Staßfurt/Glinde l Es ist das Duell der Gegensätze. Die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt hegen Ambitionen auf den Staffelsieg in der Sachsen-Anhalt-Liga. Der Glinder HV „Eintracht“ als Aufsteiger ist von diesen Zielen weit entfernt. Sie wollen im Haifischbecken Sachsen-Anhalt-Liga bestehen. Ähnlich verlief auch der Saisonstart der beiden Teams. Während der HV Rot-Weiss mit einem Sieg startete (29:25 gegen die HSG Wolfen) kassierte der GHV eine 23:30-Niederlage gegen den BSV 93 Magdeburg. Nun treffen die Staßfurter am Sonnabend mit den Glindern wieder auf einen Aufsteiger. Anwurf ist um 17.30 Uhr.

Staßfurts Trainer Sebastian Retting gibt aber sofort die Richtung vor. „Wer am Sonnabend bei der Erwärmung nicht alles zeigt, der ist definitiv fehl am Platz.“ Denn die Staßfurter haben sich für das Heimspiel auch eine Kleinigkeit einfallen lassen. So wird jeder Spieler vor dem Spiel einzeln vorgestellt. Nach der Partie wird eine Pressekonferenz abgehalten. „Ich denke, für die Zuschauer ist das schön. Wir wollen uns aber auch noch für ihre Unterstützung bedanken“, sagt Retting. Wie das aussieht wollte der Coach aber noch nicht verraten.

Vorzeichen eindeutig

Sportlich sind die Vorzeichen derweil aber eindeutig, da macht Glinde-Coach Peter Pysall keinen Hehl draus. „Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen. Von einem Erfolg zu sprechen wäre vermessen“, weiß der erfahrene Handball-Fachmann. „Wenn es aber zu Punkten reicht, umso schöner“, klammert sich Pysall an einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Die Personalsituation bereitet dem GHV-Coach nämlich große Bauchschmerzen. „Im Vergleich zur Vorwoche hat es sich noch verschlimmert“, macht Pysall deutlich. Das Training am Donnerstag musste sogar abgesagt werden. Mit Max und Michael Kreyenberg, Eike-Christian Herrmann, Nils Rosemeier und Torsten Deumeland, alle grippal geschwächt, gesellen sich weitere angeschlagene Spieler zu den Langzeitverletzten. Es bleibt also spannend, wer am Sonnabend überhaupt auf der Platte steht.

Diese Entscheidung wird Retting derweil leicht gemacht. 14 Spieler haben sich bei ihm angemeldet und sind heiß auf das erste Heimspiel der Saison, das auch gleichzeitig ein Derby ist. Nachdem Sebastian Schliwa am Montag und Dienstag noch pausierte, meldete er sich am Donnerstag im Training bereit. In der Vorwoche kugelte er sich den Finger aus. „Er wird spielen. Er ist noch einer von der alten Staßfurter Garde“, macht Retting den Einsatzwillen seines Keepers deutlich. „Bei dem Spiel hält ihn einfach nichts auf der heimischen Couch.“

Damit sind nicht nur die Vorzeichen klar, sondern auch die der Kadergröße. „Wir wollen unser Spiel durchziehen. Wir können über 60 Minuten ein hohes Tempo gehen und viel Wechseln“, meint Retting. Bei den Glindern sieht es da ganz anders aus. „Die Vorzeichen sehen nicht gut aus. Ich habe auch schon immer gesagt, dass Staßfurt Titelfavorit ist“, sagt Pysall, der dennoch auf ein kleines Wunder hofft.