Schönebeck l Am Dienstag lud die sportliche Führung von Union Schönebeck den Trainer sowie Teile des Mannschaftsstabs zu einem Gespräch ein. Ungewöhnlich war dabei, dass alle Anwesenden in Sportkleidung kamen. Denn direkt nach dem Training fanden sich alle Beteiligten ein. Nach einiger Zeit stand dann fest: Union wird nicht mit Andreas Sommermeyer und Andreas Rauchensteiner in die kommende Landesliga-Saison gehen.

Meinungsänderung in drei Wochen

Auch Tage später war Sommermeyer leicht fassungslos. „Es hat mich schon überrascht“, sagt er. Denn erst Anfang April gab es Gespräche. Damals sagte der Ex-Trainer: „Der Verein hat mit mir gesprochen und man möchte mich behalten.“ Drei Wochen später sieht alles anders aus. Der Verein begründet die Entlassung mit der sportlichen Talfahrt und den teilweise lustlosen Auftritten der Mannschaft. Gegipfelt ist es in der herben 0:8-Niederlage gegen Tabellenführer Ramonta Amsdorf. „Uns hat die Überzeugung gefehlt, dass wir mit dem bisherigen Trainerteam auch über den Sommer hinaus erfolgreich weiterarbeiten können“, heißt es in der Pressemitteilung vom Verein.

Vor drei Wochen waren sich die Verantwortlichen sicher, dass es mit beiden weitergeht. Dass die sportlichen Ergebnisse ausblieben und die Mannschaft weit unter dem eigentlichen Niveau spielt, ist nicht von der Hand zu weisen. Ein Blick auf die Tabelle sagt alles. Eine Rettung ist jedoch nicht mehr in Sicht, sportlich steht diese Entscheidung länger fest.

Es ist auch nur ein Grund für die Trennung. „Das Training und der Trainer waren nicht das Problem. Aber seit anderthalb Jahren geht es bergab. Die Mannschaft hat sich immer weiter aufgegeben. Dann hat der Verein einen Cut gesetzt, bevor die Stimmung noch negativer wird“, erzählt Interimstrainer und Kapitän der Unioner Mathias Rhode. „Die Emotionen und der Kampfgeist waren weg.“ Sommermeyer verrät derweil, „dass der Verein Angst hatte, dass viele dann keine Lust mehr haben und sich abmelden würden.“

Augenscheinlich erreichte Sommermeyer die Mannschaft nicht mehr, doch der Ex-Coach „hatte nie das Gefühl. Das Team hat immer alles versucht, aber auch ich kann keine Luftschlösser bauen. Die Jungs waren bemüht. Die Ausfälle nehmen einen Trainer zudem mit.“ Somit waren dem Ex-Coach in vielen Situationen auch die Hände gebunden.

Die Landesliga-Planungen haben bei Union einen großen Sprung gemacht. Thomas Sauer wird die Elbestädter in der kommenden Spielzeit übernehmen. Ein früheres Engagement ist nicht möglich, da der 49-Jährige noch den Landesligisten SV Irxleben trainiert. Daher wird Rhode auch am kommenden Spieltag die Verantwortung als Trainer haben. Am Sonntag spielen die Unioner um 14 Uhr gegen Fortuna Magdeburg.