Calbe l Der Landesmeistertitel kann am kommenden Wochenende eingefahren werden. Auf den Aufstieg in die Oberliga verzichtet die TSG jedoch. Und auch das Personalkarussel dreht sich gewaltig. Es gibt momentan viel zu tun für den Handball-Abteilungsleiter Gunnar Lehmann. Er und seine Mitstreiter an der Spitze der TSG Calbe müssen für die Zukunft einige Weichen stellen. Dabei soll der Fokus eigentlich nur auf dem Sachsen-Anhalt-Liga-Spiel der ersten Männermannschaft am kommenden Sonnabend liegen. Beim Dessau-Roßlauer HV II geht es für die Saalestädter nämlich um die Landesmeisterschaft. Zu dieser fehlt lediglich ein Punkt. Unter Umständen reicht es sogar bei einer Niederlage zum Titelgewinn.

Gunnar Lehmann will davon aber nichts wissen: „Die Jungs müssen natürlich versuchen, ihre Nerven im Zaum zu halten, aber wir spielen voll auf Sieg!“ Das taten die Calbenser auch zuletzt gegen den HSV Magdeburg und es ging dem Team zunächst nicht allzu leicht von der Hand. „Der HSV hat uns das Leben schwer gemacht. Ob es an der Drucksituation lag, oder die Jungs es besonders gut machen wollten, kann ich nicht beurteilen. Fakt ist, wir hatten in der zweiten Halbzeit konditionelle Vorteile und es war letztlich ein verdienter Arbeitssieg“, ordnet Lehmann den 34:28-Erfolg der TSG ein.

Ein weiterer Sieg soll auch in Dessau her. „Nach dem Ausrutscher zuhause gegen Langenweddingen - ohne den wir jetzt schon durch wären - hat sich die Mannschaft geschworen, alle Spiele zu gewinnen. Das hat seitdem auch geklappt. In Dessau wartet aber ein echter Brocken auf uns. Wir haben uns schon im Heimspiel sehr schwer getan“, erinnert sich Lehmann. Dennoch ist Calbes Handball-Chef frohen Mutes: „Ich hoffe, dass viele unserer Fans mit rüber fahren und eine Art Heimspielathmosphäre für uns erzeugen können. Soweit ich weiß, organisieren sie sich diesbezüglich auch schon“, meint Lehmann. Einen Fanbus wird der Verein indes nicht chartern. Aufgrund der kurzen Entfernung und auch der überschaubaren Zeit für die Planung wird darauf verzichtet. „Ich baue diesbezüglich auf das Organisationstalent unserer Fans“, sagt der Abteilungsleiter mit einem Schmunzeln.

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Weniger erfreulich war für Lehmann vor einigen Wochen die Entscheidungsfindung in puncto eines möglichen Aufstieges in die Mitteldeutsche Oberliga.

Oberliga perspektivisch nicht wegwischen

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich möchte auch nicht, dass es so dargestellt wird, dass es nur am Geld liegt. Es sind Fragen des Personals, der Struktur und der Finanzen. Ich will die Mitteldeutsche Oberliga perspektivisch auch nicht wegwischen“, schließt Lehmann einen Aufstieg für die Zukunft nicht aus. Zunächst werden aber kleinere Brötchen gebacken: „Platz eins bis fünf ist in der Sachsen-Anhalt-Liga immer unser Anspruch. Auch wenn es jetzt einen Umbruch geben wird“, sagt Lehmann.

Dieser hat vor allem erstmal personelle Hintergründe. Neben einigen Spielern verabschiedet sich Trainer Andreas Wiese bekanntlich zum Ende der Spielzeit. Ein Nachfolger ist mit Hannes Krausholz aber schon gefunden. „Es ist schön, dass Andreas Wiese den Übergang auch noch begleiten wird und nicht einfach so verschwindet“, freut sich der Spartenchef über die große Loyalität des Noch-Trainers.

Personelle Änderungen im Spielerkader sollen indes im Nachgang der Saison intensiv beredet werden. „Das besprechen wir offiziell alles ab der nächsten Woche. Vor dem wichtigen Spiel das ansteht, wollen wir keine Nebengeräusche aufkommen lassen. Der ganze Verein ist fokussiert auf dieses Spiel“, beschreibt Lehmann die aktuelle Gemütslage rund um die TSG. Folgerichtig gibt der Calbenser Handball-Chef auch noch keine Namen von potenziellen Neuzugängen preis. „Die Gespräche laufen natürlich im Hintergrund“, bestätigt Lehmann.

Jan Illig verlässt Calbe

Gelaufen sind die Gespräche indes schon mit dem vorhandenen Kader. Mit Marius Harig, den es studienbedingt aus Calbe wegzieht, Christoph Borzucki, der aus beruflichen Gründen in die Altmark zur HSG Osterburg wechselt und Marius Schwarz, standen drei Abgänge bereits seit einiger Zeit fest. Schwarz wechselt übrigens zum MTV Vorsfelde in die niedersächsische Oberliga. Zu diesem Trio gesellt sich nun auch Jan Illig, der zum HC Aschersleben in die Mitteldeutsche Oberliga geht.

Doch das alles ist noch Zukunftsmusik. Jetzt soll erstmal der Titel her. Und wenn es nicht klappt? „Unabhängig vom Ausgang werden wir für die Mannschaft am Sonnabend etwas organisieren. Das haben sich die Jungs nach dieser tollen Saison einfach verdient“, sagt Lehmann anerkennend.