Calbe/Thalheim l Felgentief standen die Calbenser Fahrrad-Trialer im sächsischen Thalheim im Schlamm. Das Regenwetter beim zweiten und letzten Meisterschaftslauf der Ostdeutschen Meisterschaft passte gut zur Jahresbilanz des Wettbewerbs. Statt neun Läufen im Vorjahr konnten diesmal nur zwei stattfinden, die Teilnahmerzahl lag mit noch nicht einmal 50 Sportbegeisterten auf erschreckend niedrigem Niveau.

Viel Training, kaum Wettkämpfe

Dennoch sind die Trialer glücklich und dem MSC Thalheim dankbar, dass es überhaupt noch einen Wettkampf gab. „Es hat Spaß gemacht und sich auf jeden Fall gelohnt“, betonte Oliver Uhlmann vom FTC, „für uns war vor allem wichtig, uns einmal zu vergleichen und zu sehen, wo wir stehen beziehungsweise unsere Defizite sind.“ So haben die Calbenser Radsportler in den vergangenen Monaten zwar fleißig auf ihrem Vereinsgelände trainiert, die Höhepunkte einer Meisterschaft fehlten jedoch völlig. „Wir hatten auch wieder einen eigenen Lauf Anfang Oktober geplant“, erklärte der FTC-Vorsitzende Jörg Treue, „aufgrund der unklaren Situation dann aber doch davon abgesehen.“ So wie den Saalestädtern erging es auch den anderen meist sehr kleinen Vereinen. Lediglich die beiden ostdeutschen Hochburgen Schönborn (Brandenburg) und Thalheim (Sachsen) wagten sich an die Organisation unter Corona-Bedingungen.

„Es war relativ kurzfristig, aber wir haben uns gefreut, dass es geklappt hat“, schätzte Uhlmann ein, bedauerte aber, „leider hat das Wetter überhaupt nicht mitgespielt. Das Trainingsgelände lag den ganzen Tag in den Wolken, es war kalt, regnerisch und schlammig.“ Nun sind alle drei Wetterbedingungen wahrlich nichts, was einen Trialer abschreckt, aber trotzdem wären die drei Kinder und Jugendlichen wohl lieber bei Sonnenschein gefahren. Der Wettkampf selbst war gewohnt gut organisiert und das Niveau anspruchsvoll. „Gerade auf Holz war es zwar teilweise sehr rutschig, aber die Sektionen waren alle fahrbar“, schätzte Uhlmann ein.

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Alle drei FTC-Fahrer knacken 200er-Marke

Für den FTC machten sich drei Radler auf den Weg ins kühle Erzgebirge. Mit Bronze bei den Experten kehrte Robbie Sperl zurück. Nach einer schwächeren Auftaktrunde steigerte er sich in den beiden weiteren Durchgängen und sammelte am Ende 280 Punkte. In derselben Wettkampfklasse war sein Mannschaftskollege Lukas Uhlmann angetreten und zeigte ebenfalls, dass er im Verlauf des Tages immer besser mit den Sektionen zurechtkam. Mit 210 Punkten erreichte er schließlich einen achtbaren fünften Platz. Der dritte im Bunde war Ben Focke, der in der Klasse Schüler U11 seinen ersten Wettkampf fuhr und mit 210 Punkten auf den sechsten Platz kam.

„Natürlich waren die Kinder aus Thalheim und Schönborn führend“, räumte Uhlmann ein, war mit dem Ergebnis grundsätzlich aber zufrieden, „es ist okay gewesen und wir wissen, woran wir noch arbeiten müssen.“ Und das wichtigste ist ja ohnehin: Es hat Spaß gemacht, auch wenn Fahrräder und Sportler eine Menge Schlammspritzer abbekamen.

Für die ostdeutschen Fahrrad-Trialer war die abgelaufene Saison indes nicht nur wegen der Covid-19-Pandemie eine Herausforderung, sondern auch mit Blick auf das neue Regelwerk, das in diesem Jahr erstmals angewendet wurde. „Bisher wurden nur die Strafpunkte gezählt, das heißt Bodenberührungen innerhalb der Sektion. Maximal fünf waren möglich“, fasste der Vorsitzende kurz zusammen. Das wurde nun verändert. Die Sektionen werden in Zonen eingeteilt, für deren fehlerfreie Durchfahrung es Pluspunkte gibt. „Für die Fahrer ist das vorteilhafter und gerade für die Anfänger motivierender“, schätzte Uhlmann nach den Erfahrungen in Thalheim ein.

Ziele für das kommende Jahr sind gesteckt

Mehr Arbeit kommt allerdings auf die Vereine zu, die ihre Punktrichter deutlich umfangreicher schulen und vor allem mehr Personal bereitstellen müssen. „Für einen kleinen Verein wie unseren wird das sehr schwer werden“, so Treue, betonte aber, dass die Mitglieder sich dennoch dafür ausgesprochen haben, im Jahr 2021 wieder einen Meisterschaftslauf an die Saale zu holen und die entsprechenden Helfer zu rekrutieren.

Für die nächste Zeit sind gemeinsame Aktivitäten allerdings erst einmal tabu. Die jungen Sportler, die aus Calbe, Nienburg und Umgebung kommen, müssen allein für sich trainieren, solange es das Wetter zulässt. Für die neue Saison, die im Frühling beginnt, haben sich die Calbenser Radsportler aber bereits die nächsten Projekte auf die Fahnen geschrieben. Allen voran steht dabei der Ausbau des Trainingsgeländes und das Ziel, weitere Kinder und Jugendliche für diese besondere und seltene Sportart zu begeistern.