Eickendorf l Der Sportplatz im kleinen Dörfchen Eickendorf hat immer noch Bestand. Auch wenn Punktspiele nur noch selten auf diesem ausgetragen werden, ist das Spielfeld in Benutzung. Die Kreisliga-Kicker der SG Kleinmühlingen/Zens/Eickendorf II absolvieren ihr Training auf dem Platz. In den 1960er und 70er Jahren allerdings war der BSV Eickendorf Alleinherrscher. Denn die Jugend des ortsansässigen Vereins feierte zu dieser Zeit große Erfolge.

Aufstieg nicht vollzogen

Im Frühjahr 1962 wurde die Eickendorfer Juniorenmannschaft Kreismeister vor den Calbenser Junioren. Im Hinspiel gegen die TSG-Kicker spielte Eickendorf 1:1. Dabei stachen vor allem zwei Spieler heraus. Torwart Peter Bross erwischte einen Sahnetag und verhinderte – bis auf den Gegentreffer – weitere Tore der TSG. Mit Bernd Eisele hatten die Eickendorfer das wichtige Ass im Ärmel. Er war es, der in der Schlussminute zum umjubelten Ausgleich traf. Somit war für das Rückspiel noch alles offen. Während das Hinspiel noch sehr knapp verlief, zeigten die Eickendorfer im Rückspiel ihr ganzes Können und fegten die Calbenser mit 5:0 vom Platz. Die Kreismeisterschaft war somit eingetütet.

Außerdem erreichte die Mannschaft damit den Aufstieg in die Bezirksklasse. Auch hier waren die Eickendorfer sehr erfolgreich. Sie erreichten den zweiten Platz hinter der zweiten Juniorenmannschaft des 1. FC Magdeburg, die allerdings nicht aufstiegsberechtigt war, da die erste Mannschaft der Junioren des FCM bereits in der höchsten Spielklasse der Junioren im Bezirk Magdeburg (Juniorenliga) spielte. Somit war das Glück den Eickendorfern wieder hold, denn die Mannschaft war aufstiegsberechtigt, verzichtete aber darauf, weil vier Spieler altersbedingt ausschieden und somit die Spielstärke für die Juniorenliga nicht mehr gegeben war.

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Eickendorf schlägt Welsleben

In den kommenden Jahren flachte die Erfolgskurve leicht ab. Erst Ende April 1970 war wieder ein Anstieg zu erkennen. Die beiden Staffelsieger der 1. Kreisklasse, Traktor Eickendorf und Traktor Welsleben, trafen sich, um den Kreismeister auszuspielen. Auf dem Stadtparksportplatz in Schönebeck lieferten sich beide Mannschaften ein gutklassiges und bis zur letzten Minute spannendes Spiel. Am Ende gewann Eickendorf etwas glücklich, aber dennoch nicht unverdient mit 3:2 und wurde somit Kreismeister.

Damit war der Verein auch berechtigt, an den notwendigen Aufstiegsspielen teilzunehmen. Dabei war das Team kaum zu stoppen. Gegen Dannigkow aus dem Jerichower Land spielte Eickendorf 0:0 und 2:0, Deetz stellte gar keine Gefahr da (4:1, 3:0), Loitsche rang Traktor ein 2:2-Unentschieden ab. Im Rückspiel allerdings schaffte Eickendorf einen 4:3-Erfolg. Einzig Mitaufsteiger Post SV Magdeburg stellte sich der Dominanz in den Weg. Während Traktor das Hinspiel noch mit 2:1 siegreich gestalten konnte, setzte es im Rückspiel eine 2:3-Pleite. Am Jubel über den dennoch geschafften Aufstieg hatte diese Niederlage keine Auswirkung.

Danach herrschte lange Ebbe und die Eickendorfer kamen nicht mehr an die Erfolge der früheren Jahre heran, einzig im Spieljahr 1976/1977 gelang der Mannschaft der ganz große Coup. Erst im Mai 2004, 27 Jahre nach dem Gewinn des letzten Kreismeistertitels, durfte das Dorf wieder den ersten Platz bejubeln. Der BSV Eickendorf schnappte sich in beeindruckender Manier den Kreismeistertitel und den damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksklasse durch einen deutlichen 8:1-Erfolg über die zweite Mannschaft des Schönebecker SV. Nun hängt es an der zweiten Mannschaft des BSV, in Gemeinschaft mit dem TSV, diesen Erfolg in absehbarer Zeit zu wiederholen, um die Geschichte weiterzuschreiben.