Schönebeck l Immer wieder riss es den Trainer Torsten Brinkmann von seinem Platz an der Seitenlinie. Er dirigierte seine Spieler so, dass mehrere Optionen immer anspielbereit waren. Zu diesem Zeitpunkt lag Union Schönebeck aus der Verbandsliga gegen den FC Grün-Weiß Piesteritz mit 1:2 in Rückstand. Und auch Mathias Rhode, der Kapitän des Teams, baute seine Mannschaft auf. „Es ist noch genug Zeit. Glaubt einfach an euch.“ Und das tat Union dann auch. Denn nach 90 Minuten stand es 4:2 (1:0) für die Schönebecker, die nach fünf Spielen endlich wieder drei Punkte einfahren konnten und nun mit 30 Zählern auf dem achten Rang liegen.

Standards bringen Gefahr

„Es gibt auch dreckige Siege. In der Situation, in der wir uns befinden, ist es egal wie wir es geschafft haben. Wichtig ist der Erfolg“, fasste es Brinkmann zusammen. Denn mit dem Spielverlauf war der Coach nicht immer zufrieden und das war während der Partie spürbar. Dabei ging es gut los. Schönebeck spielte auf Sieg und wollte unbedingt den Dreier. „Wir hatten in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel. Wir haben uns über Außen gut durchgesetzt und Bälle in den Strafraum geschlagen“, sagte Brinkmann. So kam Union früh in der Partie zu den ersten guten Möglichkeiten, doch Florian Dethlefsen und Philipp Glage scheiterten.

Vom Gast aus Piesteritz kam wenig. Nur durch Standards wurde es brenzlig im Strafraum der Unioner. Denn nach einem Freistoß klatschte das Leder ans Lattenkreuz. Und was Piesteritz nicht gelang, machte Union dann besser. Bereits seit Wochen sorgen die ruhenden Bälle von Union für Gefahr. Daher ist es nicht überraschend, dass die Führung für Union so fiel. Aus dem Halbfeld brachte Nils Kauffmann den Ball in den Strafraum, wo Mathias Braunert „der Größte war“, wie Brinkmann sagte und einköpfte. „Nach der Chancenverwertung hätte es 3:2 stehen können.“

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Nach der Pause wollte Piesteritz es wissen. Direkt vom Anstoß weg liefen gleich fünf Spieler des Gastes in die gegnerische Hälfte. Das beeindruckte auch den Trainer. „Ich kann mir die Halbzeitansprache vorstellen. Sie haben in dem Moment nichts zu verlieren.“ Union hingegen war mit dem Aufstemmen des Gegners überfordert. So war das 1:1 nur eine Frage der Zeit.

Rhode mit dem Ausgleich

Nach einem Ball aus der Abwehrreihe verlängerte Kauffmann das Leder unglücklich. Dennis Marschlich lief alleine auf Stephan Pingel zu und verwandelte sicher (58.). Zuvor hatte Union aber eine Doppelchance, die Dethlefsen und Rhode leichtfertig vergaben. Nach dem Ausgleich hatte Piesteritz dann mehr von der Partie und spielte besser. Gefahr kam auf, wenn Marcus Niemitz und Marschlich am Ball waren. Aus dieser Kombination heraus fiel auch die 2:1-Führung für den Gast. Über links kam Niemitz zum Flanken und in der Mitte schoss Marschlich unbedrängt ein (70.).

„Von der 46. Minute bis zur 67. Minute war Piesteritz besser. Sie haben auch zwei Tore gemacht“, musste auch Brinkmann anerkennen. Doch Union blieb dran. Und dann kam es zum „Knackpunkt der Partie“, wie Brinkmann beschrieb. Patrick Pfeifer wollte einen Ball zu seinem Keeper zurück köpfen, doch Jan Hanzal griff am Ball vorbei und Rhode netzte ein (75.). „Wäre der Treffer nicht gefallen, würde ich nicht wissen, wie das Spiel ausgegangen wäre“, sagte der Trainer.

Denn Piesteritz musste aufmachen, um Zählbares zu holen. Das bot Union mehr Räume, um über die vielen Flanken noch mehr Gefahr zu erzeugen. Aaron Schäfer konnte über links marschieren, schlug das Leder in die Mitte, wo Glage verwertete - 3:2 (78.). Doch zufrieden war Brinkmann damit immer noch nicht. Immer wieder sprach der Coach mit seinen Spielern auf dem Feld und dirigierte und taktierte. Den Schlusspunkt der Partie setzte der eingewechselte Bastian Lorenz, der nach einer Flanke von links, geschlagen von Rhode und der Kopfballverlängerung von Philipp Garmann am zweiten Pfosten einschob.

Und trotz der wichtigen zwei Punkte hatte Brinkmann noch einiges zu kritisieren. „Das Umkehrspiel hat mir in der zweiten Hälfte nicht gefallen. Das hat alles zu lange gedauert. Wir haben die Lücken nicht geschlossen, obwohl ich es in der Halbzeit angesprochen hatte.“ Doch alles kann nicht schlecht gewesen sein, wenn das Team nach einem Rückstand noch einmal zurückkommt und das Ergebnis dreht. Verdient oder nicht, Fußball ist ein Ergebnissport und das passte. Union konnte wichtige drei Punkte einfahren und die Konkurrenz auf Abstand halten. „Ich bin mit dem Spielverlauf über 90 Minuten nicht ganz zufrieden, aber meine Mannschaft hat es auf irgendeine Art und Weise hinbekommen.“

Union: Pingel - Neugebauer, Braunert, Zelekou, Kauffmann, Glage (90. Schliemann), Rhode, Herzog, Garmann, Dethlefsen (72. Lorenz), Schäfer Tore: 1:0 Mathias Braunert(28.), 1:1, 1:2 Dennis Marschlich (58., 70.), 2:2 Mathias Rhode (75.), 3:2 Philipp Glage (78.), 4:2 Bastian Lorenz (85.) Schiedsrichter: Hendrik Miekautsch (Leipzig); ZS: 32