Es fehlten die berühmten paar Prozent, um im Pokal eine Runde weiter zu kommen. Am Ende unterlagen die Handballerinnen von Lok Schönebeck am Sonnabend mit 24:27 (10:10) gegen den SV Irxleben.

Schönebeck l Eine Szene aus der zweiten Hälfte, die symptomatisch steht für die Saison: Beim Stand von 19:19 befanden sich die Gäste im Angriff. Die Schiedsrichter hatten schon den Arm oben, zeigten Zeitspiel an. Irxleben musste abschließen. Die Abwehr der Gastgeber rückte heraus auf die ballführende Spielerin, um sie zu blocken, im Glauben sie würde werfen. Doch diese spielte den Ball auf die nun völlig frei stehende Kreisspielerin, die mit wenig Problemen das Tor erzielte.

Es war zwar nicht die entscheidende Szene des Spiels, aber sie zeigte, dass es in einigen Momenten bei den Schönebeckerinnen noch an der letzten Konzentration fehlt. Auch Trainer Dirk Schedlo war sauer über dieses Gegentor. Immer wieder wies er seine Spiererinnen an, in der Abwehr zuzupacken, was größtenteils auch gut funktionierte. "Die Abwehrarbeit war besser als zuletzt", sagte Schedlo nach dem Spiel.

Für die Niederlage machte der Trainer andere Faktoren aus, so vor allem den fehlenden Biss im Angriff in den letzten zehn Minuten. "Da fehlt jemand, der vorangeht und Verantwortung übernimmt." Schedlo hatte vor allem Szenen wie folgende im Sinn: Vivien Goldgräbe bekam den Ball auf Rechtsaußen und hatte freie Bahn zum Tor, aber der Winkel war mehr als ungünstig, um einen Treffer zu erzielen. "Da muss sie die Aktion abbrechen und den Ball nochmal zurückspielen. Der Wille, Tore zu werfen, in allen Ehren, aber nicht so", bemängelte Schedlo.

Lok fand nur mäßig ins Spiel, lag zunächst 0:3 hinten. Nach und nach steigerten sich die Gastgeber, packten in der Abwehr besser zu und zeigten auch vorn Präsenz. So tilgten sie den Drei-Tore-Rückstand vom 2:5 über 5:7 und 6:8 zum 8:8-Ausgleich. Von da an verlief das Match nicht nur vom Spielstand her ausgeglichen. In die Kabinen ging es mit einem 10:10-Unentschieden.

Nach der Pause blieb das Spiel knapp. Die Führung wechselte stetig. Legte die eine Mannschaft vor, hatte die andere stets eine Antwort parat. Bis fünf Minuten vor Schluss lief es so. Dann erzielten die Gäste drei Tore in Folge zum 21:24. Lok kam jeweils noch zweimal schnell auf zwei Zähler heran, aber es reichte nicht mehr.

Trotz der knappen Niederlage fand der Trainer lobende Worte: "Die Mannschaft ist wieder auf einem besseren Weg. Sie hat gezeigt, dass sie Handball spielen kann", gab sich Schedlo abschließend zuversichtlich. Diese guten Ansätze sollen nun kompensiert werden, um im neuen Jahr wieder an die Erfolge aus dem vergangenen Jahr anzuknüpfen.

Lok Schönebeck: Suchan, Virkus - Goldgräbe (2), Bauer (3), Koeck (9), Sauer (1), Krause, Depta (3), Moschner, Kalwatz (4), Broßart (2), Helbig

SV Irxleben: Schöneck, Kling - Bethmann, Kracht (5), Lincke (6), Jennifer Reß (1), Jessica Reß (1), Stolz (4), Zornemann (1), Zunkel (8), Wolfram, Arendt

Siebenmeter: Lok 3/3 - Irxleben 6/6; Zeitstrafen: Lok 3 - Irxleben 5