Barby l Kampf, Leidenschaft und Emotionen. Das sind Tugenden, mit der jede Mannschaft in ein Spiel gehen sollte, vor allem wenn der Vorjahresfinalist zu Gast ist. Und der SSV Blau-Weiß Barby nahm den Kampf im Salzlandpokal gegen die ZLG Atzendorf aus der Landesklasse an. Sinnbildlich: Auf dem Platz in Gnadau versprang Abwehrspieler Thomas Frauendorf der Ball, Chris Güttel schnappte sich das Leder und wurde im letzten Moment von Frauendorf am Torschuss gehindert. Am Ende nützte es nichts. Der Kreisligist musste sich dem Favoriten mit 2:5 nach Verlängerung geschlagen geben.

Doch der kämpferische Auftritt von Barby stellte die Gäste aus Atzendorf vor Probleme. „Wir sind mit der robusten Art der Gastgeber nicht klar gekommen“, musste auch Heinz Weile, Trainer der ZLG Atzendorf, einsehen. Dennoch war es der Favorit, der durch Marcel Maier in Führung gehen konnte (18.). Vor allem die Spielweise der Blau-Weißen bereitete den Atzendorfern Sorgen, denn die langen Bälle wurden oft unterschätzt. Und so kam der Außenseiter zum Ausgleich. Einen dieser langen Bälle verwertete Florian Brandt zum 1:1 (32.).

„Die optische Überlegenheit von uns war zu sehen, doch wir hatten auch Glück“, sagte Weile. Denn im zweiten Durchgang machte Barby Dampf. „Wir haben gezeigt, dass wir es drauf haben“, war SSV-Coach Dirk Brandt stolz auf den Auftritt seiner Mannschaft. Nach einem Eckball hatten sowohl Norman Waschmann als auch Lars Pinkert, der es aus 15 Metern probierte, die Führung auf dem Kopf (54.). Nur vier Minuten später scheiterte Simon Wolff aus kurzer Distanz am stark reagierenden Sascha Eisenträger. „Wir haben einfach zu viele Chancen liegengelassen“, sagte Brandt. Und dann spielte die ZLG ihre Erfahrung aus. Timo Schäfer trat eine Ecke und Kai Hänsch vollendete (72.).

Fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit versetzte Karsten Wilberg sein Team in Ekstase. Nach der Vorarbeit von Brandt traf Wilberg und verschaffte seinem Team einen moralischen Schub. In der Verlängerung schwanden dann beim Kreisligisten jedoch die Kräfte. Und Atzendorf nutzte diese neuen Freiräume konsequent aus. Kay Faatz und Hänsch mit einem Doppelpack erlösten den Favoriten in der Verlängerung.

„Barby hat uns aggressiv gestört. Das war heute ein hartes Stück Arbeit“, musste auch Weile nach der Partie zugeben. Sein Gegenüber war etwas enttäuscht, denn Barby hatte gute Möglichkeiten, selbst die Führung zu erzielen. „Ich bin zufrieden, auch wenn das Ergebnis etwas zu hoch ist. Wir sind zuhause eine Macht und so habe ich meine Mannschaft auch eingestellt. Die Moral bei allen hat gepasst“, resümierte Brandt.

Atzendorf geriet gegen Barby ordentlich ins Schwimmen, rettete sich dennoch ins Ziel. „Es war ein schöner Pokalfight. Es war ein Spiel mit viel Leidenschaft“, fand Brandt passende Worte für das Spiel.

Barby: Allenstein - Friedrich, Waschmann (87. Eichstädt, Kade, Wolff (95. Weckner), Pinkert, Brandt, Wilberg, Schmutzler (105. Fleischer), Bittkau (83. Krüger), Frauendorf

Atzendorf: Eisenträger - Schmidt, Maier, Schäfer, Faatz, Linsdorf, Hänsch, Sura, Güttel, Horn (120. Knoll), Gehrke (91. Rübsam) Tore: 0:1 Marcel Maier (18.), 1:1 Florian Brandt (32.), 1:2 Kai Hänsch (72.), 2:2 Karsten Wilberg (86.), 2:3 Kay Faatz (94.), 2:4, 2:5 Kai Hänsch (112., 120.); ZS: 75; SR: Marcel Mönner