Schönebeck l „Bitte nicht erschrecken“, eröffnete Christoph Berlau, Coach des Fußball-Landesklasse-Vertreters TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens, das Gespräch mit den Fans, die ihn etwas verwundert ansahen. Doch beim Blick auf die Spieler, die sich warm machten, wurde jedem klar, was der Übungsleiter meinte. Es waren teils noch bekannte aber auch zwei unbekannte Gesichter zu erblicken. Durch kurzfristige berufsbedingte Ausfälle musste Berlau mit Michael Simon, Tony Webel, Nick Süßmilch und Philipp Ehme vier Spieler aus der zweiten Mannschaften hinzuziehen. Doch alle Sorgen waren relativ schnell verflogen, denn der SV Wacker Felgeleben konnte den Gästen kaum gefährlich werden und der TSV gewann deutlich mit 4:1 (1:0), wobei Niklas Voß im Kasten von Wacker noch der beste Mann war.

Zwei Elfmeter verschossen

Und das Spiel hatte weitaus mehr zu bieten. Zwei Elfmeter, nur vier Gelbe Karten und jede Menge Fairplay. Aber alles der Reihe nach. Es war der Tag der Torhüter. Zuerst scheiterte Philip Berner mit einem Foulelfmeter an Voß (5.) und kurz vor der Pause blieb Simon Sieger gegen den vom Punkt antretenden Chris Müsing (44.).

Die Partie wurde von beiden Mannschaften rücksichtsvoll geführt. Als Keeper Voß den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand spielte und Kevin Junge somit den Weg auf das leere Tor versperrte, appellierte Berlau, dass der Keeper kein Rot dafür sehen soll und es gab Gelb. In einer anderen Situation schoss Junge einen Ball aus Nahdistanz über den Kasten. Aus dem Gewühl heraus entschied Schiedsrichter Maximilian Soppa auf Ecke. Doch der TSV-Stürmer zeigte an, dass er zuletzt am Ball war und es ging folgerichtig mit einem Abstoß weiter.

Auch Tore gab es reichlich, allerdings oft zu Gunsten des TSV. Daher waren sich im Endeffekt auch beide Trainer einig, dass Kleinmühlingen „verdient gewonnen“ hat. Denn Wacker geriet in alte Muster. „Nach dem 0:2 fallen wir wieder auseinander“, sagte Daniel Ledderbohm, Trainer von Felgeleben. „Das war enttäuschend. Auch der verschossene Elfmeter passt in die Situation hinein.“ Nachdem Junge den TSV in Führung brachte (20.), hatte Wacker die große Chance durch den Elfer, ließ sie aber liegen. „Mit dem 2:0 haben wir ihnen den Zahn gezogen“, meinte Berlau. Marcel Klöhn hatte viel Platz auf links, flankte überlegt auf Junge, der völlig frei am zweiten Pfosten einnickte (50.).

Danach lief bei den Hausherren nichts mehr zusammen. Kleinmühlingen übernahm immer weiter die Kontrolle. Nach einem gefährlichen Freistoß von Ehme, der in Anlehnung an den italienischen Standardkünstler nur „Pirlo“ gerufen wird, ließ Junge den Ball gekonnt durch und sorgte damit für Verwirrung. Maurice Hertel schaltete am schnellsten und schoss ein (60.). Aber auch Wacker hatte Chancen durch Müsing, Benny König oder Tim Pflug, doch in Bedrängnis geriet Simon nicht.

Besser machte es Hertel, der nach einer scharfen Flanke von Steffen Brandt völlig frei am zweiten Pfosten nur noch den Fuß hinhielt (77.). Den Ehrentreffer für die Hausherren besorgte Florian Schmidt nach einem Fehler in der Hintermannschaft des TSV. Doch für mehr reichte es nicht. „Wir hatten uns in der zweiten Hälfte viel vorgenommen, aber nichts umgesetzt“, so Ledderbohm, der nach der Partie fassungslos wirkte.