Calbe l Rainer Schulze, der Abteilungsleiter der TSG Calbe, rechnete bereits mit vielen Anrufen. Denn beim Landesligisten gab es eine überraschende Personaländerung. Marko Fiedler, Trainer der TSG, wird zum Saisonende sein Amt bei den Calbensern niederlegen. „Marko hatte bereits zugesagt, hat dann seine Meinung aber wieder geändert“, so der Abteilungsleiter. Denn Fiedler wird sich zur neuen Saison dem Ligakonkurrenten MSC Preussen anschließen, das gab der Verein bereits am Montagabend bekannt. Ebenfalls zur Überraschung von Schulze. „Dass es bereits so große Wellen schlägt, damit habe ich nicht gerechnet. Aber es ist jetzt so und daran können wir nichts ändern. Wir wollten noch nicht, dass alle davon erfahren.“

Sportlicher Werdegang als Trainer

Bevor Fiedler an die Saale wechselte, übernahm er das Steuer beim Schönebecker SV. Von 2012 bis 2014 war Fiedler der Trainer in der Elbestadt. Danach zog es den 45-Jährigen zum Lokalrivalen Calbe. In der Saison 2016/2017 konnte Fiedler aus 30 Spielen 15 Siege holen. Die TSG beendete die Saison auf dem sechsten Rang. Auch in der aktuellen Saison stehen die Calbenser gut da. Derzeit belegt die Mannschaft wieder den sechsten Platz. Doch bereits vor Wochen ruderte der Coach zurück: „Wir gehören nicht nach oben und nicht nach unten“, sagte der Coach nach der 0:4-Niederlage gegen Union Heyrothsberge. Nun folgt der nächste Schritt für den Trainer.

„Marko hat seine Gründe, doch die gehören nicht in die Öffentlichkeit. Es hat nichts mit der sportlichen Situation zu tun“, verriet der Abteilungsleiter und führte weiter aus: „Wir müssen das akzeptieren und damit leben. Wir haben es zur Kenntnis genommen.“ Am vergangenen Wochenende kam der Trainer der TSG auf die Verantwortlichen des Vereins zu und sagte, „dass er sich für den MSC entschieden hat.“ Den Kontakt zu Fiedler stellten die Preussen her. „Alexander Daul hat den Kontakt vermittelt. Das rechne ich ihm hoch an“, sagt der Teammanager des MSC, Klaus-Dieter Theise. Noch-Trainer Daul, der sein Amt zum Saisonende niederlegt, soll den Preussen in einer anderen Funktion erhalten bleiben.

Trainersuche gestaltet sich als schwierig

Begründet wird die Entscheidung der Magdeburger mit einem alten chinesischen Sprichwort: „Wenn du einen Gegner nicht besiegen kannst, musst du ihn zu deinem Freund machen.“ Denn in dieser Saison konnte die TSG ein Spiel gegen den MSC gewinnen, beim 1:0-Heimerfolg. Dort sammelte Calbe wichtige Zähler. Wie es ab der kommenden Saison dann aussehen wird, bleibt abzuwarten.

Bei der TSG gestaltet sich die Suche nach einem Nachfolger derweil etwas schwieriger. „Wir haben nicht wirklich damit gerechnet. Die Gespräche für die neue Saison waren eigentlich schon abgeschlossen. Jetzt brauchen wir einen neuen Trainer und dazu müssen wir den Markt durchsuchen“, meint Schulze. „Den einen oder anderen Gedanken“ hat sich der Abteilungsleiter auch bereits gemacht, doch mehr möchte Schulze nicht preisgeben. „Wir müssen sehen, ob die Gedanken, die wir haben, überhaupt umsetzbar sind. Dazu müssen wir Gespräche führen. Aber ich denke, dass das nicht einfach wird.“ Bevor es dazu aber kommt, werden sich die Betreuer und der Trainer noch einmal zusammensetzen und reden. Heute kommt es zum Gespräch mit der Mannschaft.

Denn für die TSG steht der Saisonendspurt in der Liga an. Bereits am Freitag erwarten die Calbenser TuS Schwarz-Weiß Bismark zum Nachholspiel (Anstoß 18.30 Uhr). Der Abteilungsleiter konnte bereits versichern, dass „wieder einige Ausfälle zu beklagen sind. Wir müssen jetzt Ruhe rein bekommen und dürfen nicht die Nerven verlieren“, sagt Schulze. Vier Spiele hat die TSG noch Zeit, um sich im oberen Drittel der Tabelle festzusetzen und auch dem Coach nach vier erfolgreichen Jahren einen gebührenden Abschied zu bereiten. Denn auch Schulze ist der Meinung, „dass Fiedler ein guter Trainer“ ist. Dieser muss nun ersetzt werden.