Breitenhagen l Andreas Engler tänzelte auf der Linie. Die Psychotricks des Torhüters zeigten Wirkung, denn sein Gegenüber ließ sich davon beeinflussen. Engler tauchte in die richtige Ecke ab und hielt den scharf geschossenen Elfmeter. Er wurde zum großen Helden am 1. Mai 2000 in Felgeleben, als der Kreisligist SV Blau-Weiß Breitenhagen den Fußball-Landesklasse-Vertreter SV Förderstedt im Elfmeterschießen besiegte und somit zum Kreispokalsieger wurde. Der bisher größte Erfolg der Männermannschaft. „Damit hatte wirklich niemand gerechnet. Das Gefühl war einmalig“, erinnert sich Volker Elze, der als 35-Jähriger das Geschehen von der Bank aus beobachtete.

Elfmeterschießen bringt Entscheidung

Der Weg ins Finale war dabei so einmalig, wie der Gewinn selbst. Eggersdorf wurde mit 4:3 besiegt, gegen Pretzien wurde ein 0:1-Rückstand durch Silvio und Guido Siebert gedreht und im Finale wartete der „große“ SV Förderstedt. Nach zögerlichem Beginn war es der Außenseiter, der durch einen Sonntagsschuss von Kay Rehneke in Führung ging. „Das war kurios. Von der Latte prallte der Ball an den Rücken des Keepers und dann ins Tor“, erzählt der heute 54-Jährige. Doch der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. „Über die gesamte Spielzeit war es ein sehr ausgeglichenes Match“, so Elze. Die erneute Breitenhagener Führung durch Marco Parthun fand wegen Abseits keine Anerkennung. Auch in der Verlängerung gab es keine weiteren Treffer und so wurde im Elfmeterschießen der Sieger ermittelt.

Doch im Vorfeld hatte Elze ein ganz schlechtes Gefühl. „Zwei unserer sichersten Schützen wollten nicht. Also mussten zwei andere ran. Ganz wohl war mir nicht“, gibt Elze seine früheren Ängste preis und wurde eines besseren belehrt. „Einer hat sogar beim Schuss in den Boden getreten. Dadurch ist der Ball aber reingegangen“, erinnert sich der ehemalige Spieler an den Verlauf. Da aber Engler einen guten Tag erwischte, waren kurz nach der Entscheidung alle Zweifel beseitigt und Silvio Siebert hob den Pokal in den Himmel. „Wir wurden von Förderstedt schlichtweg unterschätzt“, fasst Elze das Finale zusammen.

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Mit dem Bus ging es dann zurück nach Breitenhagen. „Durch Groß Rosenburg sind wir extra langsam gefahren“, um dem Rivalen den Pokalerfolg unter die Nase zu reiben, denn die Rot-Weißen sind gegen Pretzien zuvor gescheitert. In Breitenhagen angekommen ging die richtige Feier dann los. Und der Kreispokalerfolg wird auch weiterhin der Größte in der Vereinsgeschichte sein, dafür muss man kein Prophet sein. Denn in Breitenhagen gibt es derzeit keine Männermannschaft. Einzig ein Frauen- und ein Altherrenteam sind aktiv.