Salzlandkreis (hla/mjc) l Nach viel schriftlicher Bewegung im Vorfeld der Ansetzung, vor allem durch den späteren Pokalsieger, fand das Match schlussendlich doch am 22. Mai 2015 am geplanten Spielort in Glöthe und zum im Rahmenterminplan vorgesehenen Endspieltermin statt. Letztlich bekam Jahn-Chef Wolfgang Stump nämlich doch – anders als im Vorfeld befürchtet – all seine Leistungsträger zusammen und reihte sich zu später Stunde auch mit in den Jubelkreis ein.

Äußerst sportlich zu bewerten war indes der Auftritt der TSG-Dritten. Denn die Calbenser ließen alle Stammkräfte des qualifizierten Teams ran und verzichteten auf zulässige Verstärkungen aus höherklassigen Teams des Vereins. Dies war in den vergangen Jahren bei Finalteilnahmen von Reserve-Teams nicht immer der Fall.

Über die gesamte Spielzeit gesehen, entwickelte sich so ein typisches Pokalmatch, geprägt von Kampf, hoher Laufbereitschaft und extrem viel Spannung. Technische Kabinettstückchen kamen dabei oft zu kurz und prägten selten das recht ausgeglichene Spielgeschehen. Bis zur Pause war recht wenig los und beide Mannschaften bewegten sich meist zwischen den Strafräumen. Dazu hatten die beiden Abwehrreihen die recht harmlosen Angreifer ziemlich sicher im Griff. Dementsprechend war das Gerbitzer Führungstor von Benjamin Pankrath (29.) der Höhepunkt der ersten Spielhälfte.

Pfosten verhindert Entscheidung

Zunächst ging es auch nach der Pause so weiter. Doch bei der TSG-Elf nahm dann doch die kämpferische Komponente zu und die Mannschaft kam zu mehr Feldanteilen. Doch auch die Gegenwehr des Gegners wurde stärker und beide Mannschaften schenkten sich nichts. Oft wurde nach allem getreten, was sich bewegte. Am Ende sprach Schiedsrichter Peter Engelhart elf Verwarnungen aus. Trotz guter TSG-Chancen gelang nichts Zählbares und auch die Jahn-Elf versäumte es, ihre immer größer werdenden Konter-Freiräume zur Spielentscheidung zu nutzen. Und so fiel durch Steven Brehmer (87.) der späte, aber hoch verdiente Ausgleichstreffer.

Die Verlängerung verlief dann ebenfalls ausgeglichen. Beide Mannschaften konnten sich meist neutralisieren, trotzdem gab es auch Chancen zu Toren. Pech hatten die Gerbitzer dabei mit einem Pfostentreffer.

Doch in den Schlussminuten der Verlängerung ging von den Akteuren der Blick spürbar in Richtung Entscheidungsschießen.

Das Elfmeterschießen bei einbrechender Dunkelheit ging dann auch in die Geschichte des salzländischen Kreisfußballs ein. Beide Teams wollten nicht das Flutlicht auf dem Glöther Nebenplatz nutzen. Die Schützen waren nun klar im Vorteil und brauchten eigentlich nur etwas platziert das Tor zu treffen. Da dies einem Calbenser TSG-Schützen nicht gelang, kam Jahn Gerbitz zum Gewinn des Kreisklassenpokals.

Von beiden Torhütern war am Ende zu hören, dass sie den Ball wegen der immer schneller voranschreitenden Dunkelheit fast nicht mehr gesehen hätten.

Statistik

Tore: 0:1 Benjamin Pankrath (29.), 1:1 Steven Brehmer (87.), Tore im Entscheidungsschießen: 1:2 Andree Lindemann, 2:2 Tony Webel, 2:3 Andy Lorenz, 2:4 Andy Lindemann, 3:4 Sven Kleinschmager, 3:5 Gunnar Focke, 4:5 Steffen Rudnik, 4:6 Jeffrey Focke

SR: Peter Engelhardt (Hakeborn)

SR-Assistenten: Manfred Börner (Hecklingen), Wolfgang Siebert (Wilsleben)

Zuschauer: 139 (in Glöthe)

TSG Calbe III: Chris Janßen; Tino Kolloff, Tim Thaele, Tony Webel, Sven Kleinschmager, Gunnar Meissner, Michael Simon (48. Thomas Semmler), Karsten Frister, Steffen Rudnick, Eric Brehmer (70. Norbert Klapproth), Steven Brehmer; Trainer: Gunnar Meissner

Jahn Gerbitz: Marko Jungmann (88. Christian Berner); Andree Lindemann, Markus Nowack, Ricardo Preuss (79. Andy Lindemann), Gunnar Focke, Benjamin Pankrath, Andreas Osterwald, Christian Osterwald (74. Nico Lichtenfeld), Jeffrey Focke, Mathias Krug, Andy Lorenz; Trainer: Andreas Franke