Kleinmühlingen l In einem Film oder literarischen Werk wäre es die bekannte Ruhe vor dem Sturm. Mario Katte stand wie angewurzelt vor seiner Trainerbank, die Arme verschränkt. Ein ungewohntes Bild. Doch der große Tornado brach auch nicht los. Der Coach des Landesligisten TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens passte sich ungewollt seiner Mannschaft an, denn auch auf dem Platz war es verdächtig ruhig. „Wir haben viel zu wenig gesprochen und uns dann in sinnlosen Wortgefechten verstrickt“, sagte Katte nach der deutlichen 0:4-Pleite gegen den SSV Havelwinkel Warnau. Lob gab es allerdings von der gegnerischen Seite: „Der Gegner hat über die gesamte Zeit mit einer großen Moral dagegengehalten“, sagte Warnaus Coach Michael Tiersch, der trotz des Sieges mit der Leistung seiner Mannschaft ebenfalls nicht zufrieden war. „Wir haben es 60 Minuten lang gut gemacht. Nach dem dritten Tor haben wir dann aber nachgelassen. Das ärgert mich.“ Die Enttäuschung war also auf beiden Seiten spürbar.

Denn auch Katte war enttäuscht, wie er nach dem Spiel verlauten ließ: „Wir haben noch mehr verkehrt gemacht als am vergangenen Wochenende. Wir konnten den Schalter nicht umlegen und haben das TuS-Spiel anscheinend doch nicht verarbeitet gehabt.“

Einfache Fehler führen zu Toren

In den ersten 20 Minuten der Partie sah es allerdings recht ausgeglichen aus. Beide Teams agierten auf Augenhöhe. Eine gewisse Verunsicherung war dennoch spürbar, für Katte unmissverständlich: „Wir bauen doch gar keinen Druck auf.“ Doch im Unterbewusstsein spielt die Angst nach dem Fehlstart mit. Gepaart mit einfachen Fehlern wie beim 0:1, als Philip Berner im Strafraum einen Schritt zu spät kam. Den fälligen Elfmeter verwandelte Mathis Lange sicher (23.).

Fünf Minuten später sah es ähnlich aus. „Im Mittelfeld machen wir die ersten Fehler“, ärgerte sich Katte, denn in der Folge schaffte der TSV es nicht, Lange vom Kopfball abzuhalten. Chancen der Hausherren blieben bis zu diesem Zeitpunkt Mangelware.

Im zweiten Durchgang blieben die Gäste aus der Altmark spielbestimmend. Und Kleinmühlingen verteilte weiter Geschenke. „Die Gegentore drei und vier passen in die jetzige Situation hinein“, sagte der Übungsleiter. „Wir haben es nicht geschafft, die Abstände gering zu halten. Wenn man dann nicht mit den fußballerischen Tugenden dagegenhält, kann es nichts werden.“

Ein langer Abschlag von SSV-Keeper Lucas Vicentin genügte, um die TSV-Abwehr zu überspielen. Abnehmer war Roman Arndt, der aus vollem Lauf in die lange Ecke traf (59.). Treffer Nummer vier leitete ebenfalls Vicentin ein. Lange erlief sich den Ball, brachte im Fallen das Leder zu Julian Krüger, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte und zum Endstand traf.

Statistik

TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens: Sebastian Brandt, Philip Berner, Florian Neugebauer (76. Marcel Klöhn), Tobias Volk (46. Brian Ostwald), Philipp Schmoldt, Nils Brandt (76. Erik Schmidt), Maurice Hertel (52. Norman Möbes), Florian Schmidt, Steffen Brandt, Philipp Neugebauer, Chris Katte (84. Christoph Breitmeier)

Schiedsrichter: Patrick Welsch (Aken (Elbe))

Zuschauer: 95

Tore: 0:1 Mathis Lange (23.), 0:2 Mathis Lange (28.), 0:3 Roman Arndt (59.), 0:4 Julian Krüger (89.)