Die Zeit sportlich bedeutungsloser Freundschaftsspiele ist auch für die 16 Mannschaften der Fußball-Salzlandliga vorbei. Das Toreschießen scheinen die Teams während der Sommerpause nicht verlernt zu haben, was 46 Treffer zum Auftakt eindrucksvoll belegten. Entsprechend offensiv ausgerichtet ist auch die Volksstimme-"Salzlandelf des Tages."

Salzlandkreis l Da stand Kevin Clement am Sonntag in seinem ersten Salzlandliga-Spiel für den SV Wacker 90 Felgeleben und ließ sich seine gerade einmal 19 Jahre zu keiner Zeit anmerken. Freilich: Es gab für die etatmäßige Nummer zwei der Schönebecker schon aufregendere Tage zwischen den Pfosten, "aber Kevin hat eine tadellose Leistung abgeliefert", lobte Coach Thoralf Voß. Der Gegentreffer beim hervorragenden 7:1-Einstand des Aufsteigers gegen Eickendorf ging jedenfalls nicht auf Clements Kappe. Voß hob vor allem das abgeklärte Spiel des Youngsters hervor - "ein cooles Auftreten".

Diesem passten sich zwei Neuzugänge, Martin Glaser und Andy Drewes, sowie Tino Wohlgemuth an. Voß lobte "die tolle Laufbereitschaft" von Drewes. Trotz des gelungenen Auftakts bremste der Coach die Euphorie: "Es war eine engagierte und konzentrierte Vorstellung, der Sieg recht ungefährdet. Trotzdem bleiben wir auf dem Teppich."

In allzu hohe Sphären will auch der SV Rathmannsdorf nicht vordringen, zumal die unglückliche 2:3-Niederlage gegen Nienburg für Ernüchterung zum Start sorgte. "Einige haben Trainingsrückstand, das hat sich am Ende bemerkbar gemacht. Dennoch mache ich niemandem einen Vorwurf, hervorheben möchte ich aber auch keinen", so SVR-Coach Frank Oehme. Mannschaftlich geschlossen trat auch der FSV Dronhdorf/Mehringen im Premierenderby in Giersleben an. "Stellvertretend stand bei uns Sebastian Müller, der die Abwehr zusammenhielt und so gut wie jeden Zweikampf gewann. In so einem Spiel muss alles passen", lobte Trainer Sebastian Otte nach dem 3:2-Erfolg seines Teams.

Die Erfahrung, dass eben nicht immer alles passt, musste dagegen die TSG Unseburg/Tarthun beim 0:1 gegen Aufsteiger Neugattersleben machen. "Wir hatten drei, vier hochkarätige Chancen, erzielen aber das Tor nicht. Dann kommt ein Standard des Gegners durch und es steht 0:1. Das kann passieren", sagte Trainer Tino Kirst, dem der ballsicheren Neuzugang Daniel Gilz besonders gefiel. Schwer vom Spielgerät zu trennen war mit Vierfachtorschütze Christoph Vatthauer auch ein Bernburger Stürmer beim 7:2-Erfolg in Baalberge. "Beeindruckend war auch die Leistung von Marcel Wiedensee. Er hat einmal getroffen und fünf Tore vorbereitet", hob Einheit-Trainer Norbert Lehmann hervor.

Über spielerische Zweifel erhaben präsentierte sich auch die Reserve des Schönebecker SC. Obwohl nur zu zehnt angetreten, verstärkten vier Akteure aus dem Verbandsliga-Kader das Team, bei dem vor allem Doppeltorschütze Christian Heise hervorstach. Auf der Gegenseite hat "Andy Frehde unsere Stürmer gut eingesetzt", lobte Wolmirslebens Trainer Jürgen Kauws. Dieser kündigte zudem Protest gegen den Schönebecker 5:1-Sieg ein. Laut Regelwerk hätten die am Freitag in der Verbandsliga eingesetzten Akteure mindestens zwei volle Tage pausieren müssen.