Die Salzlandliga hat von ihrem schlechten Ruf als "unfairste Spielklasse des Kreises" nichts eingebüßt, die Statistik der Hinrunde 2011/12 beweist dies erneut. Insgesamt wurden beispielsweise 468 gelbe Karten verteilt.

Salzlandkreis (imü/fna) l Nach der Hinrunde des aktuellen Spieljahres trügt die Statistik in einigen Rubriken, der schlechte Ruf als unfairste Spielklasse bleibt aber und ist von offiziellen Beobachtern bestätigt. Dafür stehen die gelben Karten: 5,14 pro Spiel. Im Vorjahr waren es noch 4,54. Geht man davon aus, dass Gelb-Rot gleich zwei gelbe Karten sind, leben die Fußballspiele von Nickligkeiten und Unterbrechungen. Bei 91 Partien wurde alle 17 Minuten die Farbe "Gelb" in die Höhe gehoben. Dazu kamen Unterbrechungen für die Feldverweise, das Behandeln von verletzten Spielern bis hin zum Auflösen von Rudelbildungen. Somit blieb kaum Zeit für das Fußballspielen.

Beschwerden von einigen Vereinsfunktionären und Trainern bestätigen die stehenden Foulspiele und Unsportlichkeiten von den Aktiven auf dem Platz. Plus dem Hinweis, dass die Schiedsrichter zu wenig durchgreifen und die so genannten "Spielmacher" und Torjäger zu wenig schützen. Eine Beobachtung, welche von der aktuellen Statistik und den Statistiken der vergangenen Jahre sehr treffend bestätigt wird.

Das unterstrich beispielsweise mit Michael Buschke ein Spieler vom Schönebecker SC II auf dem Staffeltag im August in Förderstedt. Er bemängelte die Unsportlichkeiten bei Begegnungen der Salzlandliga, die merklich zugenommen hätten. Ähnliches beobachtete Sebastian Pape, Trainer der SG Gnadau, die über Kreisklassen und Kreisliga in die Salzlandliga aufstieg, also auf einige Vergleiche verweisen kann, der darüber in einem Telefonat mit dem Staffelleiter sprach. Pape sagte zur Salzlandliga, dass es "die ruppigste Liga ist. Es wird zu wenig durchgegriffen." Des Weiteren wird in Gnadau darüber gesprochen, die Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurückzuziehen. Dass ein Spieler wegen Unsportlichkeiten zur Winterpause den Verein verlassen wollte, sei indes geklärt worden.

Inzwischen sind alle Vereine aufgerufen, sich zum Thema Fairplay zu äußern. Zudem ist angedacht, noch vor Beginn der Rückrunde einen Staffeltag zu diesem Thema durchzuführen.

In den Minuten zwischen den Unterbrechungen rollte aber der Ball. Das erste Tor der Saison erzielte Thomas Kneisel vom SV Wolmirsleben in der vierten Minuten in Spiel Nummer eins am 1. Spieltag gegen den FSV Drohndorf/Mehringen. Den schnellsten Treffer markierte Christoph Karasch von der TSG Unseburg/Tarthun in der ersten Minute gegen den 1. FSV Nienburg. Gleich zwei Akteure erzielten das letzte Tor der Hinrunde. Marko Krause vom SV Wolmirsleben in Ilberstedt und Florian Abram vom SV 09 Staßfurt II gegen Gnadau trafen jeweils in der 90. Minute.

Die Tabellenführung wechselte insgesamt fünfmal. Zwei Spieltage führte Egeln, dann übernahm viermal Förderstedt, bevor Wolmirsleben dreimal in Folge an der Spitze lag. Nach einem kurzen Wechsel zwischen dem SVF und dem SVW blieb Förderstedt die letzten beiden Spieltage an der spitze und sicherte sich die "Herbstmeisterschaft".

Die Heimspieltabelle führt überraschend der Schönebecker SC II an. Verblüffend ist jedoch, dass sich zuhause keine Mannschaft als echte Macht erwies. Winningen gewann fünfmal und damit die meisten Heimspiele, verlor aber auch zwei. Der SSC II hat zwar hinten die Null stehen, produzierte jedoch zu den vier Siegen noch drei Unentschieden. Die Fans sind dabei nicht immer der zwölfte Mann. Rathmannsdorf verweist zwar auf 546 Zuschauer auf dem eigenen Gelände, steht in der Tabelle jedoch nur auf dem vorletzten Platz. Nur ein Dreier, drei Unentschieden und drei Niederlagen.

