Schönebeck l Vor über 70 Jahren glichen die Box-Arenen im Kreis Hexenkesseln, wenn die Boxer aufeinander losgingen. Über 2000 Menschen sahen zum Beispiel die Kämpfe im Schönebecker Stadtpark. Immer mit dabei war auch Erich Barnick, heute 83 Jahre alt.

Am 21. Mai 1953 verkündete die Betriebszeitung des VEB Sprengstoffwerkes Schönebeck: „Erstmalig errangen vier Sportfreunde unserer BSG den Titel des DDR-Juniorenmeisters“. Neben Franz Kühn, Franz Heise und Jens Thomsen war es eben auch Barnick. Trainer der jungen Boxer war der damalige Ex-Profi Willi Franke. Und Barnick kann bis heute nicht wirklich vom Sport Abstand nehmen. Einen großen Anteil daran hatte sein ehemaliger Trainer Willi Bergmann, der bei einem tragischen Unfall im Sprengstoffwerk früh verstarb. „Er hatte die Gabe, aus den Jugendlichen nicht nur gute Boxer zu machen, sondern sie auch zu begeistern“, sagte der heutige 83-Jährige einst.

Erfolge ließen nicht lange auf sich warten

Mit zwölf Jahren – 1948 – begann die Karriere von Barnick. Der erste Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Ein Jahr später wurde der Schönebecker Kreismeister, 1952 Jugend-Landesmeister. Der größte Gewinn war der DDR-Juniorenmeister, im folgenden Jahr sicherte sich Barnick erneut den Titel. Schnell wurden andere Vereine auf den begnadeten Boxer aufmerksam. Mitte der 1950er führte die Reise den Schönebecker ins Ruhrgebiet, Barnick boxte in Düsseldorf und Aachen. 1960 ging der Weg zurück in die Elbestadt.

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Kurz danach war Barnick für den SCM aktiv und kämpfte bei internationalen Veranstaltungen. Die Machenschaften der DDR legten dem Boxer aber zahlreiche Steine in den Weg. Es folgten Anfang der 90er Jahre Angebote als Trainer, die Barnick - inzwischen 55 - ablehnte. Seit 1997 ist der Schönebecker Rentner. Doch dem Boxsport wird Barnick in Schönebeck und Umgebung immer ein Name sein, wenn über die Kämpfe der 40er und 50er Jahre gesprochen wird.

Auch ins Ausland, genauer gesagt nach Kanada, hat Barnick Kontakte. Vor gut 20 Jahren besuchte der Schönbecker seinen sechs Jahre älteren Freund Otto Kohlschmidt, der aus Barby stammt. Inklusive Schattenboxen im Haus. Ohne geht eben nicht.