Schönebeck l Vor den „Wochen der Wahrheit“ in der Fußball-Landesklasse, Staffel II, hat Spitzenreiter Schönebecker SV am Sonnabend viel Selbstvertrauen getankt. Die „Roten“ bezwangen Blau-Weiß Niegripp mit 3:0 (1:0). Dass ein Unglück selten allein kommt, hat sich wohl auch bis ins Jerichower Land und damit nach Niegripp herumgesprochen. Dass das Pech aber innerhalb von wenigen Sekunden derart geballt zuschlägt wie am Sonnabend in der 14. Minute, dürfte auch eine neue Erfahrung für die SG Blau-Weiß gewesen sein: Zunächst erwischte es Mittelfeldspieler Benjamin Schäfer, der mit einer Muskelverletzung aus dem Spiel und wohl auch aus dem Rest der Saison schied. Und irgendwie muss sich bei der nachfolgenden Auswechslung auch das Pech auf Marcus Schlüter übertragen haben. Nach der Fortsetzung des Spiels mit einem Schönebecker Freistoß aus halblinker Position fälschte der Eingewechselte den Ball ins eigene Tor ab und leitete letztlich den Anfang vom Ende der Gäste ein. Der Pragmatismus beim Sieger um Trainer Michael Steffen war da nur verständlich: „Natürlich kann es einem leid tun, aber geht der Ball an ihm vorbei, steht von uns noch jemand dahinter und erzielt das 1:0.“ Ohnehin war das Entscheidende in dieser Szene nicht der erzwungene gegnerische Fehler, sondern vielmehr das große Ganze, wie der SSV-Trainer verriet: „Wir haben diese ruhenden Bälle häufiger so trainiert und es war schön zu sehen, dass es gefruchtet hat.“ Es sollte schließlich am Sonnabend noch ein zweites Mal gelingen.

Aber der Reihe nach: Nachdem sich die Gäste vom Wirkungstreffer erholt hatten, wurde auch die SG mutiger. So verbuchte Fabian Mlynek kurz vor der Pause eine riesen Gelegenheit auf den Ausgleich: Doch war SSV-Keeper Stephan Pingel eigentlich bereits geschlagen, beförderte der Nie- gripper Rechtsaußen den Ball in dieser Szene weit über das Ziel. Mutmaßungen über den Ausgang des Spiels bei einem möglichen Ausgleich durften gern angestellt werden. So aber war es eine Viertelstunde nach Wiederbeginn erneut ein Freistoß, den Mathias Rhode in den blau-weißen Strafraum brachte und der letztwöchige Doppeltorschütze Stefan Kauczor den entscheidenden Impuls zum 2:0 gab. Nur fünf Minuten später besorgte Marcus Rasche die endgültige Entscheidung, ehe sich die Gastgeber vollends aufs Kontern verlagerten. Dabei blieben zwar noch einige Gelegenheiten ungenutzt, doch ein höherer SSV-Sieg hätte dem Spielverlauf nicht zwingend Gerechtigkeit getan. „Was bleibt, ist unsere bislang beste Rückrundenleistung. Die Jungs haben zu 90 Prozent das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, lobte Steffen. Lange mit der Niederlage hadern wollten hingegen auch die Niegripper nicht, wie Trainer René Sandmann durchklingen ließ: „Das Ergebnis war kein Beinbruch. Für uns ist jetzt wichtig, dass wir wieder die Kurve bekommen. Es braucht einfach jetzt wieder ein Erfolgserlebnis.“ Bekanntlich kommen diese ja auch meist in gehäufter Anzahl vor.

Schönebeck: Pingel – Braunert, Bruchmüller (59. Dudziak), Wagner, Kühn (52. Wenzel), Böhme, Könning (85. Haunschild), Rasche, Rhode, Kauczor, Rothe

Niegripp: Rimpl – Gerber, Zeuch, Hoppe, Plünnecke, Mlynek, B. Schäfer (14. M. Schlüter, 76. Ackmann), Nabel, Lindenblatt (63. B. Schlüter), Westhause, Wittpahl

Tore: 1:0 Marcus Schlüter (ET, 14.), 2:0 Stefan Kauczor (62.), 3:0 Marcus Rasche (67.); SR: Frank Schinke (Bernburg), Daniel Heine, Nicole Remus; ZS: 53