Schönebeck l Als würde er selbst auf der Platte stehen trieb Henning Stapf, Trainer des Sachsen-Anhalt-Ligisten SG Lok Schönebeck, sein Team an. Nach Ballgewinnen in der Deckung lief Stapf an der Linie mit und war teilweise schneller als seine Spieler. Und genau das sollte es bewirken. Das Umschaltspiel seines Teams war für den Coach zu langsam. Und Stapf wollte sie damit antreiben. „Manchmal brauchen meine Spieler das“, sagte der Coach lachend nach der Partie.

Klassenerhalt geschafft

Denn Schönebeck hatte allen Grund zum glücklich sein. Mit 30:30 (16:16) holten die Elbestädter einen Punkt gegen den Tabellenzweiten SG Spergau. Da der HBC 53 Wittenberg-Jessen verlor (29:40 gegen den Dessau-Roßlauer HV II) und auch der USV Halle II nicht punkten konnte (21:30-Niederlage gegen TuS Radis) reichte der eine Punkt, um die Klasse zu halten. Dementsprechend war die Erleichterung beim Team groß. „Wir werden wohl noch zusammen sitzen und das ein oder andere Bierchen trinken“, sagte Stapf. Eine Feier wird es wohl nach dem letzten Spiel geben.

Und das ein Punkt eingeplant war, merkten alle Zuschauer in der gut gefüllten Franz-Vollbring Halle. Denn die SG Lok hielt gut mit gegen den Favoriten, auch wenn nicht alles funktionieren wollte. So kamen die langen Bälle von Torwart Robert Knörich nicht immer an, sodass Spergau daraus Tore machte. Doch so recht absetzen konnten sich die Gäste nicht. Auch aus dem Rückraum in Person von Jan Bauer scheiterten die Wurfversuche im Block.

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Starker Rückhalt

Aber je länger die erste Hälfte andauerte, umso besser spielte Schönebeck. Und vor allem wenn es schnell ging, konnte Spergau nur zugucken. Dabei ging es über zwei Stationen: Knörich, Mario Meißner, Tor. „Wir haben bei den Gegenstößen endlich mal die Chancen genutzt“, zeigte sich der Coach nach dem Spiel zufrieden. Und so blieb es ein Duell auf Augenhöhe. Mit drei Toren in Serie gelang es Lukas Karau die 14:13-Führung zu erzielen (27.). Mit einem Gleichstand ging es für beide Teams in die Pause.

In der zweiten Hälfte blieb Lok dran, auch weil die Deckung und der Torwart einen guten Tag erwischten. „Ich glaube von der Deckungsarbeit war es die beste Leistung der Saison“, meinte Stapf. Und nach den Ballgewinnen ging es schnell. Knörich lang auf Meißner und der rein ins Tor. Doch nicht nur im Aufbau war Knörich einer der Besten, auch im Parieren zeigte der Keeper sein Können. Das beeindruckte auch Stapf. „Kompliment an Robert. In den entscheidenden Phasen war er immer zur Stelle. Und das war wichtig.“ Nachdem Martin Schröder die 24:23-Führung erzielte, war Knörich mit einer Doppelparade zur Stelle und Lok weiter in Führung. „Dazu kommt, dass der unbedingte Wille und die Motivation gepasst haben“, so Stapf, denn ein paar Treffer haben sich die Schönebecker auch erarbeitet. Schröder, Jost Matisseck und Bauer holten sich vor dem Kasten die zweiten Bälle und Marc Stapf traf zum 26:24 (48.).

Doch die Schlussphase hatte es in sich. 18 Sekunden vor Ende hatte Mattisseck die große Möglichkeit alles klar zu machen, scheiterte aber mit einem Siebenmeter. Und mit der Schlusssirene gelang es Spergau, den Ausgleich zu erzielen (30:30). An der guten Stimmung in der Halle änderte dieser Treffer aber nichts. „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir haben gezeigt, das wir es wir es können und uns dafür belohnt“, sagte ein zufriedener Trainer.

SG Lok: Knörich, Strehl - Bauer (3), Warschkau, Stapf (3), Riedel, Meißner (11/6), Blumenthal, Karau (3), Ernst, Mattisseck (2), Schröder (7), Kazmierowski, Siebenmeter: SG Lok 9/6 - Spergau 7/7 Zeitstrafen: SG Lok 1 - Spergau 2