Schönebeck l Nach fast auf den Tag genau sieben Monaten durften die Sachsen-Anhalt-Liga-Handballer der SG Lok Schönebeck wieder vor heimischem Publikum antreten. Es war nicht die einzige Durststrecke, die gegen den TuS Radis ein Ende fand. Die Emotionen mussten einfach raus, sowohl bei den Trainern und Spielern als auch bei den Fans. In ein Tollhaus verwandelte sich die Franz-Vollbring-Halle am vergangenen Sonnabend, als die Anzeigetafel nach 60 Minuten einen 30:28 (17:14)-Heimerfolg für die SG Lok Schönebeck gegen Radis anzeigte. „Es war einfach ein überragendes Gefühl“, ließ Lok-Trainer Stefan Kazmierowski in seine Gefühlswelt blicken. Doppelten Grund zur Freude hatte derweil Christian Stark, der zusammen mit Kazmierowski die Geschicke der Mannschaft leitet. Er hatte Geburtstag und wurde doppelt beschenkt. Für das Duo war es der erste Sieg. Für die Schönebecker endete zudem eine Durststrecke, die seit dem 9. November 2019 bestand hatte. „Wir waren mit der Leistung der Mannschaft sehr zufrieden. Die anschließende Geburtstagsfeier von Christian wurde so richtig genossen.“

Guter Beginn für Lok

Zuvor waren aber erstmal alle Augen auf die Hausherren gerichtet. Auch die von Matthias Musche, Profi-Handballer des SC Magdeburg. „Als Kind war er großer Lok-Fan. Ich bin mit Volker Musche sehr gut befreundet und kenne Matthias, seit er auf der Welt ist. Auch ihn hat es sehr gefreut“, erzählte Kazmierowski.

Von Beginn waren es nämlich die Schönebecker, welche das Heft des Handelns schnell in die Hand nahmen. So recht absetzen konnte sich Schönebeck allerdings nicht. Das änderte sich nach der Pause. Ein Vier-Tore-Lauf baute die Führung auf 24:18 (45.) aus. Die erste kleine Vorentscheidung, denn die Gastgeber hielten den Vorsprung.

„In den letzten Minuten war dann die Spannung etwas weg durch die Euphorie. Die drei Treffer von Radis nehmen wir hin, denn der Erfolg war nicht mehr in Gefahr“, meinte Kazmierowski. Für die Gäste langte es somit nur noch für Ergebniskosmetik.

Neue Sicherheit

Als „Basis des Erfolgs“ bezeichnete der Coach die neugewonnene Sicherheit der Spieler. „Durch die Neuzugänge sind wir breiter aufgestellt. Der Druck lastet nicht mehr nur auf zwei Schultern, sondern wird auf viele weitere verteilt. Wir können die Verantwortung breiter aufteilen“, erklärte Kazmierowski. Und da alle Spieler im ersten Heimspiel „eine gute Leistung abgerufen haben“, gelang den Männern der SG Lok nach sieben Monaten wieder ein Sieg gegen einen „guten Gegner“.

SG Lok Schönebeck: Bartels, Dobertin, Knörich - Schulz (1), Bauer (2), Ernst (1), Haverland (5), Forth (1), Riedel (6), Willner (1), Meyer, Mi. Kreyenberg (8/4), Krause (2)

Siebenmeter: SG Lok 4/4 - Radis 4/5

Zeitstrafen: SG Lok 4 - Radis 7