Mücheln/Schönebeck (mha/mjc) l 3544:3543 Kegel hieß es am Ende für die Gäste aus Schönebeck, die damit den SV Geiseltal Mücheln im heimischen „Wolfsbau“ zum Wanken brachten. Die Elbestädter verließen damit zum vierten Mal in Folge ohne Niederlage die Platte.

Kegelfeuerwerk abgebrannt

Ungewohnt agierte der Gastgeber, der in der Bundesliga bisher stets souverän zwei Punkte auf den eigenen Bahnen einfahren konnte, zu Beginn mit Matthias Noack und Udo Volkland. Die grün-roten Schönebecker sollte das nicht beirren. Sie eröffneten das Kegelfeuerwerk mit Thomas Große und Michael Barth.

Große ging mit starken 162 Holz direkt in Führung. Barth hingegen strauchelte. Im zweiten Satz lief es für die Hausherren wie geplant. Trotz 151 von Große und 159 von Barth waren die Satzpunkte (SP) weg. Doch der zuletzt so starke Thomas Große gab weiterhin alles. Mit dem Tagesbestwert von 634 überrannte er in Hälfte zwei Müchelns Noack (567) und siegte mit 3:1. Im anderen Duell stand Volkland mit drei SP vor der letzten Bahn als Sieger fest. Doch Michael Barth drehte nochmal auf, um wieder Boden gutzumachen. Mit der besten Bahn der Partie und 174 Holz machte Unions Neuzugang satte 42 Kegel gut und blieb mit 607:610 nur ganz knapp hinter Volkland. Müchelns Plan ging damit nicht auf, Union führte mit satten 64 Zählern.

Michael Hagemeyer und Satino Stacke sollten im Mittelblock nun verwalten. Keine leichte Aufgabe gegen Wolfgang Roick und Andreas Kühn, den Mannschaftskapitän der Müchelner. Hagemeyer musste gleich zu Beginn 32 Zähler einbüßen, blieb dann aber immer wieder mit dem erfahrenen Andreas Kühn auf Augenhöhe. Der Müchelner Leitwolf wusste seinen Vorsprung über die Ziellinie zu bringen und siegte letztlich 3:1 (621:591 Holz). Michael Hagemeyer konnte dennoch lachen, denn seine Aufgabe, an Kühn dranzubleiben, erfüllte er wie geplant. Im anderen Duell sicherte sich Satino Stacke zunächst 0,5 SP dank der gleichen Kegelzahl von 154. Anschließend reichte dieselbe Zahl nicht, sodass Unions Youngster mit vier Kegeln ins Hintertreffen geriet. In der zweiten Hälfte verließ Stacke dann den anfänglich guten Kurs und musste sichtlich frustriert den MP mit 0,5:3,5 SP bei 574:601 Holz dem Müchelner überlassen.

Mücheln hatte nun drei Mannschaftspunkte, Schönebeck nur einen. Doch die Gäste lagen immer noch mit sieben Zählern vorn und hatten somit weiterhin gute Chancen auf etwas Zählbares – eine ungewohnte Situation für die Müchelner Max Mittag und Tobias Grötzner im Schlusspaar. Maik Siegemund und Guido Müller wollten dies zu ihrem Vorteil nutzen. Siegemund ging prompt mit acht Zählern in Führung, Müller büßte sieben ein. Union führte immer noch, Mücheln wurde nervöser. Siegemund begann dann zu straucheln, Mittag nutze dies in den Vollen gnadenlos aus. Im anderen Duell hob Müller urplötzlich die Hand, eine Verletzung. Wechselspieler Lars Schneidereit schien sichtlich geschockt und begann prompt mit der Erwärmung. Müller biss jedoch die Zähne zusammen und spulte die restlichen Würfe dieser Bahn dank seiner großen Erfahrung routiniert ab. Doch der SP war erneut weg.

Schneidereit kam dann für ihn in die Partie und begann gut. Er lag vor dem letzten Wurf einen Kegel vor Grötzner. Dieser versuchte nun, den Schönebecker mit seiner Mimik einzuschüchtern. Ein folgenschwerer Fehler, denn so war es Schneidereit, der sich weiter auf sein Spiel konzentrierte und den entscheidenden letzten Wurf richtig setzte. Auch auf der Folgebahn schien im Kopf des Gastgebers der Schönebecker Keim zu reifen und verunsicherte den zuvor so souveränen Grötzner mehr und mehr. So blieb Schneidereit trotz der mäßigen Schlussbahn oben auf und machte wie zuvor sechs Zähler gut. Mit 571:559 blieb der Punkt dennoch beim Müchelner.

Nun waren alle Augen auf das Duell Mittag-Siegemund gerichtet, in dem der Gastgeber vor der letzten Bahn mit 14 Zählern 2:1 vorn lag. Druck für die Union? Nein, denn alle Anhänger der Grün-Roten machten deutlich, dass es nicht sie waren, die hier etwas zu verlieren hatten. Und so patzte auch Mittag in den Vollen, während Maik Siegemund mit Neuner Salven um sich schoss und vor dem Abräumerspiel im Gesamtergebnis 13 Kegel mehr auf der Anzeige hatte. Mittag fand zurück in die Spur und beendete mit starken 61 Räumern sein Spiel mit 573 Kegeln. Siegemund blieb nun noch ein letzter Wurf auf das volle Bild. Drei Zähler lag er indes zurück. Der MP war zum Greifen nah. Doch dieser allein sollte Union nichts bringen. Jetzt zählte nur noch die „Neun“, die Schönebeck zum Unentschieden verhelfen sollte. Der Elbestädter spielte ab. „Der passt!“, schrie eine Stimme aus dem Publikum und tatsächlich, der Wurf kam sehr gut. Die Kegel flogen umher, sieben sofort, dann der Achte und dann auch noch der Neunte. Es war geschafft, Teufelskerl Maik Siegemund brachte seine Farben im letzten Wurf mit einem einzigen Kegel in Führung und sorgte mit 579 Holz für das unglaubliche Unentschieden.

Statistik

Union Schönebeck: Große (634), Barth (607), Hagemeyer (591), Stacke (574), Siegemund (579), Müller/Schneidereit (559)