Glinde l Zehn Akteure nahmen auf der Bank platz, zwei davon Torhüter. Personell sah es gar nicht gut aus beim Handball-Verbandsligisten Glinder HV „Eintracht“. So fehlten zum Beispiel die Mittelmänner Julian Bauer und Arvid Schmidt. Wie mit solchen Situationen umgegangen werden muss, ist für die Glinder aber kein Neuland mehr. Dies bewies die Sieben von Trainer Peter Pysall einmal mehr. „Wir haben diese Aufstellung nur ein oder zweimal trainiert“, erklärte der Übungsleiter. Doch seine Mannschaft erwischte einen guten Start und schlug am Ende den LSV 90 Klein Oschersleben mit 33:25 (14:12).

In der ersten Halbzeit merkte Pysall seiner Mannschaft zudem an, dass die Wettkampfpraxis fehlte. Aber Glinde starte besser, setzte sich nach fünf Minuten bereits auf drei Treffer ab (4:1). „Wir wussten aber auch, dass Klein Oschersleben wieder zurück kommen wird“, so Pysall. Und genau diese Vorahnung trat ein. Bis zur Halbzeitsirene verkürzte der Gast auf 12:14.

Mehr Tempo

In der Pause nahm sich der GHV aber etwas vor, erzählte Pysall. Was genau, gab der Übungsleiter nicht Preis, doch es funktionierte sehr gut. „Wir mussten etwas korrigieren und haben dann ein bisschen mehr Tempo auf die Platte bekommen.“ Das Ergebnis: Direkt nach Wiederanpfiff machte Glinde den Sieg so gut wie perfekt. Sechs Treffer in Serie bauten den Vorsprung auf acht Tore aus (20:12). „In der Phase wurde allen bewusst, dass wir nun das Spiel in eine sichere Bahn gelenkt haben“, meinte Pysall.

Denn während Oschersleben in der ersten Hälfte noch einmal heran kam, schafften es die Gäste diesmal nicht mehr. „Wir haben uns dann auf die erste und zweite Welle sowie auf das Umkehrspiel fokussiert“, erklärte der Übungsleiter. Einer, der dies zum Ende der Partie immer besser umsetzte, war Kevin Tacke, der sich vom Coach nach dem Spiel noch ein Sonderlob abholte: „Kevin spielte auf Linksaußen und hat seine Sache dort gut gemacht.“

Wer auch immer dafür sorgte, dass der Gast nicht mehr gefährlich wurde, war Julian Bartels im Kasten. Dieser bekam viel Einsatzzeit und zahlte das Vertrauen mit einer guten Leistung zurück. „Er hat uns Sicherheit gegeben. Die Bälle über die Außenpositionen hatte er gut unter Kontrolle“, sagte Pysall. Das sorgte dafür, dass die Glinder knapp neun Minuten vor dem Ende eine Neun-Tore-Führung inne hatten (29:20), die bis zur Schlusssirene nur um ein Tor verkürzt wurde.

Und der Spieltag endete für den GHV noch besser. Denn neben dem Heimsieg, bei dem Pysall sich „über die ordentlich besuchte Halle“ freute, verlor auch die SG Seehausen sein Spiel gegen den SV Eintracht Gommern mit 26:29 und rutschte auf Rang drei ab. Das sorgte dafür, dass der GHV die Tabellenführung, punktgleich mit dem HSV Haldensleben, übernahm. Die Pysall-Sieben weist allerdings die bessere Tordifferenz vor.

Glinde: Bartels, Giesemann - Rosemeier (1), Maynicke (4), Max Kreyenberg (6), Kowaczeck (6), Kralik (3), Tacke (6), Mi. Kreyenberg (7/2), Herrmann

Siebenmeter: Glinde 2/2 - LSV 90 3/3 Zeitstrafen: Glinde 4 - LSV 90 5