Calbe l Eine Verkehrsinsel, zwei Männer und jede Menge Spaß und Freude. Kurz bevor das Partymobil aus Dessau-Roßlau wieder die heimische Hegersporthalle erreichte, wurde noch ein Stop eingelegt. TSG-Keeper Stefan Wiederhold und Coach Andreas Wiese stiegen aus und hüpften und sangen Arm in Arm mitten auf einem bepflasterten Kreisverkehr herum. Für die vorbeifahrenden Autofahrer war es wahrscheinlich ein komisches Bild, doch die Freude der beiden musste einfach heraus. Die Medaillen für die gewonnene Landesmeisterschaft hingen dabei um den Hals. Denn der Handball-Sachsen-Anhalt-Ligist TSG Calbe hat es geschafft. Durch den deutlichen 30:18 (14:8)-Erfolg gegen den Dessau-Rosslauer HV II haben sich die Saalestädter am letzten Spieltag die Krone aufgesetzt und sind somit auch das beste Team aus Sachsen-Anhalt.

Fans sorgen für gute Stimmung

Die eigentlich Party startete aber schon früher. Kaum war die Schlusssirene ertönt, ging die TSG Calbe in den Feiermodus über. Und das auch völlig verdient. „Der Dank geht auch an den Dessau-Rosslauer HV II, dass das Spiel überhaupt stattfand. Personell sah es bei ihnen nicht gut aus“, sagte Wiese. Die Atmosphäre in der Anhalt-Arena in Dessau war für den Übungsleiter kaum zu beschreiben. „Gefühlt waren über 100 Fans mitgereist und haben für eine geile Stimmung gesorgt.“

Und die Mannschaft heizte den Fans auf der Platte immer weiter ein. „Sogar eine Laola ging durch die Reihen“, war Wiese fasziniert. Die Calbenser ließen ihr ganzes Können aufblitzen, laut Wiese funktionierte auch der Kempa-Trick, bei dem der Ball auf einen in Richtung Tor springenden Spieler gepasst wird, der ihn in der Luft fängt und dann sofort auf das Tor wirft.

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Einen großen Anteil am Erfolg hatte auch die Defensive. Für die Hausherren gab es erneut kaum ein Durchkommen. Nur 18 Gegentore kassierte das Team, stellt mit nur 575 kassierten Toren den Ligabestwert auf. „Auch wenn es eine Phrase ist. Die Schlacht wird dennoch in der Abwehr gewonnen. Den Titel hat sich aber die gesamte Mannschaft geholt“, sagte Wiese.

Doch auch die Spieler auf der Bank hatten entscheidenden Einfluss. Zum Beispiel Christoph Borzucki, der für Marius Schwarz in die Partie kam, wurde mit sieben Toren bester Werfer.

Zu Beginn des Spiels sah es aber noch nicht so gut aus. „Wir haben schwer hereingefunden“, beobachtete Wiese. Doch nach zehn Minuten übernahmen die Saalestädter das Zepter und spielten gewohnt stark auf. Daran änderte sich auch im zweiten Durchgang nichts. Nach der Partie gab es dann die Medaille für die Saisonleistung.

Und die Kabine in Dessau-Rosslau wurde zur Tanzfläche. Zurück in Calbe lud Abteilungsleiter Gunnar Lehmann die Mannschaft noch in das Vereinsheim am Heger ein, wo bei Kaltgetränken der Abend ausklang. Die Mannschaft bestieg einen Tag später in allerbester Laune den Flieger Richtung Mallorca, um den Titel gebührend zu feiern.

TSG Calbe: Wiederhold, Bertram - Walther (2), Fritz (3), Krause, Lück (3), Rätzel (1), Schwarz (1), Borzucki (7), Harig (6), Sowa, Kralik (4), Illig, Reiske (3)

Zeitstrafen: TSG 2 - DRHV II 3

Siebenmeter: TSG 2/3 - DRHV II 2/2