Schönebeck l Just in diesem Moment gleitet das Zwei-Euro-Stück auch schon in den schmalen Münzschlitz des Phrasenschweins. Denn die alte Fußballweisheit „Wer die Tore vorne nicht macht, kriegt sie hinten rein“ bewahrheitete sich abermals. Die Chancen, im Fußball-Sachsen-Anhalt-Pokal eine Runde weiterzukommen und zudem einen Verbandsligisten aus dem Wettbewerb zu kegeln, boten sich den Elbestädtern allemal. Doch aussichtsreiche Möglichkeiten wurden phasenweise sträflich ausgelassen, sodass sich am Ende doch der Verbandsligist Westerhausen mit 4:3 (2:2, 3:3) nach Verlängerung durchsetzte.

Der Grund war für Union-Coach Thomas Sauer kurz nach dem Spiel schnell gefunden. „Wir hatten zu wenige Spieler, die an ihre Leistungsgrenze gekommen sind.“ Somit wurde der Gast immer wieder zu „einfachen Toren“ eingeladen. „Wir haben viel investiert und das kostet eben Kraft, die uns am Ende wohl gefehlt hat“, so der Coach, der nachschob: „Der Gegner hatte es einfacher, Tore zu erzielen. Wir mussten mehr Aufwand betreiben.“

Moral bewiesen

Torreich liefen die ersten 90 Minuten ab. Den Führungstreffer der Gäste durch Marcel Fricke (23.) glich Justin Dehnecke (26.) per Lupfer aus. Vier Minuten später war Nick Schmidt für Westerhausen zur Stelle, ehe Erik Nordmann, abermals nur vier Minuten später, nach einer Ecke per Kopf einnetzte. „Ich war mit der ersten Halbzeit dennoch unzufrieden, weil wir mehr können“, sagte Sauer.

Eine kleine Besserung gab es in Durchgang zwei zu beobachten. „Es war aber immer noch nicht das, was wir spielen wollten“, blieb Sauer kritisch und musste den dritten Gegentreffer durch Alysson Vargas (57.) verkraften. Doch die Schönebecker zeigten Moral und kamen durch Marcus Bolze erneut zum Ausgleich (65.). Beide Teams hatten immer wieder die Entscheidung auf dem Fuß, scheiterten jedoch an den jeweiligen Schlussmännern Stephan Pingel bei Union und Romulo Alexandre Silva Rios oder aber am eigenen Unvermögen. Somit durften beide Mannschaften nachsitzen.

Nachdem die Unioner eine Flanke nicht klären konnten, besorgte Philipp Neubauer (110.) die Führung für Westerhausen und wurde zum Helden in Schönebeck. Zu diesem hätte sich auch Bolze krönen können, der kurz vor dem Ende der Verlängerung freistehend am SVW-Keeper scheiterte und danach enttäuscht zu Boden sackte. Die kräftezehrenden 120 Minuten nagten wohl doch zu sehr an der Konzentration.