Schönebeck l Alles war wie immer. Die Spieler trafen sich vor dem Vereinshaus, es wurde erzählt und auch gewitzelt. Mit dabei war auch Stefan Schäfer, Co-Trainer des Fußball-Landesligisten Union Schönebeck. Doch seine Tasche war im Vergleich zu den vorherigen Wochen etwas größer. Im Gepäck hatte er keine Präsente, sondern seine Fußballsachen. Der 33-Jährige stand im Heimspiel gegen den Aufsteiger Möringer SV öfter im Mittelpunkt, als es ihm vielleicht lieb war. Der Ausfall von Stammkeeper Stephan Pingel musste kompensiert werden und Schäfer stand bereits zu seiner aktiven Zeit im Kasten. Und seine Erfahrung half ihm auch im Spiel gegen den Aufsteiger aus der östlichen Altmark. „Nach etlichen Jahren stand Stefan Schäfer mal wieder im Tor. Er hat seine Sache aber einfach und sehr entspannt gelöst. Er hat es super gemacht“, beobachtete Union-Coach Thomas Sauer, der diesmal in der Coachingzone alleine seine Kreise zog. Und das konnte der Übungsleiter auch entspannt machen, denn seine Mannschaft kehrte nach zuletzt drei Niederlagen wieder in die Erfolgsspur zurück und fertigte Möringen mit 5:1 (2:1) ab.

Rückstand in Führung gedreht

Doch der Start in die Partie muss sich für Sauer wie ein falscher Film angefühlt haben. Schnell wurden Erinnerungen an die Partien gegen Ilsenburg  (0:2) oder auch Lüttchendorf (1:2) im Pokal wach. „Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben auch die ersten Chancen“, sagte Sauer. „Aus blöden Situationen“, wie der Coach beschrieb, fiel dann aber eben der Treffer für die Gäste - 0:1 (5.).

Aber Schönebeck blieb dran. Doch jede Medaille hat auch eine Kehrseite und die blieb auch Sauer nichtverborgen: „Wir waren nach vorne sehr variabel. Hinten standen wir dennoch nicht gut und hatten auch Glück, dass der Gegner nicht konsequent genug war.“ Das nutzte Union. Einen Angriff über links verwerte Marcus Bolze zum Ausgleich (21.). Vor dem 2:1 hatten die Unioner dann Glück. Die Großchance passierte nämlich vor dem Kasten von Schäfer, der die Situation bereinigte. Im Gegenangriff bekamen die Hausherren einen Eckball und Johannes Schliemann netzte ein (26.). Allgemein wusste die Offensive der Schönebecker zu überzeugen. Denn Schliemann und Bolze haben „gut zusammengespielt“, meinte Sauer. „Das wir so agiert haben, hat sich im Endeffekt ausgezahlt.“

Schliemann ist an allen Toren beteiligt

Während Schliemann an allen Toren, „auch am Gegentreffer“, wie Sauer lachend beifügt, beteiligt war, glänzte Bolze mit zwei Toren und einer Vorarbeit. Vor allem der 30-jährige Stürmer Bolze ist für die Unioner in den vergangenen Wochen fast unverzichtbar. „Er wird schwer vermisst, wenn er mal nicht dabei ist. Dennoch ist Marcus Bolze ein absoluter Teamspieler, der sich auch nicht zu schade ist, in der Abwehr auszuhelfen“, stellt Sauer fest.

Da die Offensive weiter Fahrt aufnahm und die Defensive entlastete schraubten Bastian Jesse (54.), Bolze (61.) und Kapitän Mathias Rhode das Ergebnis auch noch weiter in die Höhe.

Union: Schäfer, Schäfer, Klepel, Wagner, Dehnecke (77. Weidemeier), Drewes, Poliscuks, Rhode, Jesse (77. Weidemann), Bolze, Schliemann (83. Treusch)

Schiedsrichter: Patrizia Egner (Stadtfachverband Magdeburg) - Zuschauer: 38

Tore: 0:1 Philipp Kühne (5.), 1:1 Marcus Bolze (21.), 2:1 Johannes Schliemann (26.), 3:1 Bastian Jesse (54.), 4:1 Marcus Bolze (62.), 5:1 Mathias Rhode (90.+1)