Bitterfeld-Wolfen/Schönebeck l Für beide Teams hatte das Spiel in der Verbandsliga einen hohen Stellenwert. Und die Atmosphäre war auch für Trainer Torsten Brinkmann spürbar. „Der Stadionsprecher hat gefühlt eine A 4-Seite vorgelesen, um die Wichtigkeit zu untermauern.“ Und dass der 1. FC Bitterfeld-Wolfen nicht auf Unentschieden spielen wird, wusste Brinkmann. „Ich habe meine Mannschaft vor der Partie noch gewarnt, wie gefährlich der Gastgeber ist“, sagte der Trainer. Die Ansprache brachte aber nichts. Mit 0:2 (0:1) verloren die Union Schönebeck in Bitterfeld-Wolfen.

Frühes Gegentor

Der Gastgeber erwischte dabei einen Traumstart in die Partie. „Ich wusste, dass sie alles in die Waagschale werfen werden. Und ich habe auch angekündigt, dass die ersten Minuten schwer werden. Das habe ich gesagt, damit meine Mannschaft dann nicht überrascht ist“, meinte Brinkmann. Aber nach zwei Minuten lag das Leder bereits im Netz der Unioner. Nach einem abgewehrten Eckball bekam Bitterfeld-Wolfen einen Einwurf. Und daraus entstand das Tor. Kai Müller stand frei und köpfte ein (2.). Sehr zum Ärger des Trainers: „Ich habe extra eine klare Zuordnung verlangt. Vor allem bei ruhenden Bällen sollten wir in die Manndeckung gehen“, erklärte der Coach. Gebracht hat es nichts.

Noch mehr ärgerte Brinkmann aber, „dass meine Spieler dennoch völlig überrascht waren“. Danach verflachte das Spiel. Chancen gab es nur selten. Einzig Philipp Garmann hatte eine Möglichkeit für Union. Dabei überließ Bitterfeld-Wolfen den Gästen viel Platz. „Wir schießen dennoch in der ersten Halbzeit nur einmal auf das Tor. Es wurden keine Diagonalbälle gespielt“, kritisierte Brinkmann und führte aus: „Wir haben in den ersten 45 Minuten mit Rückenwind gespielt, konnten das aber nicht ausnutzen. Wir haben es verpasst, den Grundstein zu legen.“

Keine zwingende Gefahr

Die zweite Halbzeit war für den Coach dennoch die bessere. „Wir waren kämpferischer, aber ohne zwingend gefährlich zu werden“, sagte Brinkmann. Dazu kam, dass die Standards, die in den letzten Wochen oft zu Toren führten, diesmal im Nichts gelandet sind. Um dennoch den Ausgleich zu erzielen, stellte Brinkmann in der Schlussphase auf Manndeckung um und Union spielte im offensiven 3-4-3.

Schönebeck war hoch aufgerückt und das bot Bitterfeld-Wolfen viel Platz zum Kontern. Nach einem Befreiungsschlag aus den Reihen der Gastgeber segelte das Leder weit in die Hälfte von Union. Viacheslav Potapenko überspielte Michael Herzog und lief auf Torwart Stephan Pingel zu. Beim Versuch, den Schlussmann zu überlupfen, scheiterte der Stürmer, doch der Abpraller landete wieder vor den Füßen von Potapenko, der dann verwandelte und die Partie entschied (88.).

„Ich habe das Gefühl, dass die Spieler etwas verwöhnt sind, nachdem die Hinrunde gut verlaufen ist. Wir müssen aber auch aufpassen, dass wir nicht in Bedrängnis geraten“, mahnte Brinkmann. „Wir müssen in den Spielen einfach anders auftreten.“

Union: Pingel - Neugebauer, Braunert, Zelekou,Kauffmann, Rhode, Herzog, Garmann, Irmscher (82. Schliemann), Dethlefsen, Schäfer (76. Dehnecke) Tore: 1:0 Kai Müller (2.), 2:0 Viacheslav Potapenko (88.) SR: Tristan Tauché (Leipzig), ZS: 67