Schönebeck l Das Derby gegen den HC Salzland wurde zu einem Schützenfest. 50:21 (28:12) hieß es nach 60 Minuten, die einen Klassenunterschied offenbarten. „Lilli! Direkt!“, rief Dirk Schedlo, Trainer der SG Lok Schönebeck. Gemeint war Lilli Hofmann, torgefährliche Rückraumschützin im Schönebecker Team. Diese schaute etwas skeptisch, nahm sich dann aber doch den Ball und schleuderte ihn präzise an der Freiwurf-Mauer, bestehend aus Salzland-Spielerinnen, vorbei und oben rechts ins Toreck an den Innenpfosten. Dieser lenkte den Ball dann über die Linie. Ein echtes Traumtor. Der direkte Freiwurf war die letzte Szene in der ersten Halbzeit des Handball-Sachsen-Anhalt-Liga-Derbys zwischen Schönebeck und dem HC Salzland. Der Treffer bedeutete den 28:12-Pausenstand. Am Ende hieß es gar 50:21 für die SG Lok.

Debakel für Salzland

Ein Debakel für die Salzländerinnen, welches Trainer Mark Illig schon vor dem Spiel kommen sah. „Schönebeck spielt einen sehr schnellen Handball. Das haben sie über Jahre einstudiert und immer weiter verbessert. Wir hatten zudem nur eine Wechselspielerin, die eigentlich Torhüterin ist. Somit war es dann irgendwann auch eine Kraftfrage. Ich wusste, dass wir hier heute 30 oder 40 Gegentore kriegen“, sagte HCS-Trainer Mark Illig, der seinen Rücktritt kurz nach dem Spiel öffentlich machte. Nach seinem letzten Auftritt an der Seitenlinie des HCS, der die Hinrunde damit punktlos als Tabellenletzter beendete, hatte Illig aber auch lobende Worte für seine Mannschaft übrig, die einmal mehr aufgezeigt bekam, dass sie für die Sachsen-Anhalt-Liga in der derzeitigen Besetzung nicht tauglich ist. „Alle haben bis zuletzt weitergespielt. Niemand hat sich hängen lassen. Davor ziehe ich den Hut. Niemand kann sagen, die Mannschaft hätte sich aufgegeben“, stellte Illig anerkennend fest.

Für die Schönebeckerinnen ging es indes von Anfang an nur um die Höhe des Erfolges. Nach einer Viertelstunde lagen sie bereits mit zehn Treffern in Front – 13:3. Zur Pause, nach Lilli Hoffmanns Kunstwurf, betrug der Vorsprung dann schon 16 Tore. „Es war ein absolut verdienter Sieg für uns. Auch in dieser Höhe. Wir haben 40 Minuten tollen Tempohandball gespielt und 20 Minuten neue Sachen ausprobieren können“, stellte SG-Trainer Dirk Schedlo fest. Der Coach äußerte damit zwischen den Zeilen, was alle Zuschauer sehen konnten. Es war lediglich ein Trainingsspiel unter Wettkampfbedingungen für die Elbestädterinnen.

Freudensprünge bei der SG

Die SG Lok versuchte „früher in Ballbesitz zu kommen und den Gegner nicht immer zum Wurf kommen zu lassen“, beschrieb Schedlo die Neuerungen, die er mit seinem Team testete. Ein festes Ziel verfolgen die Schönebeckerinnen dabei aber trotzdem. Die 50-Tore-Marke sollte fallen. Und sie tat es. Aufgrund vieler ungenauer Abspiele im Angriff der SG Lok dauerte es jedoch bis wenige Sekunden vor Ultimo. Doch dann traf Tugce Kümüs zum Endstand und sorgte für Freudensprünge bei den Gastgeberinnen. Die HCS-Damen schlichen derweil wie begossene Pudel vom Feld.

SG Lok Schönebeck: Krakau – Kracht (1), Kümüs (10), Depta (4), Bertelmann (3), Krause (6), Sauer (2), Stagge (1), Goldgraebe (7), Moschner, Hoffmann (13), Angermann (3)

HC Salzland: Grenzer – Braune (1), Blankenfeld (2), Mittwollen (5), Nahrendorf (5), Fensterer (2), Kriebel (4), Voigt (2)

Siebenmeter: SG Lok 5/5 – HCS 2/2

Zeitstrafen: SG Lok 3 – HCS 2