Kleinmühlingen l Manchmal entscheiden nur wenige Zentimeter über Sieg oder Niederlage, im Fall des TSV Kleinmühlingen/Zens aus der Landesklasse IV, über eine Punkteteilung. Die 89. Minute im Spiel gegen den Zörbiger FC lief, als der TSV einen Freistoß an der Strafraumkante zugesprochen bekam. Noman Möbes übernahm die Verantwortung. Der Ball klatschte an die Unterkante der Latte und dann vor die Linie. Kevin Junge setzte nach und wurde getroffen. Doch der Unparteiische Benjamin Lanzki hatte zuvor etwas gesehen und unterbrach. Damit stand die 2:3-Niederlage der Kleinmühlinger am ersten Spieltag gegen Zörbig fest.

Drei Standard-Gegentore

Doch es lag nicht an der letzten Aktion des Spiels, das musste auch TSV-Trainer Christoph Berlau einsehen: „Der Schiri hat die Partie nicht entschieden. Das haben wir selbst durch drei Standardtore verschuldet.“ Denn bereits nach drei Minuten gingen die Gäste durch Ronny Telle in Führung, der einen Strafstoß verwandelte. Nur acht Minuten später musste der junge Patrick Flack erneut hinter sich greifen. Nach einem Freistoß erhöhten die Gäste durch Pierre Deidok.

Noch dicker kam es dann in der 29. Minute. Wieder war es ein Standard, den der TSV nicht verteidigen konnte. Nach einem Eckball erhöhte Benjamin Boenecke auf 3:0. „Wir wollten so lange wie möglich die Null halten und sicher stehen. Nach drei Minuten ist der Plan voll in die Hose gegangen“, sagte Berlau.

Denn die stark verjüngte TSV-Elf musste vor allem in der ersten Hälfte einiges an Lehrgeld bezahlen. Mit Flack (18), Erik Schmidt (17), Brian Ostwald (17), Maurice Hertel (17), Felix Iwan (18) und Jonas Ehme standen sechs A-Jugendliche im Aufgebot.

Zudem spielte Andreas Kirchhoff in der Innenverteidigung, da sowohl Sebastian Durrhack als auch Tim Stüber nicht da waren. „Andi hat seine Sache gut gemacht. Das war kein Experiment, sondern im Training bereits einstudiert“, meinte der Coach.

Viele Chancen, kein Tor

Und vor der Pause sorgte Junge für Hoffnung, als er auf 1:3 verkürzte (31.). In der zweiten Hälfte wurde Kleinmühlingen besser. Philipp Schmoldt erzielte das 2:3 (47.) und ein Ruck ging durch die Mannschaft. Denn Kleinmühlinge erspielte sich einige gute Chancen. Nach der Flanke vom eingewechselten Christian Keller bekam in der Mitte Junge keinen Druck hinter den Ball (73.). Auch Möbes probierte es mit Schüssen aus der zweiten Reihe. Doch die dickste Möglichkeit hat der eingewechselte Ehme, der nach einer schönen Einzelaktion und einem Schlenzer nur am stark reagieren Jonas Dimke im Tor der Gäste scheiterte (83.).

Die letzte Aktion des Spiel war der Freistoß von Möbes, als der Ball nicht den Weg hinter die Linie fand. Doch Berlau war vor allem mit dem Auftreten in der zweiten Hälfte zufrieden. „Da haben sie das umgesetzt, was ich verlangt habe“, so der Trainer. „Das Quäntchen Glück hat heute gefehlt, aber ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen.“ Auch wenn das Spiel nicht gewonnen werden konnte, geht beim TSV Kleinmühlingen/Zens „die Welt deshalb nicht unter“.

Kleinmühlingen: Flack - Brandt, Berner, Hertel (65. Ehme), Kirchhoff, Möbes, Klöhn (46. Keller), Schmidt, Junge, Schmoldt (75. Iwan), Ostwald Tore: 0:1 Ronny Telle (3./FE), 0:2 Pierre Deidok (11.), 0:3 Benjamin Boenecke (29.), 1:3 Kevin Junge (31.), 2:3 Philipp Schmoldt (47.); SR: Benjamin Lanzki; ZS: 65