Schönebeck l „Nicht denken - spielen!“, rief Stefan Kazmierowski seiner Mannschaft zu. Doch den Matchplan in die Tat umzusetzen, fällt den Sachsen-Anhalt-Liga-Handballern der SG Lok Schönebeck noch sehr schwer. Denn Keeper Leon Dobertin zeigte, was mit diesem Ausruf gemeint war. Kurz vor der Pause hatte Schönebeck die Chance, den Spielstand zu verkürzen. Der Spitzenreiter SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz nahm den Torhüter raus. Dobertin fing einen Abschluss, zögerte kurz und warf den Ball quer über das Feld. Wenige Zentimeter rechts neben dem Kasten landete das Spielgerät. Wenig später warfen die Gäste den 19:13-Halbzeitstand. Trotz einer Steigerung im zweiten Durchgang reichte es für Elbestädter wieder nicht für Punkte, denn der Tabellenzweite zeigte sich in den wichtigen Abschnitten abgezockter und ging mit einem 34:27-Erfolg von der Platte.

Kämpferisch gut

Auch wenn es wieder keine Punkte gab, zeigte sich Kazmierowski, der zusammen mit Christian Stark das Trainerduo der Elbestädter bildet, von dem Spiel doch recht beeindruckt. „Wir können mit dem Auftritt zufrieden sein. Wittenberg-Piesteritz ist keine Mannschaft, mit der wir uns messen müssen“, schätzte der Trainer ein. „Kämpferisch hat es mir aber sehr gut gefallen. Ich konnte zudem jedem Spieler Einsatzzeit geben und jeder hat auch überzeugt“, so Kazmierowski.

Doch ein paar Schwächen offenbaren die Schönebecker weiterhin. „Wir brauchen einfach zu lange, um vernünftig in das Spiel zukommen. In den ersten zehn Minuten hatten wir viele technische Fehler“, beobachtete Kazmierowski. Und gegen Mannschaften wie eben Wittenberg-Piesteritz werden diese eiskalt bestraft. Nach sieben Minuten lagen die Gäste folgerichtig mit 7:1 in Führung.

Daraufhin nahm das Trainerduo die erste Auszeit. „Ich wollte erst einmal das Tempo herausnehmen. Die Ansätze in der Folge waren dann sehr gut.“ Doch der letzte Schritt wurde abermals nicht gemacht. In Durchgang zwei waren die Schönebecker dann von Beginn an wach. Die erfahrenen Spieler des Tabellenzweiten ließen jedoch nie Zweifel am Auswärtserfolg aufkommen.

Und der anfangs angesprochene Satz. Wie meinte der Coach diesen? „Handball muss Spaß machen. Die Spieler haben aber Angst, Fehler zu machen. Manchmal sollte man eben nicht viel überlegen“, sagte Kazmierowski lachend.

Vor allem einer scheint den Spaß am Handball gefunden zu haben. Christian Heimesath zeigte sich in guter Verfassung, motivierte immer wieder seine Mitspieler, weiterzumachen. Der Rückraumspieler kam auch immer wieder zum Abschluss und erzielte acht Treffer. „Im Training versuchen wir immer wieder, der Mannschaft mitzuteilen, dass das, was wir machen, auch Sinn hat. Auch wenn es selbst die einfachsten Abläufe sind“, erklärte der Übungsleiter. Daran wird sich Heimesath orientiert haben.

Und das Spiel gegen Wittenberg-Piesteritz lässt zumindest Kazmierowski optimistisch in die Zukunft blicken. „Wir müssen mit noch mehr Mut weiterarbeiten, denn für uns gibt es keine leichten Spiele. Der Erfolg hängt bei uns nicht nur von Punkten ab. Auch die Art des Spiels kann einen überzeugen“, erklärte der Übungsleiter. Und das haben seine Mannen allen Anschein nach.

SG Lok: Dobertin, Knörich - Heimesath (8), Kessel (1), Schulz, Ernst (2), Haverland (4), Forth (1), Bullmann (1), Riedel (6/4), Thiedig (2), Willner (2), Meyer

Zeitstrafen: SG Lok 7 - Wittenberg-Piesteritz 3

Siebenmeter: SG Lok 4/5 - Wittenberg-Piesteritz 8/8