Die SG Lok Schönebeck musste im letzten Spiel des Jahres in der Handball-Sachsen-Anhalt-Liga eine 32:41 (14:20)-Niederlage gegen den Tabellenführer HSV Naumburg/Stößen einstecken.

Schönebeck l "Wir haben nichts zu verlieren, können nur gewinnen", hatte Loks Trainer Dirk Heinrichs noch kurz vor dem Spiel verlauten lassen. Am Ende nach der deutlichen Niederlage war er nicht komplett unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Besonders der Drei-Tore-Lauf zwei Minuten vor der Halbzeitpause freute ihn: "Da hat man gesehen, dass wir auch schnellen und ansehnlichen Handball spielen können."

Es war die beste Phase in einem Spiel, welches schlechter nicht beginnen konnte für den Gastgeber. Nach 1:14 Minuten sah Stefan Kazmierowski wegen Foulspiels die rote Karte. Der Übeltäter gab in der Halbzeitpause zu Protokoll: "Ich wollte ihn blocken und treffe ihn unglücklich im Gesicht. Es war keine Absicht, die Strafe kann man aber geben." Seine Mannschafts-Kollegen mühten sich ohne ihn auf dem Parkett gegen die favorisierten Naumburger, lagen aber schnell mit 1:5, später mit 3:9 hinten. Das lag zum einen am schnellen und guten Angriffsspiel der Gäste und zum anderen an der mäßigen Chancenverwertung der Schönebecker, die reihenweise freie Würfe in den ersten Minuten vergaben.

Heinrichs ließ ab der 15. Minute in der Abwehr auf eine 5-1-Deckung umstellen. Tim Böttcher "kümmerte" sich um Marcel Kilz im halbrechten Rückraum, der das Spiel der Gäste lenkte und auch immer wieder selbst traf: "Damit hatten wir einen starken Mann aus dem Spiel", so Heinrichs. "Aber es gab noch zwei andere, die stark gespielt haben." Kurz vor der Pause betrieb Lok Schadensbegrenzung, kam vom 11:19 bis zum 14:20-Halbzeitstand heran.

Kazmierowski, der mittlerweile auf der Tribüne saß, gab für Hälfte zwei folgende Prognose ab: "Wenn wir bei einem Sechs-Tore-Abstand bleiben, ist das schon in Ordnung." Es kam kaum noch Spannung auf. Naumburg spielte seinen Stiefel sauber herunter. "Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass es noch eng werden könnte", sagte HSV-Trainerin Ines Seidler. Auf Seiten von Lok stachen Steffen Kliem und Robert Mennecke hervor. Auch Hendrik Grünig konnte nun ab und zu am Kreis freigespielt werden und Treffer erzielen. Falk Hohmann musste fast die komplette zweite Hälfte zuschauen, weil er zeitig zwei Zeitstrafen erhalten hatte. Das fand Heinrichs übertrieben und ärgerlich. Die vielen Zeitstrafen konnte sein Team nicht kompensieren. "Keine Frage, die Naumburger haben verdient gewonnen, aber sie wären auch ohne diese Entscheidungen als Sieger aus der Halle gegangen."

Für die Lok-Handballer ist das Spieljahr 2011 aber noch nicht abgeschlossen. Am Sonntag geht es im Pokal zum SV Oebisfelde II. Anwurf ist um 15 Uhr. Erst danach geht es in die verdiente Winterpause.

SG Lok Schönebeck: Schuster, Weiss - Kliem (8/2), Engelhardt, Hohmann (4), Grünig (5), Kazmierowski, Bauer (2), Schulz, Mennecke (7), Böttcher (4), Tomm (2)

HSV Naumburg/Stößen: Zacher, Beyer - Engelmann (1), Kluge (1), Benecke (9), Seyfahrt (11), Deibicht (3), Lange (1), Fende (1), Ufer (4), Kilz (10/4)

Siebenmeter: Lok 3/2 - Naumburg 5/4; Zeitstrafen: Lok 5 - Naumburg 4; Rot: Stefan Kazmierowski (Foulspiel, 1:14 Minute) - Schönebeck-; Sascha Kluge (3x2 Minuten, 53:83) -Naumburg-