Salzlandkreis l Einziger Spitzenreiter war bisher der SV Rot-Weiß Groß Rosenburg. Die Verfolger sitzen dem Primus aber im Nacken. Die Liga präsentiert sich sehr ausgeglichen. Aufgrund der Corona-Pandemie gleicht die Tabelle der Fußball-Salzlandliga in der aktuellen Corona-Pause einem Flickenteppich. Doch auch wenn bisher nur wenige Spiele ausgetragen wurden, lässt sich bereits festhalten, dass in dieser Liga einiges möglich scheint. Positive, aber auch negative Überraschungen waren bisher fast schon an der Tagesordnung.

An der Tabellenspitze steht momentan ein punktgleiches Trio. Erster ist Rot-Weiß Groß Rosenburg vor dem BSC Biendorf und Wacker Felgeleben. Alle drei haben zehn Zähler auf ihrem Konto. Groß Rosenburg hat jedoch ein Spiel weniger absolviert. Generell kommt das Klassement im Moment, aufgrund einiger coronabedingter Spielabsagen, noch ziemlich windschief daher.

Rot-Weiß Groß Rosenburg

Vor allem aufgrund der bekannten Heimstärke trauten viele dem SV Rot-Weiß Groß Rosenburg im Vorfeld der Spielzeit einen vorderen Platz zu. Und diese Einschätzung bestätigten die Rot-Weißen bisher. Gleich am ersten Spieltag übernahmen die Groß Rosenburger den Spitzenplatz und gaben ihn bisher nicht mehr ab. Mit 21 Treffern bewies das Team von Trainer Gerald Fiedler vor allem seine Offensivqualitäten. Die Abwehr ist indes die Achillesverse des Teams, was nicht zuletzt die heftige 3:8-Auswärtsklatsche beim SV 09 Staßfurt II aufzeigte.

BSC Biendorf

Bislang die größte Positiv-Überraschung der Liga ist der Aufsteiger aus Biendorf. Die BSC-Elf brauchte kaum Eingewöhnungszeit und mischt munter in der Spitzengruppe mit. Dabei bewahrheitete sich die vorsaisonale Einschätzung, dass vor allem der Angriff über Wohl und Wehe der Biendorfer entscheidet. So hat Torjäger Christoph Vatthauer bereits sechs Treffer erzielt. Der Klassenerhalt dürfte für den Liga-Neuling kein großes Thema sein.

Wacker Felgeleben

Auf einen treffsicheren Offensivspieler ist bisher auch beim SV Wacker Felgeleben verlass. Dustin Giemsch markierte bereits fünf Treffer und hat damit großen Anteil daran, dass die Wacker-Elf ebenfalls zu den positiven Erscheinungen der Saison-Anfangsphase gehört. Mit zehn Punkten aus sechs Spielen trennt derzeit nur das schlechtere Torverhältnis die Rand-Schönebeckern von der Tabellenspitze. Man darf gespannt sein, was die Felgeleber im weiteren Saisonverlauf noch zu leisten im Stande sein werden.

SV 09 Staßfurt II

Nach dem Gewinn des Salzlandpokals der Saison 2019/20 startete der SV 09 Staßfurt II mit viel Selbstbewusstsein in die Serie. Doch schon zu Saisonbeginn präsentierte sich der SV 09 als „FC Hollywood“, wie er im Buche steht. Das erfolgreiche Trainergespann Wolfgang Ziebell und Patrick Limpächer musste nach der 1:5-Auftaktpleite bei Aufsteiger Biendorf gehen. Mit Kay Resch stand der Nachfolger bereits in den Startlöchern. Für Stabilität sorgte der neue Übungsleiter bisher aber nur auf eigenem Platz. Drei Spiele, drei Siege lautet die beeindruckende Heimbilanz. Therapieren die 09er zukünftig noch ihre Auswärtsallergie erfolgreich, spielen sie um den Kreismeistertitel mit.

Blau-Weiß Pretzien

Aufgrund der Rückkehr von erfahrenen Akteuren und vorhandenem Potenzial aus dem Nachwuchs, ging auch Pretzien mit einem soliden Grundgerüst in die Saison. Und aus diesen „Grundzutaten“ brachte das Team bisher einen soliden Saisonstart zustande und verlor erst einmal. Um dauerhaft in der Spitzengruppe mithalten zu können, müssen die Blau-Weißen aber noch mehr Stabilität in ihre Abwehrreihe bringen.

SV Wolmirsleben

Die ganze Liga blickte vor Saisonbeginn auf den SV Wolmirsleben. Durch den Anschluss der Fußballer der TSG Unseburg/Tarthun standen dem SVW-Trainerteam um Andreas Karasch plötzlich ganz andere personelle Möglichkeiten zur Verfügung. Die große Herausforderung für das Team bestand jedoch darin, die neuen fußballerischen Möglichkeiten auch gewinnbringend auf den Platz zu bringen. Keine leichte Aufgabe. Dennoch ordneten viele Salzlandliga-Experten das Team aus Wolmirsleben ganz oben auf ihrer Favoritenliste ein. Ein erstes Fazit zum SVW kann derzeit aber nur lauten: „Nichts Genaues weiß man nicht“. Tabellenplatz sechs und nur acht Punkte aus vier Spielen liest sich nicht wie die Bilanz eines Meisterschaftskandidaten. Allerdings ist Wolmirsleben eines der Teams, das coronabedingt erst vier Spiele austragen konnte. Die meisten anderen Kontrahenten haben zwei Partien mehr absolviert. Somit ist die Tabellenspitze momentan nur zwei Zähler entfernt. Und noch etwas ist beim SVW positiv zu erwähnen. Das Karrasch-Team hat als einzige Mannschaft bisher noch keine Niederlage kassiert.