SV 09 II auswärts am stärksten

Auf fremden Sportplätzen fühlt sich der SV 09 Staßfurt II wohler als auf dem heimischen Kunstrasen. In der Ferne gewann das Team viermal, spielte einmal Unentschieden und weist zwei Niederlagen auf, das bedeutet Platz eins in der Auswärtstabelle. Mit ebenso vier Siegen auf Gegners Plätzen folgen der SV Förderstedt, die TSG Unseburg/Tarthun und der SV Wolmirsleben. Auffällig ist, dass Aufsteiger Gnadau (Fünfter in der Heimtabelle) auswärts nur einmal in Gerbitz gewinnen konnte. Sechs Partien verlor der Aufsteiger auswärts - Platz 13. Schlechter ist nur noch Schlusslicht Gerbitz, das seinen einzigen Punkt am 2. Spieltag mit dem 2:2 in Rathmannsdorf holte. Auffallend ist zudem die schlechte Auswärtsbilanz vom SSC II. Zuhause Tabellenführer, auswärts Rang zehn ohne Sieg mit je drei Unentschieden und drei Niederlagen.

Da das Spiel zwischen dem SV 09 Staßfurt II und dem Schönebecker SC II gedreht wurde (das Match fand in Schönebeck statt), hat in der Rückrunde Staßfurt II das Heimrecht. Die Begegnung wird am 13. Mai 2012 um 14 Uhr ausgetragen. Aufgrund der milden Witterung fanden alle 91 Partien der Hinrunde plus dem ersten Spieltag der Rückrunde statt.

Beim Staffeltag im August in Förderstedt wurden alle Vereine informiert, bis zu einem Termin im September 2011 formlos die genutzten Trikotwerbungen dem Staffelleiter zu melden. Das passierte von keinem der bis dahin offenen Anmeldungen. Der Staffelleiter setzt mit dem 10. Januar 2012 einen neuen, aber letztmalig endgültigen Termin.

In der Salzlandliga wird ausschließlich mit dem elektronischen Spielberichtsbogen gearbeitet. Damit sind einige andere organisatorischen Themen zu beachten. Ein Thema sind die Mannschaftslisten im Internet. Die Listen im Salzlandkreis sind bislang offen gehalten worden. Diese werden jedoch sofort vom Staffelleiter geschlossen, so dass nur noch er die Nachmeldungen eintragen kann.

In der Ausschreibung sind Richtlinien für den Ordnerdienst aufgeführt. Die meisten Punkte werden von den Vereinen zuverlässig eingehalten. Das betrifft in erster Linie die Ausstattung mit Leuchtwesten. "Zum Spielende dürfen Ordner unaufgefordert das Spielfeld betreten, wenn sie merken, dass die Schiedsrichter von Spielern, Übungsleitern und anderen Personen unsachlich konfrontiert werden", erinnerte Staffelleiter Ingo Müller.

Zonen zum Schutz der Vereine

Ebenso sprechen die Richtlinien von einem sichtbaren Abgrenzen der Coachingbänke und -zonen gegenüber der Zuschauer. In diesem Punkt gibt es einige Reserven. Es ist nicht Aufgabe der Schiedsrichter, diese Vorgabe umzusetzen. Bei derartigen Missständen sollten sie die Staffelleiter informieren. Diese Festlegung ist wichtig, um die Vereine zu schützen. Zuschauer können für Unsportlichkeiten nicht entsprechend der Rechts- und Verfahrensordnung zur Rechenschaft gezogen werden. Dagegen gelten alle sich in den Coachingzonen befindlichen Personen als Vereinsmitarbeiter.

Am 23. Juni 2012 ist ein Spiel der Kreisauswahl in Neundorf vereinbart worden. In den nächsten Wochen und Monaten wird Ingo Müller intensiv Spieler beobachten und sie auf eine mögliche Berufung ansprechen. "Für Hinweise wäre ich dankbar. Schon deshalb, da sie Trainer und Vereinsmitarbeiter besser in ihrer Beständigkeit kennen als es mir in ein, zwei Spielen möglich ist."

   

Bilder