München/Schönebeck l Nach gut fünf Stunden Fahrt erreichte das Classic-Kegler-Team von Union Schönebeck aus der 2. Bundesliga am Sonnabend sein Ziel, die Kegelbahn des SKK Chambtalkegler Raindorf in Bayern. Mit dem Vorjahresvierten in der 1. Bundesliga und Drittplatzierten des DKBC-Pokals hatten es die Anhaltiner mit einer echten Spitzenmannschaft zu tun. Ein Weiterkommen schien daher fast unmöglich, dennoch wollte Schönebeck alles geben. Auch wenn der Plan zu Beginn aufging, musste sich Schönebeck mit 2,5:5,5 nach Mannschaftspunkten (MP) und einem Gesamtergebnis von 3430:3594 Holz geschlagen geben.

Startpaar legt gut vor

Andreas Hagemeyer und Thomas Große als Startpaar machten ihre Sache hervorragend. Große lieferte sich ein wahres Kopf-an-Kopf-Duell mit Michael Kotal und hatte sich nach drei Bahnen und zwei Satzpunkten (SP) ein ordentliches Kegelpolster angelegt. So reichte auch eine starke 160er Schlussbahn des Gastgebers nicht aus, um dem Schönebecker hier noch den MP streitig zu machen (2:2 SP, 583:568).

Ähnlich gut lief es für Hagemeyer, der sich zwar nach einer mageren 133er Bahn den SP mit Christian Schreiner teilen musste, dann aber richtig aufdrehte und bereits nach dem dritten Satz mit 2,5 SP den MP inne hatte. Doch auch hier verlief die letzte Bahn ähnlich wie bei Große, sodass Hagemeyer noch einige Kegel abgab. Mit 592:600 Kegeln behielt Union trotz des geringeren Ergebnisses den MP.

Mit Daniel Schmid und Milan Svoboda brachten die Bayern nun die richtig großen Geschütze auf das Parkett. Michael Hagemeyer und Lars Schneidereit wollten hier so gut es geht mithalten und versuchten, den einen oder anderen SP zu ergattern. Der zweifache deutsche Meister Schmid zeigte direkt sein Können mit einer starken 165er Bahn und ließ auch in Folge nicht locker. So hatte Michael Hagemeyer nur im dritten Satz eine Chance auf einen SP. Nach zwei Neuner-Würfen blieb die dritte Neun im letzten Versuch aus und so musste sich der Schönebecker mit einem satten 0:4 bei 565:627 Kegeln abfinden.

Obwohl Schneidereit zu Beginn noch mit 1:0 in Führung ging, hatte er anschließend deutlich einzustecken. Im dritten Satz nutze Schneidereit, ähnlich wie sein Nebenmann, nicht die Gunst der Stunde und musste sich am Ende mit 573:620 Holz bei 1:3 SP gegen Svoboda geschlagen geben.

Raindorf drehte die Partie und führte nun deutlich. Schönebeck klammerte sich daher an die kleine Hoffnung beide MP, inklusive sieben von acht SP zu holen. 6,5 SP hätten zum Sudden Victory gereicht.

Nico Just und Guido Müller sollten sich dieser Herausforderung stellen. Direkt im ersten Satz wurde klar, dass es keine leichte Aufgabe wird, denn die Bayern machten Druck. Doch Schönebeck hielt dagegen, Just (314) und Müller (290) gingen jeweils in Führung. Im dritten Satz ging es nun Schlag auf Schlag. Starke 167 und 143 Holz von Alexander Raab und Philipp Grötsch brachten die Rot-Grünen zu Fall und ließen den zwischenzeitig sehr still gewordenen Saal wieder kochen.

Während sich Müller letztlich mit 1:3 SP und 525:587 geschlagen geben musste, konnte Just bei 2:2 SP eine Punkteteilung erspielen. Er und sein Gegenüber Grötsch erreichten beide 592 Kegel.

Am Ende konnte sich der Bundesligist gegen den Aufsteiger in die 2. Liga doch durchsetzen und zieht damit in die nächste Runde des Pokals ein. Das Aus für Schönebeck ist trotzdem kein Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Denn Müllers Team konnte das Spiel bis zur vorletzten Bahn offen halten gegen eine Mannschaft, die im vergangenen Jahr nur eine Niederlage auf der eigenen Bahn hinnehmen musste. Am kommenden Sonnabend geht es direkt weiter, denn das nächste Punktspiel wartet. Die Wölfe des SV Geiseltal Mücheln sind zu Gast in der Elbestadt.