Union Schönebeck II

„Neue Besen kehren gut.“ Getreu dieser Redewendung nahm Sebastian Jakobs zu Saisonbeginn als neuer Coach auf der Trainerbank bei Union Schönebeck II Platz. Etwa ein Vierteljahr später muss man konstatieren: Jakobs kehrte bisher kaum. Weder gut, noch schlecht. Denn auch seine Mannschaft gehört zu den größeren Corona-Opfern der Liga. Aufgrund von positiv getesteten Spielern im Verein war bei Union sogar Quarantäne angesagt. Deshalb konnte der neu Trainer sein Team erst viermal coachen. Dabei sprangen zwei Siege und zwei Niederlagen heraus. Mit Blick auf die Zielstellung Klassenerhalt ist dies eine gute Ausbeute. Die zahlreichen Gegentore dürften Jakobs aber sorgen bereiten.

Egelner SV Germania

Für den Salzlandliga-Dino – Egeln ist seit der Saison 2007/2008 im kreislichen Oberhaus dabei – ging es mit viel Ungewissheit in die Spielzeit. Die angestrebte Verjüngung des Teams benötigt Zeit und somit Geduld. In einer derart ausgeglichenen Spielklasse keine einfache Mission. Als Zwischenfazit bleibt festzuhalten, dass die Egelner gegen Aufsteiger Lok Aschersleben (4:0) sowie bei Schlusslicht Drohndorf/Mehringen (3:2) die Partien gewann, die gewonnen werden mussten. Liefert der ESV Germania im weiteren Saisonverlauf in den „Sechs-Punkte-Spielen“ weiter so zuverlässig ab, kann der Klassenerhalt souverän gelingen.

SG Neugattersleben/Calbe II

Für ein Novum sorgten Neugattersleben und Calbe zu Beginn des Spieljahres. Sie bildeten die erste Spielgemeinschaft in der Geschichte der Salzlandliga. Dass eine solche Konstellation durchaus Anlaufschwierigkeiten haben würde, kalkulierte man bei den Verantwortlichen der Spielgemeinschaft im Vorfeld ganz sicher ein. Und diese kamen in Form von deutlichen Niederlagen gegen Wolmirsleben und in Staßfurt. Allerdings gelangen der SG in den Heimspielen gegen Schönebeck II und Einheit Bernburg auch schon Achtungserfolge, so dass die Eingewöhnungsphase unter dem Strich durchaus ordentlich gemeistert wurde.

SC Seeland

In der Saisonvorbereitung ließ der SC Seeland gewaltig aufhorchen. Im Sparkassen-Cup spielte sich die Mannschaft bis ins Halbfinale vor und lehrte auch höherklassigen Teams das Fürchten. Diesen Trend setzte der SCS dann auch zu Saisonbeginn in der Liga fort und trotzte den stark eingeschätzten Mannschaften aus Pretzien und Groß Rosenburg einen Zähler ab und besiegte Neugattersleben/Calbe II. Lediglich beim heimstarken SV Wacker Felgeleben verlor das Team um Toptorjäger Bennet Mingramm.

SV Einheit Bernburg

„Unser Saisonziel ist der Titelgewinn und der damit verbundene Aufstieg in die Landesklasse“, formuliert Einheits sportlicher Leiter Lothar Kral vor dem Saisonstart ein ambitioniertes Ziel. An der Realität geht das aber bisher meilenweit vorbei. Statt Titelrennen ist zunächst Abstiegskampf angesagt. Erst einen Saisonsieg konnte die Einheit-Elf bisher verbuchen. Auf der anderen Seite kassierten die Kreisstädter schon drei Niederlagen und rangieren so nur ein winziges Pünktchen vor der Abstiegszone. Um das selbst gesteckte Saisonziel noch zu erreichen, muss nach der Corona-Pause eine Siegesserie her. Hoffnungsschimmer für die Bernburger ist die Tatsache, dass der Rückstand auf die Spitze nur fünf Punkte beträgt.

Lok Aschersleben

Für die Aschersleber war von Beginn an klar: Es geht einzig und allein um den Klassenverbleib. Zwei deutliche Niederlagen zum Start ließen dann aber gleich Zweifel an der Ligatauglichkeit des Teams aufkommen. Mit dem überzeugenden 4:0-Heimerfolg gegen Biendorf und dem Punktgewinn gegen Drohndorf/Mehringen (0:0) wurde aber eine deutliche Trendwende eingeleitet. Diese gilt es für den Aufsteiger in Zukunft zu bestätigen.

FSV Drohndorf/Mehringen

Drei Pleiten zum Saisonstart und den harmlosesten Angriff der Liga bot der FSV Drohndorf/Mehringen in der ersten Saisonphase. Damit präsentierte sich der FSV als bisher größte Enttäuschung der noch jungen Spielzeit. Immerhin gehörten die Drohndorfer aufgrund der Resultate in den vergangenen Jahren mindestens zum erweiterten Favoritenkreis auf die Meisterschaft. Doch daran denkt in Reihen des FSV vorerst niemand mehr. Oberste Priorität hat nach dem Lockdown das Verlassen des Tabellenendes und der Abstiegsränge. Dafür muss es aber vor allem in den gegnerischen Toren wieder öfter klingeln.