Calbe l Er war kaum zu überwinden. Entweder ging das rechte Bein nach oben, oder der linke Arm. Zumindest schaffte es Daniel Bertram immer wieder, ein Körperteil zwischen Ball und Tornetz zu bekommen und ließ die Akteure der SG Lok Schönebeck so reihenweise verzweifeln. Der Keeper des Handball-Sachsen-Anhalt-Ligisten TSG Calbe erwischte im Derby gegen die Elbestädter einen Sahnetag und wies eine Quote von 53 Prozent gehaltener Bälle auf. Auch der zweite Keeper, Toni Krüger, der eigentlich in der Zweiten steht, stand Bertram in Nichts nach. Er kam sogar auf 60 Prozent. Da die Calbenser auch in der Offensive über 60 Minuten zu überzeugen wussten, wurde das Salzland-Derby zu einer eindeutigen Sache. Während TSG-Coach Hannes Krausholz hofft, dass nach dem 36:19 (16:11)-Erfolg seine Mannschaft den Schwung mitnehmen kann, war das Debüt des neuen Schönebecker Trainerduos Stefan Kazmierowski und Christian Stark ein Reinfall. „Nach zwei Einheiten ist das aber auch schwer“, schätzte Krausholz ein.

Keine Derbystimmung

Die wenigen Einheiten schmerzten bei der Niederlage der SG Lok allerdings nicht am meisten. Vielmehr war es die Tatsache, „dass gar keine Derbystimmung bei uns aufkam. Es war kein Feuer vorhanden“, meinte Kazmierowski im Nachgang. Denn auch das neue Trainergespann steht vor einem Rätsel, auf das Vorgänger Sebastian Roost keine Lösung parat hatte. „Das Aufbäumen in Halbzeit zwei hat gefehlt. Die Mannschaft hat sich komplett aufgegeben“, beobachtete Kazmierowski.

Die Verunsicherung der Gäste nutzten die Hausherren von Beginn an aus. Das schnelle 3:0 konterten die Schönebecker noch und kamen auf 2:3 heran, doch danach setzten die Calbenser den Plan des Trainers bestens um. Das frühe Absetzen war schon eine kleine Vorentscheidung (11:6, 20.). Bis zum 14:11 war Kazmierowski allerdings „ganz zufrieden“, mit der Leistung seiner Mannschaft. „Kämpferisch waren wir gut dabei.“

Als „Knackpunkt“ machte der Lok-Coach die Phase rund um den Seitenwechsel aus. Der Treffer zum 16:11 kurz vor der Pause tat den Schönebeckern richtig weh. Ein verworfener Siebenmeter kurz nach Wiederbeginn sorgte dann für den endgültigen Einbruch der SG Lok. „Die Partie war somit nach 35 Minuten durch. Wir haben danach viele Fehler gemacht. Das ist wie ein Automatismus, dass wir riskante Pässe spielen und diese dann beim Gegner landen“, so der SG Lok-Coach.

Nutznießer waren die Calbenser. „In der Pause habe ich an der Abwehr justiert“, sagte Krausholz und hat genau die richtigen Stellschrauben erwischt. Zusammen mit den beiden Torhütern holte sich die TSG die nötige Sicherheit und zog Schritt für Schritt davon, profitierte dabei aber auch vom fehlenden Willen der Gäste. „Wichtig für uns war, dass wir die Leistung über 60 Minuten abrufen konnten“, freute sich Krausholz im Nachgang. Das hätte sich das SG Lok-Trainerduo auch von der eigenen Mannschaft gewünscht.

TSG: Bertram, Krüger - Walther, Fahrholz (3), Fritz (1), Krause, Gieraths (2), Rätzel (2), Held, Weiß (11/2), Sowa (3), Kralik (7), Wiedon (2), Reiske (5)

SG Lok: Dobertin, Knörich - Heimesath (3), Kessel (1), Schulz (4), Bauer, Ernst (2), Haverland (2/1), Forth (1), Bullmann (1), Riedel (4), Thiedig, Willner (4)

Siebenmeter: TSG 2/3 - SG Lok 2/3

Zeitstrafen: TSG 3 - SG Lok 3