Schönebeck l Das Rampenlicht scheute Andreas Sommermeyer noch für den Moment. Die Hände hatte der 33-jährige Neutrainer vom Fußball-Verbandsligisten Union 1861 Schönebeck beim Trainingsauftakt am Montag zu Beginn hinter dem Rücken verschränkt. Ab und zu ging ein Lächeln über das Gesicht, als er beim erwärmenden Stretchen der Spieler unter Anleitung von Kapitän Mathias Rhode gemächlich die Reihen abging.

Wer daraus etwas Symbolisches ablesen wollte, lag genau richtig. Es ist einfach nicht die Art des früheren Fußballprofis, mit der großen Gießkanne sein Revier zu markieren und überall Wegweiser aufzustellen. Andreas Sommermeyer schnuppert gern und lässt all die neuen Befindlichkeiten und Eindrücke wie einen warmen Sommerregen in Ruhe auf sich einprasseln.

Es war ein eher stiller Trainingsauftakt am Montag. Was auch daran lag, dass der Platz im Stadion an der Magdeburger Straße gesperrt war. Die Stadt Schönebeck hatte die Rasenfläche gerade erst aufgehübscht und neu gestaltet, gleichwohl passend zur reformierten grün-roten Fußballmannschaft. Also war Kondition angesagt. Immer wieder liefen die Spieler ihre Stadionrunden. Sommermeyer stand mit Uhr, Pfeife und einem Klemmbrett samt Notizzettel an der Seite und beobachtete alles. Und musste dann auch schon mal Neuzugang Benjamin Bubke zurückpfeifen, der in übereifrigen Ausfallschritten seinen neuen Mannschaftskameraden immer wieder davon lief.

Aber nicht nur Bubke war motiviert. Alle sieben Neuzugänge präsentierten sich im weiten Rund. „Die Mannschaft macht einen super sympathischen Eindruck“, sagte Sommermeyer nach dem Auftakt. „Ich bin positiv überrascht.“ Und sein Co-Trainer Andreas Rauchensteiner – seit Jahren Sommermeyers geistiger Verwandter an der Seitenlinie – ergänzte: „Es war kein Kaltstart. Ich kenne noch viele Spieler von früher. Es war sehr angenehm. Die Spieler haben Fragen gestellt, waren offen.“

Erste Trainerstation

Natürlich muss auch Sommermeyer erst einmal ankommen. Es ist für ihn die erste Trainerstation im Männerbereich. „Er muss sich natürlich auch erst reinfinden. Das ist normal“, sagte Unions sportlicher Leiter Michael Steffen am Rande des Trainings. „Bei mir herrscht Vorfreude und Anspannung. Sicher ist auch ein gewisser Druck da“, so Sommermeyer.

Von Montag bis Donnerstag wurde täglich trainiert. „Da steht am Anfang viel Kondition im Vordergrund durch kleinere Spielformen“, erklärte Sommermeyer. „Später geht es mehr um Ballbesitz. Da will ich fußballerische Sachen sehen. Da wird der Umfang der Spielformen größer.“

Einen ersten kleinen Probelauf für das fußballerische Vermögen der mit sieben neuen Spielern ausgestatteten Schönebecker gibt es bereits heute, wenn Union um 18.30 Uhr in der 1. Runde des Sparkassen-Cups beim Salzlandligisten SV Rot-Weiß Groß Rosenburg antritt. „Das ist natürlich mitten in der Vorbereitung. Aber ich will einen klaren und deutlichen Sieg sehen.“

Dann verabschiedete sich Kumpeltyp Sommermeyer in den Feierabend, der am Montag nach dem Training eine Teambuilding-Maßnahme enthielt. Ein gemeinsames Grillen stand am Stadion an. „Das ist neu“, so Steffen. Nach dem Umbruch mit so vielen kleinen neuen Variablen will der Verein früh einen großen gemeinsamen Nenner festlegen: Den Teamgeist, der die Mannschaft auch in der vergangenen Saison ausgezeichnet hat. Und Sommermeyer ist dafür der richtige Mann, nicht nur weil er jung und unverbraucht ist und eine direkte Ansprache hat. „Er bringt viele gute Ideen mit, hat großes Fachwissen.“ Nicht nur Michael Steffen verspricht sich viel von der neuen Ära. Der Ära Andreas Sommermeyer.