Welsleben l Der Name Betzenberg ist in ganz Deutschland ein Begriff. Auf dem „Betze“ trägt der 1. FC Kaiserslautern seine Heimspiele aus. Heute heißt die Heimspielstätte des Drittligisten Fritz-Walter-Stadion, benannt nach der größten Legende des FCK. Der Hype um den Betzenberg ist jedoch nie abgerissen. Aber warum hieß das Stadion überhaupt so? Der Betzenberg ist ein 285 Meter hoher Berg in Kaiserslautern. Er erhebt sich circa 50 Meter über das Stadtgebiet und thront somit über allem. In Welsleben ist es ähnlich. Der ortsansässige MTV trägt seine Spiele auf dem Beetzenberg aus und erlangte so in den umliegenden Gemeinden ebenfalls große Bekanntheit. Denn auch der Beetzenberg liegt auf einer Anhöhe. „Der Name leitet sich in der Tat vom Betzenberg in Kaiserslautern ab“, weiß Marcel Fronecke, Trainer des MTV. Er selbst ist fest verwurzelt mit dem Dorf.

„Lange Zeit war die Kneipe in Privatbesitz. Der Eigentümer wollte es aber nicht einfach ‚Gaststätte am Sportplatz‘ nennen. Da der Platz auf einem Berg liegt, hat er es dann als Beetzenberg bezeichnet“, erzählt Fronecke über die Geschichte des Namens.

Und es lassen sich noch weitere Parallelen zum großen Vorbild in Rheinland-Pfalz ziehen. „Auch wir haben viele Zuschauer. Es macht einfach riesig Spaß, dort zu kicken“, so der 34-Jährige. Er selbst ist ein Urgestein im Welsleber-Fußball. Bereits zu Jugendzeiten kickte Fronecke auf dem „Beetze“ und liebt es weiterhin, dort auf dem Platz zu stehen.

Hausecke ragt fast auf den Platz

Eine weitere Besonderheit hat der Platz in Welsleben noch aufzubieten. Die Hausecke der Kneipe ragt fast bis auf den Platz. Nur wenige Meter trennen beides und macht es somit auch schwer, sich gekonnt durch die Verengung hindurch zu schlängeln. „Drei Personen nebeneinander passen auf keinen Fall durch“, sagt der Coach lachend. „Es ist nicht gerade praktisch, hat aber auf das Spiel keinen Einfluss“, so Fronecke. Einen Vorteil hat das Eck dennoch. Viele Zuschauer suchen sich Deckung vor dem Wind und stellen sich gerne dahinter. „So lange wie ich denken kann, steht das Ganze so. Das sind über 30 Jahre“, sagt der Coach. Im Salzlandkreis ist es auch eine Art Alleinstellungsmerkmal. Die Gitter vor den Fenstern sind ebenfalls seit Ewigkeiten daran verbaut, vermutlich zum Schutz. Ansonsten hätte die ein oder andere Scheibe bereits getauscht werden müssen.

Damit der geliebte Beetzenberg sich auch in Zukunft von seiner besten Seite zeigen kann, werden kleine Arbeiten am Platz getätigt. Die Kneipe ist inzwischen an den Verein übergegangen. Und der MTV geht einen weiteren Schritt, damit die Umgebung rund um den Beetzenberg sauber bleibt. „Wir stellen von Einweg- auf Mehrwegbecher um“, erzählt der Coach, damit der Kult noch lange anhalten kann.