Kleinmühlingen l Die Landesklasse-Fußballer des TSV Kleinmühlingen/Zens brauchten eine Zeit, bis sie am Sonnabend vor einer Woche realisiert hatten, was sie da erreicht haben. Nach dem 2:0-Heimsieg über den SV Arminia Magdeburg, dem letzten Spiel vor der Winterpause, saß die Mannschaft noch in gemütlicher Runde zusammen, wirklich gelöst war die Stimmung aber dennoch nicht. "Irgendwie mussten wir das erst verarbeiten", blickte Trainer Mario Katte zurück.

Durch den siegreichen Hinrundenabschluss war nämlich klar: Der TSV ist Herbstmeister der Staffel II. Für den Aufsteiger fast ein kleines "Fußball-Wunder", wie auch Katte beurteilte: "Das gab es einfach bisher in diesem Verein noch nie. Ja, es ist der vorläufige Höhepunkt der Vereinsgeschichte." Und diese geht 2012 im Bezug auf den Fußball immerhin bereits in ihr 90. Jahr.

"Als Aufsteiger hat sich natürlich niemand von uns etwas ausgerechnet", so der Trainer weiter. Doch nach den bisherigen 15 Saisonspielen standen zwölf Siege, ein Unentschieden sowie zwei Niederlagen und natürlich der überraschende erste Platz zum Jahreswechsel.

Doch das Team und ihr Trainer sind Realisten genug, um den Teilerfolg richtig einzuschätzen. "Von einer Herbstmeisterschaft kann sich niemand etwas kaufen. Aber wir sind jetzt bis zum Rückrundenauftakt fast ein Vierteljahr lang Spitzenreiter. Der Blick auf die Tabelle lässt da natürlich die Brust ein wenig anschwellen", war Katte die Freude anzuhören.

Davon, dass mit dem inoffiziellen Titel auch die Erwartungen an den TSV gestiegen sind, wollte der Coach indes nichts wissen. "Wir wollen unter die ersten Vier einlaufen", gab Katte als Ziel aus. Immerhin: Vor Saisonbeginn entsprach der vorgegebene Kurs noch dem eines typischen Aufsteigers und lautete "Klassenerhalt."

Mit Beginn der Rückrunde am 25. Februar, im Heimspiel gegen den TSV Hadmersleben, muss sich das Team also mit dem Gedanken anfreunden, fortan Gejagter statt Jäger zu sein. Zudem hat es das Auftaktprogramm in sich, nach dem Heimspiel stehen gleich vier Partien auf fremden Geläuf an. Doch soweit wollte Katte gar nicht vorausblicken. "Jetzt zählt erst einmal nur der Moment und den wollen wir in vollen Zügen genießen. Wir sind einfach nur stolz darauf, ein kleines Stück Vereinsgeschichte geschrieben zu haben."

Das Bewusstsein um diesen Umstand realisierten seine Mannen übrigens nach dem Arminia-Spiel dann doch noch. Er entlud sich in einem kollektiven Ausbruch der Freude und in einer sehr langen Nacht. An Schlaf war jedenfalls bei den Spielern und dem Trainerstab des TSV frühestens am nächsten Morgen zu denken.