Kleinmühlingen l Vielleicht hätte Sebastian Durrhack in den vergangenen Tagen Lotto spielen sollen. Der Jackpot wäre ihm wohl so gut wie sicher gewesen. Der TSV-Abwehrmann musste zwar beim 2:0 (0:0)-Erfolg seiner Mannschaft gegen Saxonia Tangermünde angeschlagen früh wieder vom Platz, doch seine Stärken liegen allem Anschein nach beim Wahrsagen. Bereits nach dem Staßfurt-Spiel hatte der Routinier eine Vorahnung. Er prophezeite, dass der Aufsteiger das Duell gegen den anderen Aufsteiger gewinnen würde und sollte damit am Ende auch recht behalten.

Großes Verletzungspech

Nach 18 Minuten war die Partie für Durrhack allerdings gelaufen. Tim Stüber rückte nach und musste nach 53 Minuten ebenfalls angeschlagen wieder runter. Keine guten Vorzeichen, vor allem nicht, wenn auf Seiten des Gegners Alexander Klitzing und Rosario Schulze spielen, die zusammen bisher zwölf Treffer markierten.

Doch die individuelle Klasse setzte sich am Sonnabend in Kleinmühlingen nicht durch. Viel mehr waren die Grundtugenden wie Einsatz und Leidenschaft gefragt. „So hatten wir uns das vorgestellt. Wir haben heute um jeden Zentimeter gekämpft. Ich denke, damit haben wir Tangermünde den Schneid abgekauft. Wir mussten aber wahnsinnig viel investieren“, sagte ein glücklicher Kleinmühlingen-Coach Mario Katte nach der Partie.

Schon vor dem Spiel, aber auch explizit in der Halbzeit erinnerte der Trainer seine Mannschaft daran, aus den wenigen sich ergebenden Chancen das bestmögliche herauszuholen. Und seine Spieler hatten wohl ganz genau zugehört. Nach einem Freistoß von Philip Berner köpfte Kapitän Florian Schmidt seine Mannschaft auf die Siegerstraße. Danach drückten die Gäste aber immer mehr und wollten unbedingt den Ausgleich. Doch die Kleinmühlinger spielten leidenschaftlich und warfen sich in jeden Zweikampf.

Etwas, was Saxonia-Coach Steffen Lenz bei seinem Team etwas vermisst hat. „Wir haben zu keiner Zeit unsere fußballerischen Qualitäten auf den Platz bekommen. Kleinmühlingen hatte den Sieg verdient.“ Worte, die vor allem Katte stolz machen, weil „diese Leistung auch anerkannt wird“. Den Deckel endgültig drauf machte Chris Katte vier Minuten vor dem Ende der Partie. Maurice Hertel tankte sich auf links gut durch, scheiterte zuerst noch an FSV-Keeper Tim-Ole Runge, doch der Abpraller landete direkt vor den Füßen des Angreifers, der per Flachschuss einschob. Danach brachen alle Dämme, denn die Freude über den ersten Saisonsieg konnten weder die Spieler noch die Betreuer und Fans zurückhalten. „Wir haben es einfach erzwungen“, fasste Katte zusammen.

Statistik

TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens: Breitmeier - Berner, Neugebauer, Hertel (88. Se. Brandt), Baartz, Schmidt, Durrhack (17. Stüber, 54. Volk), N. Brandt, Möbes, St. Brandt, Katte (90. Schmoldt)

Schiedsrichter: Kamm (Halle (Saale)), Zuschauer: 115

Tore: 1:0 Florian Schmidt (57.), 2:0 Chris Katte (84.)

Gelb-Rot: Florian Neugebauer (90. Kleinmühlingen/Zens, Meckern)

Rot: Richard Liebisch (90./FSV Saxonia Tangermünde, Tätlichkeit)