Glinde l Immer wieder scherzte Sebastian Weiss im Tor des Verbandsligisten Glinder HV „Eintracht“ mit Julian Bartels und dem Betreuer Torsten Freiberg. Doch neben den Späßen und Witzen, zeigte der Keeper auch einen gewissen Ehrgeiz. Bei einfachen Gegentoren wurde er laut und animierte seine Vordermänner zu einer besseren Deckung. Doch auch Weiss selbst zeigte, dass er bereit ist für die Liga. Zahlreiche starke Paraden zeigte der Torwart und hatte zusammen mit Bartels einen gewissen Anteil am 28:27-Erfolg der Glinder gegen den Sachsen-Anhalt-Ligisten SG Lok Schönebeck. Da dürfen auch mal die Siegerfäuste nach einer starken Parade gezeigt werden, auch wenn es nur ein Test war. „Beide Torhüter waren heute sehr gut“, sagte auch GHV-Trainer Peter Pysall nach der Partie.

Lok kommt besser in die Partie

Für beide Mannschaften war es der zweite Test im Zuge der Vorbereitung. Während die SG Lok die zweite Niederlage kassierte, durften sich die Glinder über den Erfolg gegen eine höherklassige Mannschaft freuen. „Für uns ist das Ergebnis natürlich positiv. Es muss nur alles richtig gedeutet werden“, sagte Pysall. Denn erneut hatten die Glinder personelle Sorgen. Arvid und Philip Schmidt fehlten, genau so wie Julian Bauer. „Das ist schon ein Faktor, denn es sind alles Leistungsträger.“

Gespielt wurden dreimal 20 Minuten. Vor allem im ersten Drittel bestimmten die Schönebecker die Partie deutlich. „Im ersten Drittel habe ich die aufgestellt, die auch in der Liga spielen werden. Dort können aber noch punktuell Änderungen vorgenommen werden“, sagte Uwe Illig, der Coach der SG Lok. Zum Aufgebot gehörten unter anderem Jan Bauer, Kevin Krause, Lukas Karau oder auch Denny Schulz. Alles alte Bekannte. Zudem setzte Illig auf die Neuzugänge Hans André Kessel, Tim Bullmann und Torwart Leon Dobertin (alle von der TSG Calbe II). Insgesamt zwölf Mann nahmen auf der Bank der SG Lok platz und das bot Illig die Möglichkeit, sein Team in jedem Drittel zu verändern.

Beide Teams probieren einiges aus

Aber auch Glinde probierte viel aus. So spielte zum Beispiel Kevin Tacke auf Linksaußen. Eike-Christian Herrmann spielte auf Rückraum Mitte. „Das müssen wir noch üben. Aber dafür sind die Testspiele da. Die Jungs müssen sich das Selbstvertrauen erarbeiten. Ich möchte ihnen nichts Böses, wenn ich mal lauter werde“, sagte Pysall. Denn das zweite Drittel konnten die Glinder für sich entscheiden. „Wir haben die Deckung so noch nie gespielt, noch nicht einmal im Training. Aber wo soll ich es sonst ausprobieren?“, meinte Illig. Denn die 5:1-Deckung kostete den Schönebeckern das zweite Drittel. Aus dem Rückraum konnte die Hausherren immer wieder gefährlich werfen. Maximilian Kralik nutzte diese Freiräume und brachte den Ball immer wieder im Tor unter.

Auch das letzte Drittel der Partie war bei der SG Lok nicht besser. „Wir hatten viele einfache Fehler“, meinte Illig. Denn eigentlich möchte die SG Lok über das Konterspiel zum Erfolg kommen. Viel zu oft landeten die Abspiele aber beim Gegner. „Es ist mir aber lieber, wenn das jetzt passiert, als in der Liga“, sagte Illig lachend.

Für die beiden Trainer war die Testpartie mehr als aufschlussreich. „Wir müssen uns mehr trauen, den letzten Schritt nach vorne zu machen. Zudem machen wir noch zu viele individuelle Fehler. Daran müssen wir noch üben und vor allem müssen das meine Spieler lernen und verinnerlichen“, sagte Pysall als Fazit.

Und auch Illig war trotz der Niederlage zufrieden mit dem Auftreten seiner Mannschaft. „Wir sind auf einem guten Weg. Wir müssen das taktische Spiel erweitern und auch dran bleiben.“ Doch auch negative Punkte konnte der Coach ausfindig machen. „Wir haben es nicht geschafft, Glinde unter Druck zusetzen. Sie hatten viel Zeit und konnten dann in Ruhe abschließen. Da müssen wir anders agieren und näher am Mann sein.“ Für die gezeigte Leistung sprach Illig noch ein Lob für den Gastgeber aus. „Glinde hat eine gute Truppe. Ich denke auch, dass sie zurecht gewonnen haben.“

Die Schönebecker bekommen aber noch eine Möglichkeit, um sich zu revanchieren. Am Sonnabend treffen beide Teams erneut aufeinander, diesmal aber in Schönebeck. Der Anwurf erfolgt um 16 Uhr. Die Glinder spielen am Freitag bereits wieder. Der Verbandsligist trifft dann auf den Absteiger in die Sachsen-Anhalt-Liga HV Rot-Weiss Staßfurt (Anwurf 19.30 Uhr).