Kleinmühlingen l Bevor die Grün-Weißen aus Kleinmühlingen allerdings Neuland betraten, denn die Mannschaft spielte noch nie in der Landesliga, gab es eine kleine Überraschung für die Aufstiegshelden. Die Duelle geht die Elf um Coach Mario Katte in neuen Trikots an. Dazu war Juliane Biermordt von der „Biermordt Spedition“ zu Gast auf dem Sportplatz und überreichte die grünen Gewänder. Glück brachten die Trikots dem Aufsteiger allerdings nicht, denn die Auftaktpartie vor heimischem Publikum ging mit 2:4 (1:2) verloren. Sehr zum Ärger von Katte: „Alle Treffer fielen nach individuellen Fehlern. Das beginnt bei ganz einfachen Sachen und endet dann bei einem Gegentreffer“, erklärte er.

Munterer Start

Die Misere begann bereits in der 15. Minute. Einen katastrophalen Fehlpass fingen die Unioner ab, der Ball wurde mit einem schnellen Pass in die Spitze geleitet, wo Marcus Bolze vor TSV-Keeper Sebastian Brandt cool blieb und durch die Hosenträger des Torhüters einnetzte. Der Plan des TSV wurde somit schnell über den Haufen geworfen. „Wir wollten defensiv angefangen und geduldig bleiben. Nach dem Gegentreffer sind wir mutiger ins Spiel gegangen“, beobachtete derweil Katte. Und durfte prompt auch jubeln. Steffen Brandt schlug einen Ball in die Spitze auf Kevin Junge, der das Leder technisch sauber aus der Luft pflückte. Ein schneller Haken langte, um den Gegenspieler ins Leere laufen zu lassen und der Freiraum war da, den Junge dann auch gekonnt ausnutzte (18.).

Dennoch waren es über weite Strecken die Unioner, welche optisch mehr vom Spiel hatten und immer wieder den Ball laufen ließen. Doch damit hatten beide Seiten gerechnet gehabt. „Kleinmühlingen stand sehr tief, teilweise mit einer Fünferkette. Wir hatten allerdings einen klaren Plan, den wir auch sehr gut umgesetzt haben. Bemerkenswert war auch, dass wir geschätzt 80 Minuten in Ballbesitz waren“, analysierte Union-Coach Thomas Sauer.

Denn die Schönebecker liefen mit einer sehr jungen Mannschaft auf. Erfahrene Stammkräfte wie Alexander Baumgarten, Christoph Irmscher, Johannes Schliemann oder Mathias Rhode fielen für den Auftakt aus. Somit musste es die Jugend richten und tat dies auch. Vor allem das Mittelfeld um Paul Schiefer und Erik Nordmann stand häufig im Mittelpunkt durch schnelle Dribblings und kluge Pässe.

Die entscheidende Phase bahnte sich allerdings kurz vor und nach dem Pausenpfiff an. „Nach dem 1:1 hatten wir eine positive Phase. Doch das 1:2 hat uns dann das Genick gebrochen. In der Folge haben wir es nicht geschafft, den Schalter umzulegen“, so Katte.

Beim Führungstreffer der Gäste waren die Hausherren zu schläfrig. Max Drewes chippte den Ball in den Strafraum, wo Philipp Neugebauer und Erik Nordmann zum Kopfball hochgingen. Das Tor wurde Nordmann gut geschrieben und nicht als Eigentor gewertet. Kurz nach der Pause kam dann der größere Nackenschlag. Einen hohen Ball konnte der TSV nicht klären und das Spielgerät rollte abermals vor die Füße von Nordmann, der einen satten Strahl auspackte (46.). „In der Folge war die Motivation weg, die Köpfe hingen. Auch hat ein wenig die Frische gefehlt“, stellte Katte fest. Bei den Unionern sah das ganz anders aus: „Viele haben gesagt, dass wir zu viele Testspiele gemacht haben gegen die falschen Gegner. Aber da haben wir uns die Körner geholt und sind läuferisch auf einem guten Stand. Zudem hat man auch an der Aufstellung der Kleinmühlinger gesehen, dass sie Respekt vor uns hatten“, sagte Sauer.

Und die läuferischen Vorteile machten sich bei sommerlichen Temperaturen und zunehmender Spielzeit bemerkbar. Kleinmühlingen unterstützte zudem. Kevin Weber wollte einen Ball per Kopf zu seinem Keeper verlängern, doch das misslang gehörig. Justin Dehnecke witterte dies, setzte nach und schob ein (57.). Kurz danach geriet der Youngster allerdings unrühmlich in den Mittelpunkt. Seine abfällige Geste in Richtung des Gegners brachte Sauer so richtig auf die Palme: „So etwas möchte in meiner Mannschaft nicht sehen. Das gehört nicht zu unserer Spielweise, wir haben vor jedem Gegner Respekt“, stellte Sauer den Fehltritt dar. Dehnecke entschuldigte sich kurz darauf auch bei den Spielern des TSV.

Auf dem Platz blieben die Unioner weiterhin die spielbestimmende Mannschaft, auch wenn sie bereits in Unterzahl agierten. Das Elfmetergegentor, nach einem Foul an Junge, durch Florian Schmidt konnten die Unioner verschmerzen, denn es war die letzte Aktion des Derbys.

Statistik

Kleinmühlingen/Zens: Sebastian Brandt - Brian Ostwald, Florian Neugebauer (54. Christian Baartz), Kevin Weber, Norman Möbes (79. Philipp Schmoldt), Nils Brandt, Maurice Hertel (71. Erik Schmidt), Florian Schmidt, Steffen Brandt, Philipp Neugebauer, Kevin Junge

Union Schönebeck: Stephan Pingel - Christian Reineke, Denny Klepel (90. Erik Sopart), Max Drewes, Erik Nordmann, Paul Schiefer, Justin Dehnecke (85. Aaron Schäfer), Georg Polczyk (87. Tobias Finke), Fritz Weidemeier, Marcus Bolze (80. Maximilian Heinrich), Karsten Bethke (89. Michel Simon Treusch)

Schiedsrichter: Marcel Theumer (Halle (Saale)) Zuschauer: 322

Tore: 0:1 Marcus Bolze (15.), 1:1 Kevin Junge (19.), 1:2 Erik Nordmann (45.), 1:3 Erik Nordmann (46.), 1:4 Justin Dehnecke (57.), 2:4 Florian Schmidt (90.+5 Foulelfmeter)

Gelb-Rot: Christian Reineke (77./Union 1861 Schönebeck)