Calbe l Aufgrund vieler personeller Ausfälle musste Marko Fiedler, der Trainer der TSG Calbe, seine Mannschaft gehörig umstellen. Auch der Coach selbst stand auf dem Spielberichtsbogen als Einwechsler parat. Doch dazu kam es dann nicht. Da es aber auf der Linksverteidigerposition zu einem Engpass kam, musste Enrico Palm, eigentlich ein Mittelfeldspieler, auf die ungewohnte Position. Auch Lucas Schulz, eigentlich Torwart, durfte als Feldspieler agieren und bekam in den letzten vier Minuten die Möglichkeit mitzumischen.

Viele Ausfälle und zwei kurzfristige Absagen und das vor dem Spiel gegen den Tabellenführer. Aber Fiedler machte mit seinen Notumstellungen an diesem Nachmittag alles richtig. Mit 1:0 (0:0) gewann die TSG Calbe das Ligaspiel gegen den Primus SV Westerhausen. „Die Körpersprache war gut und der Wille hat auch gestimmt“, sagte der Trainer nach dem Spiel. Und das war von der ersten Minute an zu sehen. Im Gegensatz zur Vorwoche agierte die TSG über weite Strecken konzentriert und kombinierte sich über den Platz, der in einer sehr guten Verfassung war. Somit gehörte der TSG auch die erste Chance der Partie. Nach einem Freistoß kam Florian Schmidt mit dem Kopf an den Ball. Doch der Versuch flog knapp über das Gehäuse.

Adrian gelingt der Siegtreffer

Calbe blieb dran und war immer wieder gefährlich. Vor allem die langen Diagonalbälle vom Linksverteidiger Palm brachten den SV Westerhausen gehörig ins Schwimmen. Weit und präzise segelte das Spielgerät auf die rechte Seite, wo Schmidt stand und Tempo aufnehmen konnte. Aber nicht nur Schmidt profitierte von den Bällen, auch Lucas Dübecke. Nach einem solchen Pass scheiterte der Stürmer am Gästetorwart. „Diese Bälle waren angesagt. Florian sollte dann marschieren und einige Male hat es gut funktioniert“, lobte der Coach. Und dass der Einsatz und Wille stimmte, zeigten die vielen Zweikämpfe. „Die faire Zweikampfhärte müssen wir abliefern“, sagte Fiedler. In der ersten Halbzeit hatte die TSG das Spiel gut im Griff. Westerhausen kam nicht oft vor das Tor der Saalestädter. Und wenn es gefährlich wurde, war Benjamin Richter zur Stelle.

Nach der Pause dann das gewohnte Bild. Calbe lief dauerhaft an und zwang den Gegner zu Fehlern. So gewann Keven Harms im Mittelfeld ein Kopfballduell und die Kugel wurde zu Maik Adrian gepasst. Der Stürmer behauptete sich, schlug im Strafraum noch einen Haken und versenkte die Kugel mit links im rechten unteren Eck (57.). Alle Spieler liefen zu Adrian und feierten den Torschützen. Auch die Bank der Saalestädter war aufgesprungen und lag sich in den Armen.

Nach dem Rückstand drängte Westerhausen dann auf den Ausgleich. In der 77. Minute bekamen die Gäste eine Ecke, die in den Strafraum geschlagen wurde. Nach einem Kopfball segelte der Ball auf das Tor zu und Evgeni Denisenko rettete auf der Linie. Da rutschte allen Calbensern das erste Mal das Herz in die Hose. In der zweiten Situation wurde es dann noch einmal brenzlig. Nach einer Flanke ging der eingewechselte Marco Michaelis nach einem Zweikampf mit Thomas Hellige zu Boden. Alle Akteure der TSG hielten den Atem an. Der Schiedsrichter besprach sich mit seinem Assistenten und entschied auf Freistoß für die TSG. Das war auch das Ende der Partie und die TSG sicherte sich drei Punkte. „Es stand zwar die gleiche Mannschaft auf dem Platz, von der Einstellung war es aber eine andere“, meinte der Trainer nach dem Spiel. Einen kleinen negativen Aspekt war für Fiedler, dass „wir manche Angriffe konsequenter zu Ende spielen müssen, wir hatten die Chancen den Bock umzustoßen“, aber nach diesem Erfolg wird der Coach darüber hinweg sehen können.

TSG Calbe: Richter - Buszkowiak, Harms, Denisenko, Schmidt, Adrian (85. Lull), Baartz, Hellige, Gernat, Palm, Dübecke (90. Schulz)

Tore: 1:0 Maik Adrian (57.); SR: Christian Naujoks (SSV Besiegdas Magdeburg); ZS: 42