Magdeburg/Schönebeck l Irgendwie hatten die Fußballer von Union Schönebeck am Sonntag auch Glück. Die ungewöhnliche Ansetzung an einem Sonntag wollte es, dass der Verbandsligist beim SV Fortuna Magdeburg zeitgleich mit dem 1. FC Magdeburg aus Liga drei antreten musste, der den VfR Aalen empfing. Sicher wäre der eine oder andere Grün-Rote gern statt auf dem Sportplatz am Schöppensteg lieber ein paar Kilometer weiter in der MDCC-Arena gewesen, wo der FCM die Aalener mit 6:1 aus dem Stadion fegte. Aber Andrang in Magdeburg gab es nicht. „Wir sind gut durch die Stadt gekommen“, sagte Union-Trainer Torsten Brinkmann. So blieb schon am Sonntag in Schönebeck genug Zeit, um nach der 0:1 (0:0)-Niederlage die Wunden zu lecken.

Das Fazit nach der knappen Pleite war klar. „Es war mehr möglich“, so Brinkmann. „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen.“ Besonders zu Beginn der Partie zeigte Union einen beherzten Auftritt. Philipp Garmann hatte bereits nach fünf Minuten die wohl größte Chance für die Grün-Roten auf dem Fuß, blieb im Eins-gegen-eins aber am Torwart hängen. „Wir waren griffig, die Laufbereitschaft war da“, lobte der Coach. „Bis zur 30. Minute hatten wir auch mehr Ballbesitz.“ Kurzum: Union hatte das Spiel im Griff.

Gegentreffer aus dem Gewühl

Was danach passiert ist? Das wüsste wohl auch Brinkmann zu gern. Obwohl Fortuna selbst kein Offensivfeuerwerk abbrannte, kämpfte sich der Gastgeber in die Partie zurück, Union wurde fahrig, steckte zu sehr zurück und lud Magdeburg dazu ein, das Kommando zu übernehmen. So war es irgendwie logisch, dass Fortuna in der 63. Minute in Führung ging. Im Strafraum-Gewühl konnte Union den Ball nicht richtig klären, Kemter bedankte sich und schob aus kurzer Distanz ein.

Natürlich wollte Schönebeck danach zurückschlagen. Mit Bastian Lorenz und dem etwas angeschlagenen Marios Zelekou brachte Brinkmann zwei frische Offensiv-Kräfte (68.) und stellte von einem 4:1:4:1 auf ein 4:4:2 um. Besonders Außenspieler Zelekou, der wegen Leistenproblemen vorerst auf der Bank Platz nahm, brachte viel Schwung in die Partie. Zwei große Chancen hatte der Grieche. Doch ein Ball wurde auf der Linie geklärt, eine Chance vereitelte der Magdeburger Keeper Mohammad Salman Ghazbaf.

Am Ende konnte Union sogar froh sein, dass Stephan Pingel im eigenen Kasten einige Gelegenheiten vereitelte. So blieb es nur bei der 0:1-Pleite. Der zweiten Niederlage in Folge. Bricht jetzt Unruhe aus? Mitnichten. „Verglichen mit dem Beginn der Hinserie ist das noch ok, aber wir sollten irgendwann wieder punkten“, meinte Brinkmann. War das ein kleiner Rückschritt in den vergangenen zwei Wochen? „Vom Spielerischen und der Konzentration her schon. Aber ich weiß, was die Mannschaft kann. Wir sind in keiner Drucksituation.“ Als Neunter der Tabelle ist Union weit davon entfernt, in Abstiegsgefahr zu geraten.

So konnte Justin Dehnecke in aller Ruhe sein Startelfdebüt geben. Der 18-Jährige rutschte für Zelekou in die Anfangsformation, weil „ich unbedingt einen Linksfuß auf der linken Seite haben wollte. Das hat er gut gemacht. Er ist voll drin im Lernprozess. Aber wir wollen ihn nicht unter Druck setzen.“ Dehnecke soll behutsam aufgebaut werden. Union setzt auf den Nachwuchs. Das ist ein gutes Zeichen. Da war auch die Niederlage in Magdeburg verschmerzbar.

Union: Pingel – Neugebauer, Schäfer (68. Lorenz), Braunert, Kauffmann, Glage, Rhode, Garmann, Balder, Irmscher, Dehnecke (68. Zelekou)

Tor: 1:0 Patrick Kemter (63.); SR: Amin Hamidi (Lok Stendal); ZS: 72