennisverbandes Sachsen-Anhalt zuversichtlich.

Tennisverband hofft auf den Spielbetrieb

Hoffnung gibt dem 31-Jährigen, der für die Herren 30 der SG Einheit Stendal in der Landesoberliga selber aktiv spielt, dass Tennisspieler bei ihrem Sport den Mindestabstand von 1,50 Meter nahezu dauerhaft einhalten können. Darüber hinaus kann die kontaktlose Sportart im Freien schon mit mindestens einer weiteren Person ausgeübt werden. „Das sind gute Argumente“, so Pefestorff.

Bei aller Euphorie dürfte für die Verantwortlichen der altmärkischen Tennisvereine dennoch ein hoher organisatorischer Aufwand warten, um den Trainings- und Spielbetrieb ordnungsgemäß zu regeln. Der Tennisverband hat dazu Handlungs- und Schutzempfehlungen zum Training und Spielen auf Tennisplätzen an die Vereine verschickt. „Vom Aufenthalt auf der Anlage, den richtigen Umgang mit den Bällen bis zu notwendigen Hygiene-Maßnahmen in den sanitären Anlagen findet man Vorschläge und Empfehlungen zur Umsetzung im Verein. Daran kann man sich orientieren“, berichtet der TSA-Sportwart.

Beschluss vom Präsidium ist vertagt

Dagegen dürfte die Organisation der Punktspiele, die ab dem Wochenende des 13. Juni starten sollen, die Vereine vor noch größere Herausforderungen stellen. Mehrere Personen aus verschiedenen Regionen auf einer Anlage, mit begrenzten Umkleide-Möglichkeiten und strengen hygienischen Auflagen sind für Vereine nicht nur schwer denkbar sondern auch umsetzbar.

Den endgültigen Beschluss über die Durchführung der Punktspiele hat das Präsidium daher vertagt. „Eine definitive Entscheidung, ob und in welcher Form ein Spielbetrieb durchgeführt wird, hängt nicht nur davon ab, ob Wettspiele aus behördlicher Sicht überhaupt zulässig sind. Die damit verbundenen Auflagen müssen sich in der Praxis umsetzen lassen. Eine entscheidende Rolle spielt immer die Frage, ob es aus gesundheitlicher Sicht verantwortbar ist“, deutet Pefestorff den schwierigen Weg der Entscheidungsfindung an. Zunächst hat die baldige Öffnung der Tennisplätze aber oberste Priorität.

Seglerverband hofft auf Berücksichtigung

Auch der Landes Seglerverband hatte zuletzt einen Sonderantrag in Richtung Land gestellt, um bei eventuellen Lockerungen zum 6. Mai 2020 berücksichtigt zu werden. Die Segelfreunde erhielten auch schnell und vor allem vielversprechende Antwort von der SPD-Landtagsfraktion in Person von Rüdiger Erben . Darin heißt es: „Zunächst galt es, die rasante Ausbreitung des Coronavirus in Sachsen-Anhalt zu bremsen. Das geschah ab Ende März mit einer Vielzahl von Beschränkungsmaßnahmen. Betroffen hiervon waren auch zahlreiche Sportarten. Das war damals richtig. Doch jetzt ist die Zeit für differenziertere Maßnahmen.

Aus unserer Sicht müssen sich die Beschränkungen im Breitensport ab 4.Mai nach den Ansteckungsrisiken orientieren und nicht pauschal die Nutzung von Sportstätten verbieten. Um es vereinfacht zu sagen: Judo und Boxen werden eher nicht zugelassen werden, aber warum sollen nicht Leichtathletikanlagen oder Bootsstege nicht wieder genutzt werden können. In dieser Richtung werden wir in den koalitionsinternen Abstimmungen argumentieren“.

Ob es allerdings zu einer Lockerung kommt, ist natürlich weiter offen. Erste Tendenzen aus Äußerungen der Landesregierung lassen jedoch hoffen.