Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens hat jetzt dem Landtag einen Bericht über die Vernässung vorgelegt. Er warnt vor überzogenen Erwartungen bei der Problemlösung und betont Schönebecks Vorreiterrolle im Land.

Schönebeck l Bereits im kommenden Jahr könnten erste Maßnahmen gegen Vernässungen landesweit umgesetzt werde. Darüber hat Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens das Kabinett unterrichtet. Die Stadt Schönebeck informiert aktuell in einer Mitteilung über die Ausführungen.

Neben den 30 Millionen Euro, die die Landesregierung für nachhaltige Maßnahmen in den kommenden Jahren einsetzen will, wird dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt für 2012 und 2013 jeweils 500000 Euro bereit gestellt, die in die Unterstützung von bereits laufenden Pilotprojekten fließen. Der Landtag muss der angedachten finanziellen Unterstützung aber noch seine Zustimmung geben. Aeikens warnte aber vor vorschnellen Hoffnungen: "Dafür sind die Schwierigkeiten mit der Vernässung in aller Regel zu komplex."

Im Zusammenhang mit seinen Informationen, lobte der Ressortchef das Wirken der Arbeitsgruppen. Eine besondere Rolle nehme die Stadt Schönebeck mit dem Pilotprojekt ein. Aeikens lobte die engagierte Arbeit in diesen Gremien: "Die Arbeitsgruppen, in denen Verbände, Kommunen Landes- und Kommunalbehörden mitarbeiteten, haben den Grundstein für den Kampf gegen die Vernässung gelegt. Damit ist Sachsen-Anhalt das erste Bundesland, das über eine komplexe, ausgehend von Kenntnissen vor Ort aufgestellte Problemanalyse in Blick auf Grundwasserprobleme verfügt." Nun gebe es für die betroffenen Regionen Ursachenanalysen und insgesamt rund 1900 Maßnahmevorschläge.

Phase aktiver Arbeiten kann 2012 starten

Aeikens: "Der Handlungsdruck ist groß und wir werden nur dann Ergebnisse erzielen, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen." Ziel müsse es sein, so der Minister, zu einem intelligenten Wassermanagement zu kommen, das in nassen und in trockenen Jahren funktioniere. Dabei gehe es um technische, finanzielle und rechtliche Umsetzung potenzieller Maßnahmen.

Die Bedingungen seien aber jetzt gesetzt, um weiter zu machen. "Wir haben nun die Voraussetzungen geschaffen für den Start von Phase zwei: Im kommenden Jahr können die Beteiligten die Umsetzung der Maßnahmen in Angriff nehmen."

Die Bereiche, die die Projekte umfassen, sind vielfältig. Sie betreffen, Fließgewässer, Ausbau und Unterhaltung von Gräben, Wasserstandsregulierungen, Vernässungen auf landwirtschaftlichen Flächen, Bodenversiegelung, Brunnennutzungen aber auch Bauleitplanung und Straßenentwässerung.

Die Landesregierung geht davon aus, dass der Jahreswechsel 2010 /2011 eine Art "Stresstest" für die bestehenden Systeme zur Regulierung des Wasserhaushalts gewesen ist. Eine wesentliche Entspannung der Grundwassersituation erwarten die Fachleute trotz der vergangenen trockenen Wochen kurzfristig aber nicht.

Weitere Informationen, Maßnahmen und Karten stehen im Internet auf der Ministeriumsseite unter www.mlu.sachsen-anhalt.de bereit