Salzlandkreis l Überzeugend trat der TSV Kleinmühlingen/Zens an jenem 25. Juni 2010 auf, präsentierte sich sowohl körperlich als auch mental auf den Punkt fit und bezwang den 1. FC Aschersleben deshalb verdient mit 3:0 (1:0).

Eigentlich wollten die FC-Akteure mit dem Pokalsieg eine äußerst erfolgreiche Saison krönen, denn bereits Mitte Juni war mit dem Landesklasse-Staffelsieg der Sprung in die Landesliga gelungen. Als die Begegnung aber um 20:18 Uhr abgepfiffen wurde blieb dem neutralen Beobachter nur das Fazit: Hochmut kommt vor dem Fall.

Zwar hatte Aschersleben fußballtechnische Vorteile, doch schon das frühe Führungstor des Vizekreismeisters zeigte Wirkung. Stefan Schliemann, der laut TSV-Trainer Mario Katte „seine wohl beste Saisonleistung“ zeigte, behauptete den Ball in Spielminute zehn souverän und trat eine gute Flanke. Diese nutzte Andreas Kirchhoff zum 1:0. „Wir wussten, worum es ging, und so sind wir auch die Partie angegangen“, sagte Katte. Die TSV-Elf war taktisch gut eingestellt, denn nennenswerte FC-Chancen hatten Seltenheitswert. Kleinmühlingens Konterfußball war indes weitaus torgefährlicher. Durch den Feldverweis gegen FC-Mann Marco Grabowski und das 2:0 von Sebastian Durrhack war schon nach knapp einer Stunde Spielzeit eine Vorentscheidung gefallen.

Zwar investierte der Landesligaaufsteiger anschließend, vor allem kämpferisch,mehr in die Partie, blieb aber insgesamt zu harmlos. So schienen einige Aschersleber Akteure frühzeitig aufzustecken. Die Kleinmühlinger spielten sich indes mit dem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken in einen regelrechten Rausch. Der starke Christian Keller fing in der Abwehr die Bälle ab, spielte schnell nach vorn und schaltete sich zuweilen in den Angriff ein. Nur die sich bietenden Chancen nutzte das Katte-Team nicht. So scheiterten Durrhack (70.) und der eingewechselte Chris Katte (79.) am Pfosten. Erst der ebenfalls eingewechselte Norman Möbes traf zum 3:0-Endstand (84.). „Das war die Belohnung für die zusätzlichen zwei Wochen Training“, erklärte Übungsleiter Katte nach dem Spiel und musste wenige Sekunden später eine Sektdusche über ich ergehen lassen. Mit dieser hatte der Coach aber gerechnet und Sachen zum Wechseln dabei.

Ein besonderes Spiel war dieses Finale auch für Schiedsrichter Hans-Jürgen Hahn (Beesenlaublingen). Mit 63 Jahren war der Unparteiische der bisher älteste Referee, der ein Endspiel leiten durfte. Vor 277 zahlenden Zuschauern hatte der routinierte Schiri alles im Griff und zeigte eine souveräne Leistung.

Weniger souverän verlief der Auftritt des Pokalchampions im Landespokal der nachfolgenden Saison. Gegen den SV 09 Staßfurt gab es in Runde eins eine 1:5 Niederlage.