Schönebeck l „Hinsetzen, hinsetzen“, hallte es durch die Halle. Die Zuschauer stimmten die Zeilen des beliebten Partyliedes an und die Spieler der SG Lok Schönebeck lauschten und wiederholten die Buchstaben, die vorgegeben wurden. Am Ende kam das Wort „Humba“ heraus und die Spieler hüpften hin und her. Die Freude war groß. Und die Anspannung wie weggeblasen. Mit 34:31 (19:17) gewann die SG Lok das Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Post SV Magdeburg und „machte anderthalb Schritte Richtung Klassenerhalt“. So beschrieb es der Trainer Henning Stapf.

In entscheidenden Phasen konsequenter

Doch die Freude war dem Coach der Elbestädter nach dem Spiel nicht anzusehen. „Innerlich freue ich mich schon. Die Anspannung ist immer noch da, aber die Freude wird noch kommen. Und dann kann ich auch lachen“, sagte Stapf. Und Grund zur Freude war genug. Denn die Schönebecker zeigten von Beginn an, welches Potential in ihnen schlummert. Nach zwölf Minuten setzte sich die SG Lok durch das Tor von Marc Stapf auf 9:6 ab. „Da lief das Spiel. Danach verlassen wir aber unsere Linie“, analysierte der Trainer. Und in dieser Phase gelang es den Gästen aus Magdeburg, wieder heran zu kommen. Drei Treffer in Folge landete der Post SV Magdeburg und kam auf 11:12 (19.) heran. Doch die Offensive der Elbestädter war an diesem Tag gut aufgestellt. Allen voran der Rechtsaußen Mario Meißner, der mit 14 Toren erfolgreichster Werfer war, trug maßgeblich zum Erfolg bei. Und Meißner war es auch, der mit zwei schnellen Treffern den Vorsprung ausbaute (16:11, 22.). Doch der Abstand verkleinerte bis sich bis zur Pause auf zwei Tore (19:17).

„Wir waren in den entscheidenden Phasen konsequenter als der Gast“, sagte Stapf nach der Partie. Und das wurde in der zweiten Halbzeit deutlich. Mark Illig im Tor erwischte einen guten Tag und hielt einige Angriffe der Gegner. „Die Deckung hat phasenweise gut funktioniert und Mark unterstützt“, meinte Stapf nach dem Spiel. Aber das funktionierte eben nicht immer. So kamen die Gäste zu einfachen Toren. „Magdeburg kommt über rechts und Mark macht die kurze Ecke auf. Na klar wirft der Angreifer dann dort hin“, analysierte Stapf, doch im Endeffekt alles nur halb so schlimm, „denn wenn man über 60 Minuten angespannt ist, dann kann so etwas passieren“.

Der Wille und die Leidenschaft stimmen

Auch wenn die SG Lok die Führung nie aus der Hand gab, blieb es ein enges Spiel. Keiner wollte einen Fehler machen. Doch Post ließ im Abschluss Schwächen aufkommen, zugunsten der SG Lok. Nach dem Anschlusstreffer von Sebastian Häberer (25:26, 41.), hatte der Gast die große Möglichkeit zum Ausgleich, scheiterte aber am Pfosten. Nach dieser Situation nahm Stapf die Auszeit und beruhigte seine Spieler. Und diese kleine Auszeit zeigte Wirkung. Vor allem über die Außen Meißner und Kevin Krause ging immer Gefahr aus, doch so recht schafften es die Schönebecker nicht, den Gegner auf Abstand zu halten. Doch Illig zeigte in der Schlussviertelstunde, dass der Keeper ein starker Rückhalt ist, „welcher der Mannschaft zusätzlich Sicherheit verschaffte“. Denn 24 Sekunden vor Schluss hielt der Torwart einen Siebenmeter von Häberer. Beim Stand von 33:31. Und der Jubel setzte so langsam ein. Torwart, Feldspieler und die gesamte Ersatzbank warteten auf den Schlusspfiff, denn der Sieg war den Elbestädtern nicht mehr zu nehmen.

„Der Sieg heute war ganz wichtig. Die Anspannung war vor der Partie spürbar“, meinte der Coach nach dem Spiel. „Man hat sich natürlich auch gefragt, was passiert, wenn wir verlieren.“ Doch diese Frage stellte sich nach packenden 60 Minuten niemand mehr. „Meine Spieler haben das super gemacht. Der Wille und die Leidenschaft haben gepasst“, so Stapf. Und das sollte Mut geben für die kommenden Aufgaben. Am 7. April gastiert die SG Lok beim Schlusslicht USV Halle II und könnte mit einem Sieg den Klassenerhalt perfekt machen. Denn gegen Radis (4.), Spergau (2.) und Oebisfelde (1.) wird es bedeutend schwerer.

SG Lok: Illig, Knörich - Schulz, Bauer (3), Warschkau, Stapf (3), Riedel, Meißner (14/3), Blumenthal, Karau (2), Ernst (1), Schröder (3), Kazmierowski, Krause

Siebenmeter: SG Lok 4/3 Post SV 2/1 Zeitstrafen: SG Lok 3 Post SV 1 Rote Karte (o.B.): Attila-Hamza Demir (Post SV Magdeburg, 30.)