Calbe l „Nille“ ist zwar mit Baujahr 1988 schon ein erfahrener Handballer, hat viel gesehen, erlebt und so manch knifflige und aufregende Situation als Sportler durchlebt, aber beim Vorausblick auf das Rückspiel der TSG Calbe im HVSA-Pokalfinale gegen den BSV 93 Magdeburg muss auch Nils Rätzel zugeben: „Es kribbelt bei mir. Im positiven Sinne. Das wäre schon ein cooles Ding.“

Die Saison in der Sachsen-Anhalt-Liga ist zwar schon seit dem vergangenen Wochenende beendet, aber für Calbe steht noch ein letztes echtes Highlight an. Am Sonnabend (Anwurf 17 Uhr) empfängt die TSG den BSV 93, jenen Gegner, mit dem die Saalestädter schon vor einer Woche in der Liga die Klingen gekreuzt haben. Dieses Spiel gewann Calbe 29:27. Das Hinspiel im Finale vor drei Wochen ging hingegen mit 28:23 an den BSV. Mittlerweile kennt man sich in- und auswendig, weiß eigentlich ganz genau, wo die Stärken und Schwächen des Gegners liegen. Gibt es überhaupt noch Überraschungen? „Wir haben einen Plan“, sagt Rätzel. „Aber ich möchte da nicht ins Detail gehen. Wir haben in beiden Spielen bei uns Schwachstellen ausgemacht.“ Die wollen die Calbenser freilich beseitigen.

Beim Videostudium führte Trainer Andreas Wiese der Mannschaft die erste Halbzeit von vor einer Woche Stück für Stück vor. „Da sind wir im Angriff an den Lücken vorbeigerannt“, erläutert der Coach. Zudem müssen die Würfe einfach besser sitzen. „Im ersten Spiel hatten wir 20 Fehlwürfe, vor einer Woche 17 oder 18“, rechnet der Trainer vor. „Das müssen wir minimieren. Und dann ist der Finalcoup noch möglich? „Wir können Mannschaften aus der Halle schießen. Dazu muss aber alles passen“, so Wiese. Er erinnert an das 31:21 gegen die SG Spergau im Februar und an das 44:26 gegen Dessau II Mitte April. Beides Teams, die in der Sachsen-Anhalt-Liga noch vor dem BSV eingelaufen sind.

Mit einer stabilen 6:0-Abwehr und dem berühmten schnellen Konterspiel will sich die TSG Calbe in einen Rausch spielen und den Fünf-Tore-Rückstand wett machen. „Unser schnelles Spiel aus der Abwehr kam im Hinspiel nicht zum Tragen“, erläutert Rätzel. Nun will Calbe wieder schnell spielen. Der Kader gibt das her. „Es sind alle da. Das ist purer Luxus. Ich muss das Bauchgefühl entscheiden lassen bei der Aufstellung“, sagt Wiese. „Wir haben Qualität auf jeder Position.“ Auch bei Maximilian Weiß deutet sich ein Comeback an. Im Hinspiel vor drei Wochen hatte sich der Linksaußen einen Bänderriss in der Wurfhand zugezogen. „Er hat trainiert“, sagt Rätzel. „Es sieht positiv aus. Wir werden bei der Erwärmung mehr sehen“, ergänzt Wiese. So könnte sich der Kreis schließen. Nicht nur für Weiß, sondern für die gesamte Mannschaft. Samt Pokalsieg. Aus dem Konjunktiv wird heute Abend ein Indikativ.