Staßfurt/Kleinmühlingen l Sport begeistert Menschen auf der gesamten Welt. Vor allem der US-amerikanische Sport ist in Europa sehr stark vertreten. Zum wiederholten Male präsentiert die NFL, die National Football League, ein Topspiel im Wembley Stadion in London. Christoph Berlau, der Trainer des Landesklassisten TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens, lässt sich als Freund des amerikanischen Footballs die Möglichkeit nicht entgehen und wird sich die Partie der Seattle Seahawks gegen die Oakland Raiders live in der englischen Hauptstadt ansehen. Ebenfalls am Sonntag ist aber auch seine Mannschaft im Achtelfinale des Salzlandpokals gefordert. Der Landesklassevertreter ist zu Gast bei der Reserve des SV 09 Staßfurt aus der Salzlandliga (Anstoß 14 Uhr).

Im Pokal weniger Druck

Aber kein Problem, denn Co-Trainer Sven Bertram und Torwart-Trainer Sebastian Sievers werden die Leitung übernehmen. „Ich denke, Sven ist lange genug dabei und die Mannschaft hat auch Respekt vor ihm“, sagt Berlau zu seiner Vertretung.

Die Pokalpartie beim unterklassigen Gegner soll in erster Linie dafür genutzt werden, um Selbstvertrauen aufzubauen. Denn in der Liga hinkt der TSV den Erwartungen weit hinterher. Nur ein Sieg und ein Unentschieden aus sechs Spielen gelang den Kleinmühlingern. Dafür läuft es im Pokal umso besser. Woran das liegt? „Im Pokal kann man befreiter aufspielen. Wenn du raus fliegst, dann ist das so“, erklärt der Coach und schiebt nach: „In der Liga hast du den Druck, dass du Punkte einfahren musst.“

Neues Selbstvertrauen im Pokal holen

Dieser Druck hemmt anscheinend den einen anderen Spieler. Daher sollen sich die Spieler im Pokal das verlorene Selbstvertrauen wieder holen, denn „in der Liga läuft es bisher nicht so gut. Wir wollen die nächste Runde im Pokal erreichen“, gibt Berlau die Marschroute für die Partie voraus.

Vom Papier her ist der höherklassige TSV der Favorit der Partie, doch der Übungsleiter sieht es etwas anders. „Ich denke, es gleicht sich aus, da wir bestimmt auf Kunstrasen spielen werden. Zudem sind wir auswärts gefordert.“ Kunstrasen und Kleinmühlingen? Zwei Worte, die nicht gut zueinander passen. „Die bestehenden Probleme kenne ich noch aus der Zeit, als ich gespielt habe“, sagt Berlau. Und sie sind weiterhin präsent.

Der Belag des Kunstrasens erlaubt eine schnellere Spielweise. „Das Bällchen läuft einfach flüssiger bei Mannschaften, die darauf trainieren.“ Jedoch möchte der Coach es nicht am Belag des Platzes festmachen. „Es kommt auf die Tagesform an. Die Fehlerquote muss minimiert werden.“

Sollte das funktionieren, ist ein erreichen der nächsten Runde möglich. Dennoch liegt weiterhin der Fokus auf der Liga. Für die Pokalpartie wird der eine oder andere Stammspieler geschont. So könnten Norman Möbes und auch Kevin Junge erst einmal auf der Bank Platz nehmen. Sebastian Durrhack bekommt eine Pause, da der Abwehrchef erneut Probleme mit dem Fuß hat. So werden die „jungen Wilden“ des Vereins wieder Einsatzzeit bekommen, da ist sich Berlau sicher. Welche Mannschaft im Endeffekt auf dem Platz steht, „wird spontan entschieden“. Und auch wenn der Trainer am Sonntag in London verweilt, im Geiste wird er ab 14 Uhr seiner Mannschaft fest die Daumen drücken.