Schönebeck l  In einer packenden Partie setzten sich die Schönebeckerinnen vor eigenem Publikum mit 29:27 (13:12) durch. Das Prestigeduell hielt dabei von Beginn an, was sich die Fans im Vorfeld davon versprochen hatten. Beide Teams schenkten sich nichts und kämpften über 60 Spielminuten energisch um jeden Ball. Dabei blieb es trotz aller Rivalität fair.

Siebenmeter zu Beginn

Dennoch bekamen die Calbenserinnen schon in der ersten Spielminute einen Siebenmeter zugesprochen, den Juliane Gaul zum 0:1 verwandelte. Anschließend ging es bis zum 7:7 (14.) munter hin und her. Dann schienen die Calbenserinnen, die mit zwei Siegen in die Saison gestartet waren, ihre leichte Favoritenrolle auch auf die Anzeigetafel projizieren zu können. Michelle Feilhaber (2) und erneut Gaul brachten die Gäste mit 10:7 (17.) in Front. Doch von diesem Rückstand ließen sich die Gastgeberinnen nicht beeindrucken und waren beim 10:10 von Lilli Hoffmann in Minute 24 wieder auf Augenhöhe. Zur Pause lag die SG Lok dann sogar knapp vorn – 13:12.

In Halbzeit zwei konnte sich dann zunächst keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen. Dennoch wirkten die Schönebeckerinnen entschlossener. Vor allem in der Abwehr packten die Gastgeberinnen konsequent zu und nutzen auch immer wieder Lücken in der TSG-Deckung zu einfachen Toren. Hier rückten vor allem Lilli Hoffmann im Rückraum und Katharina Depta auf der Linksaußen-Position ins Blickfeld. Beide kamen am Ende jeweils auf acht Treffer. Da auch Liza Nowicki im SG-Tor vor allem in der Schlussphase entscheidende Bälle abwehren konnte, gingen die Schönebeckerinnen mit einem 24:22-Vorsprung in die letzten fünf Spielminuten.

Dies rief Kristin Sroka auf Seiten der Gäste auf den Plan. Sie übernahm nun bei der TSG viel Verantwortung und glänzte immer wieder als Torschützin. Doch auch Schönebeck kam zu weiteren Treffern, so dass Gäste-Coach Ronald Kampe in einer Auszeit seinen wohl letzten Joker zog. Denn anschießend versuchten es die Saalestädterin beim 24:26 aus ihrer Sicht mit einer siebenten Feldspielerin. Doch dieser taktische Kniff ging schief. Die TSG verlor den Ball und Vivien Goldgraebe versenkte den Ball zum 27:24 im verwaisten Gästetor. Damit war das Spiel entschieden.

Gästecoach verärgert

Sehr zum Ärger von Gästecoach Ronald Kampe, der mit seiner Sieben unmittelbar nach Spielende hart ins Gericht ging: „Wir hatten einfach nur Angst. Wir haben uns regelrecht in die Hosen gemacht“, wetterte Kampe. Auch die Drei-Tore-Führung in Hälfte eins reichte aus Sicht des Trainers nicht, seinem Team genügend Ruhe verschaffen. „Das kann ich nicht nachvollziehen“, sagte Kampe. Immerhin attestierte er: „Einstellung und Wille waren da, aber wir konnten es nicht umsetzen. Uns fehlte der Mut, dabei können wir es ja“, so Kampe.

Schönebecks Übungsleiter Dirk Schedlo war indes stolz auf seine Spielerinnen und widersprach auch seinem Trainerkollegen. „Ich glaube nicht, dass Calbe Angst hatte. Vielmehr denke ich, dass wir in der Lage waren, durch eine gut organisierte und aggressive Abwehr das gewohnte Angriffsspiel von Calbe zu unterbrechen. Entscheidend war dann, dass wir das Tempo bis zum Ende hoch gehalten haben.“

Schönebeck: Krakau, Nowicki – Kracht (3), Sejdovic, Depta (8), Bertelmann (2), Krause, Sauer (2), Stagge, Vi. Goldgraebe (6), Moschner, Hoffmann (8), Angermann, Bullert

Calbe: Neumann, Hecker – Mennecke, Kubitz, Thieme, Wilke (4), Sroka (8), Thiele, Gaul (7), Lenhart (3), Feilhaber (5), Schreiber Siebenmeter: Schönebeck 3/2 – Calbe 4/3 Zeitstrafen: Schönebeck 1 – Calbe 5